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Andacht

Psalm 56

Wenn ich Angst habe, vertraue ich dir

In Psalm 56 sehen wir, dass Jesus wie David gejagt wurde. Obwohl ihm ein Thron zugesagt war, fiel er seinen Feinden in die Hände. Doch seine Auferstehung beweist: Er kann aus Verleumdung und Bedrohung durch Feinde retten.

Was passiert hier?

David, der künftige König von Israel, ist aus seiner Heimat ins Exil vertrieben worden. König Saul ist eifersüchtig auf Davids wachsenden Ruhm und versucht viermal, ihn umzubringen (1. Samuel 18,28-29). Ohne Ausweg und in Todesangst flieht David zu den Philistern, den Feinden Israels (1. Samuel 20,12).

Den ganzen Tag verfolgen ihn seine Feinde (Psalm 56,1). Den ganzen Tag schnappen sie wie Hunde nach seinen Fersen (Psalm 56,2). Den ganzen Tag ist er auf der Flucht vor der Verleumdung und der Hetze derer, die ihn hassen (Psalm 56,5). Doch in seiner Erschöpfung und Angst vertraut er sein Leben Gott an (Psalm 56,3). David kennt Gottes Wesen, und er weiß, was Gott ihm zugesagt hat. Gott hat ihm versprochen, ihm einen Thron in dem Land zu geben, aus dem er ins Exil vertrieben wurde. Und wenn Gott wirklich Gott ist und wenn Gott seine Versprechen nicht brechen kann – was kann ihm dann irgendein Mensch antun (Psalm 56,5)?

Die Verschwörungen Sauls und die mörderischen Hoffnungen der Philister werden am Ende nicht siegen (Psalm 56,6). David betet, dass Gott eine Gerechtigkeit herbeiführt, die dem Schmerz entspricht, den sie ihm zugefügt haben (Psalm 56,7). Er fordert, dass Gott jede Träne sammelt und aufschreibt, die er unter ihrer Grausamkeit und auf seinen Wanderungen vergossen hat (Psalm 56,8). David will Gerechtigkeit für jedes Gramm Wasser, das er in der Wüste verloren hat – und er weiß, dass Gott ihm das geben wird (Psalm 56,9).

Dann lobt David Gott und seine Versprechen noch einmal, denn kein Mensch kann Gottes Versprechen rückgängig machen (Psalm 56,11). So sicher ist er seiner kommenden Rettung, dass er davon spricht, als wäre sie schon geschehen. Voller Eifer will er Gott mit einem Schlachtopfer danken, weil er vom Tod gerettet ist und nun mit Gott geht, ungestört von seinen Feinden (Psalm 56,13). 

Wo ist das Evangelium?

Jesus ist wie David. Auch er lebte im Exil unter der eifersüchtigen Führung seiner Heimat (Matthäus 27,18). Jahrelang verfolgten sie Jesus, verleumdeten ihn und brachten ihn schließlich um. Wie Gott es David zugesagt hatte, versprach Gott auch Jesus einen Thron an seiner Seite (Matthäus 28,18). Und wie David legt Jesus die Gerechtigkeit für seine Tränen und Leiden in Gottes Hände (Markus 14,36). Und weil Gott Gott ist und weil Gott seine Versprechen nicht brechen kann, verwandelt Gott Jesu Leiden in Auferstehung und in siegreiches ewiges Leben über seine Feinde. 

Aber wir sind auch David: im Exil, allein, verleumdet und zum Bösewicht gemacht. Und das bedeutet: Jesus ist Gottes Versprechen an uns. Es wird Gerechtigkeit für uns geschehen, und wir werden für immer mit Gott regieren. Der Apostel Paulus sagt uns, dass Gott uns zur Verherrlichung erwählt hat, so wie Gott David zum Königtum erwählt hat (Römer 8,30). Und wenn Gott für uns ist, welcher Mensch kann dann gegen uns sein (Römer 8,31)?

Als Jesus am Kreuz starb, bewies er allen, die uns verunglimpfen und verleumden wollen, dass keine Anklage und keine Verurteilung, die sie erheben, jemals Bestand haben wird (Römer 8,33). Jesus ist für die Sünden gestorben, auf die sie immer wieder zeigen, und Jesus wurde zum Leben auferweckt und sitzt nun an Gottes rechter Seite, um Gerechtigkeit herbeizuführen für jede Grausamkeit und für jede Minute des Umherirrens, die wir erleiden mussten (Römer 8,34). Und mehr noch: Wie David sich am Ende über seine Feinde erhob, so hat Jesus auch uns über unsere Feinde erhoben. Wir sitzen schon jetzt mit dem auferstandenen Jesus, wir gehen mit Gott im Licht seines ewigen Lebens (Epheser 2,6).

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der deine Tränen aufschreibt. Und dass du Jesus siehst als Gottes Wort, das in Erfüllung geht, um dir Gerechtigkeit zu bringen und dich aus deinem Elend zu erheben.

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