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Andacht

1. Könige 1

Die letzten Tage von König David

In 1. Könige 1 sehen wir: Bei Davids letzten Tagen als König und bei Salomos ersten geht es weniger um den Übergang von einer Herrschaft zur anderen als um die Krönung von Davids letztem Sohn – Jesus.

Was geschieht hier?

Das Buch der Könige erzählt uns mehr über Gott als über die Geschichte Israels. Gott hatte David eine ewige Dynastie versprochen und ein Königreich, das weder durch Tod noch durch Aufruhr zunichtegemacht werden kann (2. Samuel 7,13). Doch David liegt im Sterben, und sein Königreich steckt in der Krise (1. Könige 1,1; 2,10). Gottes Zusage eines ewigen Throns steht auf dem Spiel. Wird Gott auch im Tod ein Gott des Lebens bleiben?

Davids zweitgeborener Sohn Adonija lehnt sich gegen Davids drittgeborenen Sohn Salomo auf (1. Könige 1,5). Adonija ist der nächste Thronfolger, aber David hatte Salomo den Thron versprochen (1. Könige 1,17). Um seine Machtübernahme zu rechtfertigen, zieht Adonija den treuen Heerführer und den Priester seines Vaters auf seine Seite und lädt seine übrigen königlichen Brüder zu einer heimlichen Krönung ein (1. Könige 1,7.9). Doch Salomos Mutter überredet David, Salomos Krönung vorzuziehen (1. Könige 1,11). David gibt Salomo seinen königlichen Esel und krönt ihn in Jerusalem zum König. Ein Priester, der der Königsfamilie treu ist, salbt Salomo mit Öl (1. Könige 1,39). Adonija sitzt noch beim Festmahl, als er erfährt, dass sein Putsch bereits gescheitert ist (1. Könige 1,45-46). Gottes Zusagen werden nicht durch Adonija zunichtegemacht, sondern gehen durch Salomo weiter.

Aus Angst um sein Leben eilt Adonija zum Altar, wo die Priester ihre Schlachtopfer darbringen (1. Könige 1,50). Im Buch Numeri (auch: Buch der Zahlen) war der Altar ein Zufluchtsort für Menschen, die sich eines Totschlags schuldig gemacht hatten (4. Mose 35,25). Adonija hofft, dass Salomo dieses Gesetz auch auf seinen Verrat anwendet – und Salomo tut es. Salomos erste Amtshandlung als König ist ein Akt der Barmherzigkeit. Er vergibt Adonija seinen Verrat und schenkt einem Verräter das Leben, der den Tod verdient (1. Könige 1,53).

Wo ist das Evangelium?

Gott bringt Leben aus dem Tod hervor. Davids nahender Tod und Adonijas Aufruhr werden Gottes Pläne für ein ewiges Königreich Davids nicht umstoßen. Salomos Thronbesteigung und Adonijas gescheiterter Aufstand sind nicht bloß Geschichte, sondern Theologie. Gott wird aus Davids Tod durch dessen Sohn Leben hervorbringen. Und aus Adonijas Aufruhr wird ein ewiges Königreich geboren.

So geht es bei Davids letzten Tagen als König und bei Salomos ersten weniger um den Übergang von einer Herrschaft zur anderen als um die Krönung von Davids letztem Sohn – Jesus.

Jesus ist der verheißene Erbe Israels (Matthäus 1,1). Er wird nicht mit Öl gesalbt, sondern mit dem Geist (Johannes 1,32). Er reitet auf einem Esel in Jerusalem ein (Markus 11,7). Wie Salomos Königreich entsteht auch Jesu Königreich mitten aus einem verräterischen politischen Drama, aus Eigennutz und Verrat. Salomos Vater durchkreuzt – wie Gott der Vater – die Pläne sündiger Menschen, um seinen Sohn fest auf den Thron zu setzen (Apostelgeschichte 2,24). Und Jesus beginnt seine Regierung damit, dass er denen vergibt, die ihn hinrichten wollen (Lukas 23,34). Wie Adonija darf jeder zu Jesus kommen. Feinde wie Verräter dürfen sich an den Ort seines Schlachtopfers und seines Todes klammern und Barmherzigkeit und Leben empfangen.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du Gott als den siehst, der seine Zusagen hält. Und mögest du Jesus als den König sehen, der Leben nach dem Tod schenkt.

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