Wer ist der Antichrist?Wer ist der Antichrist?

Wer ist der Antichrist?

Die Briefe des Johannes haben die Antwort

Das Wort „Antichrist“ löst bei vielen von uns Angst aus. Endzeitbilder von einer quasi menschlich-geistlichen Macht oder von einem Weltherrscher, der Christen jagt und tötet, füllen unsere Gedanken. Und viele von uns sorgen sich, was wohl mit unserem Glauben geschehen würde, wenn eine solche Gestalt zu unseren Lebzeiten aufträte. Manche fragen sich, ob sie den Horizont nach jemandem absuchen sollten wie dem „Gesetzlosen“, den der Apostel Paulus in 2. Thessalonicher beschreibt, oder nach dem, den der Prophet Daniel „den Gräuel der Verwüstung“ nennt. Aber die Bibel nennt keine dieser Gestalten „Antichristen“. Vor diesem Hintergrund also: Wer ist der Antichrist?

Es gibt mehr als einen Antichristen

Die Briefe des Johannes sind die einzigen Bücher der Bibel, die eine Gestalt namens Antichrist erwähnen – und Johannes sagt nirgends, dass es nur einen gibt. Johannes sagt, dass viele Antichristen in der Welt sind (1. Johannes 2,18; 4,1). Noch überraschender ist aber: Johannes sagt, dass Antichristen nicht mit Weltherrschaft beschäftigt sind, sondern damit, innerhalb der Kirchen zu lehren. Du solltest Antichristen nicht in den Nachrichten suchen, sondern auf den Kanzeln. Und Johannes sagt, dass alle Antichristen zwei Dinge gemeinsam haben.

Zwei Kriterien für Antichristen

Erstens ist ein Antichrist jemand, der leugnet, dass Jesus der „Christus“ ist – ein Wort, das „der Gesalbte“ bedeutet (1. Johannes 2,22). Gesalbt zu sein bedeutet, dass Gott einen Menschen mit seinem Geist erfüllt hat, um sein Volk zu retten. Antichristen glauben also schlicht nicht, dass Gott sein Volk durch Jesu Tod und Auferstehung gerettet hat (1. Johannes 4,2-3). Antichristen sind keine übermenschlichen Endzeitdiktatoren, sondern Lehrer in den Kirchen, die leugnen, dass Jesus derjenige ist, den Gott zu unserer Rettung erwählt hat. Ein Antichrist ist weniger auf einem Fernsehbildschirm zu sehen als vielmehr von einer Kanzel zu hören. 

Zweitens sagt Johannes, dass Antichristen nicht nur leugnen, dass Jesus der Christus ist, sondern anderen ihre Überzeugungen auch beibringen. Antichristen predigen und lehren neue und andere Vorstellungen von Jesus und seinen Geboten. Und oft nutzen Antichristen ihre Leitungsposition und ihren Einfluss, um Druck auf die auszuüben, die ihnen widersprechen. 

Wie reagieren wir auf Antichristen?

Lass dich vom Geist erfüllen. Falsche Lehrer mögen Lügen verbreiten oder versuchen, Christen in die Irre zu führen und ihnen zu schaden, aber sie gefährden letztlich nicht die, die zu Jesus gehören. Gottes Geist hat sie mit der Wahrheit erfüllt, sodass sie die Lügen, die Gottes Feinde in Umlauf bringen, nicht fürchten müssen (Johannes 14,16; 1. Johannes 2,21). Antichristen leben in der Welt, aber Gottes wahrer Christus lebt in uns (1. Johannes 2,27a). Und Christus in uns ist mächtiger als die Antichristen in der Welt (1. Johannes 4,4). 

Hab keine Angst. Wir müssen Philosophien und Argumente, die gegen Jesus gerichtet sind, nicht fürchten – auch dann nicht, wenn sie von einer Kanzel zu hören sind. Wir haben einen besseren Lehrer: Jesu eigenen Geist, der in uns lebt und uns daran erinnert, was wahr ist (1. Johannes 2,27b). Jesus sagte seinen Jüngern, dass sein Geist sie erfüllen und sie immer die Wahrheit lehren würde (Johannes 14,26-27). Weil Jesus in Christen lebt, gibt es keinen Antichristen und keine falsche Lehre, die uns, unseren Kindern oder unserer Welt letztlich gefährlich werden könnte. Der, der in uns ist, ist größer als jede Lehre, jede Person und jede Agenda in der Welt (1. Johannes 4,4).

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