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Andacht

Hesekiel 25-28

Gott ist unser Beschützer

In Hesekiel 25-28 sehen wir, dass unsere ältesten Feinde keine Bedrohung mehr für uns sind. Gottes Urteil über Tod und Sünde in Jesus beweist, dass Gott immer noch für uns kämpft.

Was geschieht hier?

In den letzten 24 Kapiteln hat Hesekiel über Gottes Zorn gegen das Böse, die Abgötterei und die Unterdrückung in Israel prophetisch geredet. Doch jetzt richtet Hesekiel seine Prophetie gegen Israels Feinde. Hesekiel sagt, dass Ammon, Moab, Edom, das Philisterland, Tyrus und Sidon alle fallen werden. Als Babylon Jerusalem überfiel, feierten diese Völker den Untergang ihres Rivalen und plünderten sogar die zerstörte Stadt. Jesaja weissagt, dass sie eines nach dem anderen vernichtet werden, damit Israel eines Tages nach Hause zurückkehren kann und von seinen Feinden nie wieder Schaden erleidet (Hesekiel 28,25-26). Auch wenn Gott über das Böse seines Volkes zornig ist, heißt das nicht, dass er es nicht beschützt. 

Aus Bosheit haben Ammon und Moab sich hämisch über Israels Untergang gefreut, darum sagt Hesekiel, dass Gott ihre Länder Babylon als Beute geben wird (Hesekiel 25,1-11). Als Israel schwach war, sahen Edom und das Philisterland ihre Chance zur Rache und griffen Israel in seiner Wehrlosigkeit an. Deshalb sagt Gott, dass er für sein Volk Rache nehmen und diese Völker vernichten wird, weil sie Freude an ihrer Vergeltung hatten (Hesekiel 25,12-17). Gott kündigt auch an, dass Israels nördlicher Nachbar Sidon fallen wird (Hesekiel 28,20-24). Hesekiel beendet jedes seiner Gerichtsworte gegen Israels Feinde mit dem Hinweis, dass Gott sich in ihrer Vernichtung Israel gegenüber als treu erweist (Hesekiel 25,7.11.14.17; 28,24). Auch wenn Gott über das Böse in Israel zornig ist und Babylon das Volk erobert hat, hat Gott nicht vergessen, dass die Israeliten immer noch sein Volk sind. 

Den größten Teil seiner Anklage richtet Hesekiel gegen die Inselstadt Tyrus. Tyrus bekommt wahrscheinlich besondere Aufmerksamkeit, weil die Stadt durch Handel und Schifffahrt außerordentlich reich und mächtig geworden war. Der König von Tyrus hält sich zudem selbst für einen Gott und glaubt, unangreifbar zu sein – für Babylons Feldzug wie für Gottes Gericht (Hesekiel 28,1-5). Darum verspricht Gott, ihr Inselreich in einen kahlen Felsen im Meer zu verwandeln (Hesekiel 26,1-21). In Erwartung dieser Zerstörung schreibt Hesekiel zwei Klagelieder: eines, das über dem künftigen Grab des Volkes von Tyrus gesprochen werden soll, und ein anderes über dem König. Im ersten beschreibt er Tyrus als ein prächtiges Handelsschiff, gefüllt mit Schätzen und bemannt mit einer bunten Schar von Seeleuten, Händlern und Söldnern (Hesekiel 27,1-24). Doch beladen mit Fracht und Menschen sinkt das Schiff Tyrus auf den Grund des Meeres (Hesekiel 27,25-36). Im zweiten Klagelied erhebt Hesekiel den König von Tyrus spöttisch in die Höhe, bevor er seinen tragischen Sturz beschreibt (Hesekiel 28,6-19). Der Sinn dieser Klagelieder ist, noch einmal zu zeigen: Gott hält weiterhin treu zu seinem Volk. Selbst in seinem Ungehorsam hat Gott es nicht vergessen, sondern ist gegen seine Feinde in den Kampf gezogen.

Wo ist das Evangelium?

Diese Gerichtsworte richten sich gegen stolze Völker, doch sie sind für ein zerstörtes Israel bestimmt. Jede Prophetie beweist, dass Gott sein Volk in seinem Exil nicht vergessen hat. Obwohl Israel Gott verlassen hat, kämpft Gott gegen Israels älteste Feinde und besiegt sie. Doch die Niederlage der Feinde Israels durch Babylons Heer war nur der Anfang. Am Ende würde Gott seinen Sohn Jesus senden, um gegen Feinde zu kämpfen, die größer, göttlicher und stolzer waren als Tyrus.

Als wir Gott noch ungehorsam und untreu waren, haben unsere ältesten Feinde, Satan und der Tod, unser Leben geplündert und versucht, uns zu verschlingen – wie Israels Feinde (1. Mose 4,7; Jakobus 1,14-16). Aber weil Gott uns liebt, zog Jesus gegen sie in den Kampf und gab sein Leben, um uns aus ihrer Macht zu befreien. Als Jesus aus dem Grab auferstand, hat er die Macht Satans und des Todes gedemütigt und öffentlich beschämt (Kolosser 2,15). Unsere ältesten Feinde sind keine Bedrohung mehr für uns. Gottes Urteil über Tod und Sünde beweist, dass Gott immer noch für uns kämpft. Wir dürfen sicher in unser Zuhause bei Gott zurückkehren und wissen: Sie werden uns nie wieder Schaden zufügen. Wie ungehorsam oder wie weit von Gott entfernt du auch zu sein glaubst – Jesus hat dich nicht vergessen. Er hat vielmehr für dich gekämpft und ist für dich gestorben. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der treu bleibt, wenn wir es nicht sind. Und dass du Jesus als den siehst, der unsere Feinde durch seinen Tod besiegt hat. 

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