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Andacht

Psalm 78

Generationen der Auflehnung

In Psalm 78 sehen wir, dass Jesus das über Generationen weitergegebene Muster von Gottes Volk durchbricht – und dafür sorgt, dass sein Volk nicht einmal mehr weiß, wie man sich auflehnt.

Was passiert hier?

Der Psalmdichter Asaph ruft seine Leser auf, ihm zuzuhören, während er ihnen Geschichten von Gottes Macht aus der Vergangenheit erzählt (Psalm 78,1-4). Asaph erinnert die Eltern daran, ihren Kindern diese Geschichten ebenfalls beizubringen, damit künftige Generationen von Gottes Volk die Auflehnung aus Israels Vergangenheit nicht wiederholen (Psalm 78,5-11).

Wie ein liebevoller geistlicher Vater deckt Asaph ein zerstörerisches Muster in der Geschichte ihres Volkes auf. Gott führte sie mit Wolken und Feuer. Er spaltete Felsen, um ihnen Wasser zu geben (Psalm 78,14-16). Gott ließ Brot vom Himmel regnen und versäumte keinen einzigen Tag (Psalm 78,24-25). Doch dann lehnten sich ihre Vorfahren auf. Wasser und Brot genügten ihnen nicht, und so stellten sie Gottes Zusage, für sie zu sorgen, auf die Probe, indem sie unterstellten, Gott habe Brot geschickt, weil er zu schwach sei, Fleisch zu schicken (Psalm 78,17-22). Als Strafe gab Gott ihnen genau das, was sie wollten. Undankbar stopften sie sich mit dem Wunderfleisch voll und starben, während das Fleisch noch in ihrem Mund war (Psalm 78,26-31). Das ist Israels zerstörerisches Muster und die Geschichte ihres Volkes: Gott versorgt, Gottes Volk lehnt sich auf, Gott erzieht. Manchmal führte diese Erziehung Gottes Volk zur Buße, doch die war meist halbherzig und von kurzer Dauer. Und dieses Muster ist Jahrhunderte alt (Psalm 78,32-38). 

Gott rettete sein Volk auch aus Ägypten und teilte das Rote Meer (Psalm 78,41-43). Dann brachte Gott sein Volk in die Heimat seiner Vorfahren zurück – nur damit es ihn dort auf die Probe stellte, indem es Götter anbetete, die keinen Anteil an den Erfolgen ihres Volkes hatten (Psalm 78,55-58). Doch bei allem ging Gottes Barmherzigkeit nie zu Ende. Wie oft sein Volk ihn auch auf die Probe stellte: Gott dachte immer daran, dass sein Volk nur aus Menschen bestand (Psalm 78,39-41). Und er schuf immer wieder einen neuen Weg zur Rettung. 

Der Psalm endet damit, dass Asaph hofft, Gottes gegenwärtiges Mittel zur Erlösung könnte endlich das sein, was Israels über Generationen weitergegebenes Muster durchbricht. Gott hat einen unerwarteten König erwählt, einen Hirtenjungen namens David, um Gottes Volk aus seiner Undankbarkeit und Abgötterei heraus in die wahre Erlösung zu führen (Psalm 78,70-72).

Wo ist das Evangelium?

Obwohl David die Hoffnung von Psalm 78 ist, versagte er genau wie seine Vorfahren. Auch David lehnte sich auf und stellte Gott auf die Probe, gab seinen Begierden nach, ermordete einen Mann und bekam Gottes Erziehung zu spüren (2. Samuel 12,1-27). Davids Versagen zeigt: Kein Anführer in Israels Geschichte war stark genug, die Herzen seines Volkes davon abzuhalten, Gott auf die Probe zu stellen, indem sie ihren Gelüsten folgten. Doch Gottes Barmherzigkeit ging trotzdem nicht zu Ende. 

Gottes Sohn Jesus erwies sich als das wahre und bessere Israel. Als Jesus in einer anderen Wüste nach 40 Tagen ohne Essen der Magen knurrte, stellte er Gott nicht auf die Probe. Wo Israel und seine Anführer immer wieder versagten und vergaßen, bestand er und erinnerte sich – nie brach er eines von Gottes Geboten (1. Petrus 2,22). Jesus durchbrach das über Generationen weitergegebene Muster von Gottes Volk: Er kam aus jener Wüste heraus und stellte sich selbst als das wahre Brot vom Himmel vor (Johannes 6,35). Er war der Anführer, der die unstillbare Gier von Gottes Volk nach Auflehnung endlich zügelte – indem er seinem Volk erlaubte, sich von seinem Leib zu nähren (Johannes 6,51).

Jesus war auch ein wahrer und besserer König David. David hat sein Volk nicht als Hirte von der Auflehnung weggeführt. Doch Gott setzte Jesus als Hirten und König ein, der besser war als sein Vorfahre (Johannes 10,11-14). Anstatt einen Mann zu töten, um seine Begierden zu stillen, wurde Jesus getötet, um die Begierden seines Volkes neu zu schaffen. In seinem Tod löschte er die alte Geschichte seines Volkes aus. Und in seiner Auferstehung schrieb er die Geschichte von Gottes unendlicher Barmherzigkeit auf die Herzen seines Volkes (Hebräer 10,16). Unser Hirte und König Jesus ist so barmherzig, dass er dafür sorgt, dass sein Volk sich nicht mehr auflehnen will. Und eines Tages, schon bald, wird Jesus dafür sorgen, dass sein Volk nicht einmal mehr weiß, wie man sich auflehnt. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, dessen Barmherzigkeit nicht zu Ende geht. Und mögest du Jesus als den wahren David und als das wahre Brot des Lebens erkennen. 

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