
Judas speist die Armen
Eine unbeabsichtigte Tat der Nächstenliebe
Judas Iskariots Liebe zum Geld führte ihn schließlich dazu, Jesus für Silber zu verraten. Doch überraschenderweise könnte sein Verrat, ausgelöst von Habgier, eine der unglaublichsten Taten der Nächstenliebe in der Geschichte der Welt sein. Wir alle kennen die Geschichte.
Als Maria Jesus liebevoll mit kostbarem Duftöl salbt, ist Judas über diese Tat entsetzt. Er protestiert gegen ihre überschwängliche Großzügigkeit – vorgeblich aus Sorge um die Armen (Johannes 12,3-5). In Wahrheit kann er es nicht ertragen, dass so viel Vermögen an Jesus „verschwendet“ wird, wo doch der Gegenwert seine eigene Tasche hätte füllen können (Johannes 12,6). Aufgebracht durch Marias verschwenderische Großzügigkeit geht Judas zu den obersten Priestern, um Jesus zu verraten. Erfreut zahlen sie ihm dreißig Silberstücke, und Judas wartet auf den richtigen Augenblick, um Jesus auszuliefern (Matthäus 25,14-16). Später in derselben Woche, als Jesus das letzte Mahl mit seinen Jüngern teilt, schickt er Judas wissentlich hinaus, damit dieser seine Falle stellt (Johannes 13,27). Judas verlässt den Raum im Obergeschoss und verschwindet in der Nacht. Die anderen Jünger, die wissen, dass er die Kasse verwaltet, denken, er sei losgegangen, um Essen für das Pessachfest zu kaufen oder den Armen etwas zu geben (Johannes 13,28-30).
Doch obwohl sie die wahren Absichten von Judas missverstanden haben, haben sie recht! In einer Ironie, die Judas weder sah noch beabsichtigte, kaufte er das Pessachlamm, das Festmahl für die armen Sünder dieser Welt! Judas tut in seinem Hass gegen die Armen, in seiner Geldgier und in seinem Protest gegen kostspielige Großzügigkeit genau das, was er bei Maria nicht mit ansehen konnte! Indem er Jesus denen ausliefert, die ihn töten werden, öffnet Judas die Tür dafür, dass das kostbarste Geschenk der Liebe über den armen Sündern dieser Welt ausgeschüttet wird. Das kostbare Blut von Jesus, am Kreuz vergossen, reinigt Menschen von ihren Sünden, und sein gebrochener Leib ist das großzügige Schlachtopfer, durch das alle Menschen Gott nahe kommen dürfen (Epheser 2,13).
Der Leib und das Blut von Jesus, am Kreuz als Schlachtopfer dargebracht, sind das größte Geschenk der Nächstenliebe in der Geschichte der Welt. Jesus ist das Geschenk, das Maria liebevoll salbte und das Judas unwissentlich armen Sündern wie uns darbrachte, die gereinigt und gesättigt werden müssen. Ich bete, dass wir Jesus sehen und genießen – ihn, der sich selbst uns großzügig hingegeben hat.
