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Andacht

Psalm 46

Die Stimme, die das Chaos zur Ruhe bringt

In Psalm 46 sehen wir, dass Jesus die Stimme ist, die über alle Mächte der Natur und der Menschen gebietet.

Was passiert hier?

Am Anfang schuf Gott aus dem Chaos eine Welt der Ordnung (1. Mose 1,1-2). Doch in Psalm 46 scheint Gottes Ordnung in Unordnung zurückgefallen zu sein. Statt Wassermassen, die ihre Grenzen achten, und Bergen, die fest stehen, treten die Meere über ihre Ufer, lassen die Berge erbeben und zerschmettern sie in schäumenden Wogen (Psalm 46,2-3). Auch Völker und politische Mächte verfallen; ganze Kulturen erzittern und stürzen in die Anarchie (Psalm 46,6). Die Wellen des Chaos drohen, alle Ordnung zu verschlingen. Eine Apokalypse droht, Gottes Welt und Gottes Volk zunichtezumachen.

Doch der Psalmbeter bleibt unerschütterlich in seinem Vertrauen auf Gott. Er birgt sich in Gott wie in einer Festung. Er schöpft Trost daraus, dass Gott bei ihm ist und ihn beschützt (Psalm 46,7.11). Gott ist seine Zuflucht und eine Hilfe, die immer da ist (Psalm 46,1). Daraufhin erhebt Gott seine Stimme über dem Lärm des Chaos in Natur und Politik und befiehlt ihnen, still zu sein (Psalm 46,9-10). Und beide – die aus der Ordnung geratene Natur und die Völker – gehorchen Gottes Stimme. Die Erde zerschmilzt und unterwirft sich, die Waffen der Gewalt werden zerbrochen, und die Kriege finden ein Ende.

An ihre Stelle baut Gott eine Stadt an stillen, friedlichen Wasserläufen und wohnt dort mit seinem Volk (Psalm 46,4). Während die Berge beben, die Meere toben und die Völker Krieg führen, stürzt die Stadt Gottes nicht ein – denn Gott ist dort und beschützt sein Volk (Psalm 46,5-6). 

Wo ist das Evangelium?

Die Stimme, der alle gehorchen, ist die Stimme Jesu. Als die Jünger Jesu in die Wellen eines Sturms gerieten, war Jesus ihre Hilfe. Mit einem einzigen Befehl – „Sei still!“ – brachte seine Stimme das Chaos um sie herum zur Ruhe (Markus 4,37-41). In Jesus wird die Stimme Gottes menschlich. Jesus herrscht über das Chaos, das wir in der Schöpfung erleben, und sichert allen Frieden, die ihm nahe sind.

Und als Jesus am Kreuz starb, nahm er die Gewalt der Völker und die Zerstörung der Schöpfung in sich auf. Als er zerstört wurde, verfinsterte sich der Himmel, die Erde bebte, und Menschen wurden vom Tod selbst befreit (Matthäus 27,26.51-52). Durch seine Auferstehung von den Toten zeigt Jesus, dass er mächtiger ist als Völker, die das Chaos des Todes einsetzen. Er will ihre Herrschaft durch göttliche Ordnung und ewiges Leben ersetzen (Apostelgeschichte 2,31; Offenbarung 11,15). Gottes Volk braucht sich nicht zu fürchten, denn Jesus ist unsere Festung. Seine Stimme ist mächtiger als alle Gewalt, aller Tod und alles Chaos, das Völker hervorbringen.

Und Jesus kommt bald, um die Stadt Gottes zu bauen, wie der Psalmbeter es vorausgesagt hat (Offenbarung 22,1-2). Im Himmel wird es kein Chaos der Natur und kein Chaos der Völker mehr geben (Offenbarung 21,1). Ganz gleich, welche Stürme die Welt verwüsten: Jesus verspricht, sein Volk in die Stadt zu bringen, wo es in Sicherheit sein wird und Gott für immer bei ihm wohnt.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet für den Gott, der das Chaos in Ordnung verwandelt. Und mögest du Jesus sehen als die Stimme über allen Mächten und als die Zuflucht für alle, die zu ihm kommen.

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