Was passiert hier?
Psalm 47 lädt die ganze Welt zur Krönungsfeier des Gottes Israels ein. Alle Völker werden aufgefordert, in die Hände zu klatschen, denn Gott wird gleich zum König gekrönt (Psalm 47,2). Und jedes Land soll jubeln, weil Gott über „die ganze Erde“ (Psalm 47,8), „alle Völker“ (Psalm 47,2) und alle „Könige“ (Psalm 47,10) herrscht. Doch Gottes König ist kein globaler Herrscher, sondern ein israelitischer König.
Gott ist eine besondere Beziehung mit einem einzigen Volk eingegangen, mit Israel – durch einen Mann namens Jakob und dessen Vater Abraham (Psalm 47,5). Durch ihre Familie und das Volk, das aus ihnen hervorgehen sollte, würde die ganze Welt gesegnet werden (1. Mose 12,3). Der Psalmdichter lobt Gott, weil er weiß: Durch den Aufstieg des Königs von Israel werden alle Völker gesegnet, und alle Völker werden unausweichlich Gott loben.
Die Krönung beginnt mit Jubelrufen und dem Schall der Trompeten (Psalm 47,6). Im Buch Samuel wird dieselbe Beschreibung verwendet, als das Symbol der Gegenwart Gottes, die Bundeslade, zum ersten Mal nach Jerusalem gebracht wird (2. Samuel 6,15). So wird deutlich gemacht: Der König, der hier den Thron besteigt, ist nicht einfach noch ein Herrscher, sondern Gott selbst (Psalm 47,8)! Gott nimmt den Thron ein, der ihm zusteht – nicht nur in Israel, sondern über der ganzen Erde (Psalm 47,9).
Und während er seinen Thron besteigt, erkennen die Fürsten aus aller Welt die Souveränität und Göttlichkeit des Gottkönigs Israels an. Alle Völker werden versammelt, und alle Nationen werden zu einem neuen Volk unter einem neuen Namen – „das Volk des Gottes Abrahams“ (Psalm 47,10). Die Verheißung, die Gott Jakob und Abraham gegeben hat, erfüllt sich endlich, und die Welt wird gesegnet, indem Gott den Thron einnimmt, der ihm zusteht.
Wo ist das Evangelium?
Gott hatte immer geplant, dass durch einen Nachkommen Abrahams und Jakobs ein König über die ganze Erde herrschen würde. Dieser königliche Nachkomme ist Jesus. Er verdient es, als der wahre König gelobt zu werden, denn Jesus ist der rechtmäßige Erbe des Thrones Israels – in seinen Adern fließt das Blut Jakobs und Abrahams (Matthäus 1,1-2). Doch Jesus verdient es auch, zum König gekrönt zu werden, weil er Gottes Gegenwart im Fleisch ist (1. Timotheus 3,16). So wie die Bundeslade gefeiert wurde, als sie ihren Platz in Jerusalem einnahm, gebührt Jesus noch viel mehr Jubel, denn er ist Gott selbst (Hebräer 1,2). Jesus ist der rechtmäßige König Israels und der ganzen Welt. Alle Völker sind aufgerufen, sich vor ihm zu beugen.
Selbst die Feinde Jesu konnten sich dem Unausweichlichen nicht entziehen: Auch sie fielen vor Jesus, dem König, in Anbetung nieder. Seine Ankläger nennen ihn den „Sohn Gottes“, um ihn anzuklagen (Matthäus 26,63-64). Die Könige Roms sprechen ihn von allen Verbrechen frei (Lukas 23,14). Die Soldaten der Völker geben Jesus eine Krone, ein Zepter und einen Mantel in königlicher Farbe und beugen sich vor dem wahren „König der Juden“ (Matthäus 27,28-29). Schließlich wird er erhöht, hinaufgehoben auf einen Thron, der ausgerechnet die Form eines Kreuzes hat, und über ihm steht sein ewiger Titel: „König“ (Matthäus 27,37). Und als Beweis für die unausweichliche Anbetung, die die Völker dem wahren König Israels entgegenbringen werden, ist ein römischer Soldat einer der ersten Bürger des neuen Reiches Jesu (Markus 15,39). Das Reich, das einst den Kindern Jakobs vorbehalten war, steht nun ungehindert allen offen, die sich vor ihm beugen (Römer 10,13).
Und durch seine Krönung – die ausgerechnet eine Kreuzigung ist – nimmt Jesus seinen Platz auf einem ewigen Thron ein (Epheser 1,19-20). Und was einst als Ironie gemeint war, wird wahr. Menschen aus allen Stämmen, Völkern und Sprachen singen jetzt schon und werden für immer das Lob des Königs singen, der starb, um alle Menschen zu Bürgern seines Reiches zu machen (Offenbarung 7,9).
Überzeug dich selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der als König regiert und herrscht. Und mögest du erkennen, dass Jesus dein Lob wert ist, denn er hat seinen Thron über der ganzen Erde eingenommen.

