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Andacht

2. Könige 6,1-23

Elisas Wunder

In 2. Könige 6,1-23 sehen wir: Jesu Wunder sind zugleich Prophezeiungen der Frohen Botschaft und Anklagen gegen jene, die Gott zurückgewiesen haben.

Was geschieht hier?

Das Böse der Dynastie Ahabs und sein blutiger Krieg mit Syrien bestehen neben dem prophetischen Dienst von Elia und Elisa. Als Propheten sind sie lebendige Sinnbilder für Leben und Freiheit in einer Zeit, die vom Bösen und von Unterdrückung beherrscht wird. Ausnahmslos jedes Wunder, das sie tun – selbst ein Wunder mit einem schwimmenden Axtkopf –, verkündet den Unterdrückten Israels die Frohe Botschaft und klagt zugleich Israels unterdrückerische Könige an.

Während sie ein Haus für ihre Prophetengemeinschaft bauen, verliert einer von Elisas Männern einen geliehenen Axtkopf im Fluss (2. Könige 6,5). Früher in Elisas Dienst hätte eine Witwe wegen einer Ölschuld beinahe ihre Söhne verkaufen müssen (2. Könige 4,1). Der Verlust einer eisernen Axt führt fast mit Sicherheit in die Sklaverei – besonders dann, wenn die Könige zulassen, dass Israels Sklavenhandel blüht. Also kehrt Elisa die Schwerkraft um, und die Axt treibt an die Oberfläche. Das ist kein belangloses Wunder, sondern ein Beweis dafür, dass Gott Unterdrückung auf dramatische Weise umkehren und diesen Mann aus seiner Sklaverei befreien wird (2. Könige 6,6).

Doch Elisa kämpft nicht nur gegen die Grausamkeit von Ahabs Dynastie innerhalb Israels; er kämpft auch gegen Syriens Angriffe auf Israel. Gott gibt Elisa prophetische Einblicke in Syriens Kriegspläne, die er an Israel weitergibt (2. Könige 6,9). Da Syrien immer wieder besiegt wird, erkennt sein König, dass Elisa der übernatürliche Spitzel ist, und schickt ein ganzes Bataillon, um ihn zu ergreifen (2. Könige 6,14). Aber Gott umstellt Syriens Truppen mit einem eigenen Heer und schlägt jeden einzelnen Soldaten mit Blindheit (2. Könige 6,17-18). Da ihnen keine andere Wahl bleibt, folgt das blinde Heer Gottes Propheten zum König von Israel, der diese Kriegsgefangenen niedermetzeln will (2. Könige 6,20-21).

Doch Gott gibt ihnen die Augen wieder, und Elisa fordert den König von Israel auf, diesen Soldaten ein Festmahl auszurichten und die Gefangenen freizulassen (2. Könige 6,23). Elisa ist nicht nur ein Spitzel; er verkörpert und vollzieht die Erlösung, die Gott Israel schenken will, indem er dessen Feinde rettet. Gott rettet das blinde syrische Heer, um Israels König anzuklagen: Er hat Gottes Erlösung und Freiheit in Elia und Elisa nicht gesehen. Israel würde gerettet werden – wenn es nur Augen zum Sehen hätte.

Wo ist das Evangelium?

Elisas Wunder sind zugleich Ankündigungen der Frohen Botschaft an Israel und Anklagen gegen Israel. Gott bringt Freiheit und Erlösung, sogar für die Syrer. Wenn Israel der Stimme des Propheten folgt, werden seine Schulden bezahlt, seine blinden Augen geöffnet, und es wird befreit werden.

Wie Elisas Dienst und seine Wunder sind auch Jesu Dienst und seine Wunder mehr als Machtbeweise; sie sind Prophezeiungen der Frohen Botschaft für die Unterdrückten Israels und zugleich Anklagen gegen jene, die Gott zurückgewiesen haben.

Jesu Heilung eines römischen Zenturios verkündet, dass heilende Kraft allen zugänglich ist, die Glauben haben – aber sie ist auch ein Urteil über Israels mangelnden Glauben (Lukas 7,9). Wenn Prostituierte und Zolleinnehmer an Jesu Tisch feiern, ist das für uns ebenso eine Einladung, unsere Zerbrochenheit und Krankheit einzugestehen, wie eine Einladung, uns darüber zu freuen, dass Gott den Außenstehenden annimmt (Lukas 5,30-31). Wenn Jesus einen Blinden heilt, ist das nicht nur eine machtvolle Ankündigung der Frohen Botschaft an die Blinden; es ist auch ein Urteil über die, die behaupten, sie könnten sehen (Johannes 9,7.41). In einer Geschichte, die der verlorenen Axt sehr ähnlich ist, schuldet Petrus Steuern, und Jesus sagt ihm, er werde das Geld im Maul eines Fisches finden (Matthäus 17,27). Wie die verlorene Axt werden die Metallmünzen an die Oberfläche gezogen, und seine Schuld ist bezahlt. Das ist nicht nur ein Beweis für Jesu Macht, sondern auch dafür, dass Gott uns von unseren Schulden befreit, wenn wir bereit sind zu hören und Augen zum Sehen haben.

Israel zur Zeit Elisas, die religiösen Führer zur Zeit Jesu und fast jeder Mensch an jedem Tag tun Gottes Propheten und seine prophetischen Zeichen ab. Entweder reduzieren wir sie auf Machtdemonstrationen oder – schlimmer noch – wir übergehen ihre prophetische Dimension. Doch wenn wir zugeben, dass wir blind sind, und der Stimme von Gottes Propheten Jesus folgen, dann werden unsere Schulden vollständig bezahlt, unsere blinden Augen geöffnet, wir werden von denen befreit, die uns gefangen halten, und wir werden ein Festmahl vor den Augen unserer Feinde genießen. Folge also der Stimme Jesu und sieh selbst.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen für den Gott, der seinen Propheten gesandt hat. Und mögest du erkennen, dass keines von Jesu Wundern belanglos ist, sondern dass sie alle zugleich Ankündigungen seiner Frohen Botschaft und Einladungen zur Buße sind.

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