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Andacht

2. Könige 21-23

Josiah, der letzte gute König

In 2. Könige 21–23 sehen wir: Ein treuer König kann nur retten, solange er auf dem Thron sitzt. Und anders als Josiah, der von seinem Thron aufstand, um zu sterben, ist Jesus von den Toten auferstanden, um für immer zu herrschen.

Was passiert hier?

Manasse folgt Hiskia als König von Juda – und er ist der schlimmste von allen. Er baut die Heiligtümer wieder auf, die Hiskia niedergerissen hatte, errichtet Altäre für Baal und Ascher mitten im Tempel Gottes, verbrennt seinen Sohn auf ihren Altären, befragt Totenbeschwörer, ermordet Unschuldige und bringt Israel in einen Zustand, der schlimmer ist als der, in dem es sich befand, als das Volk zum ersten Mal in das Land kam (2. Könige 21,9.11). Passenderweise bedeutet der Name Manasse »der Vergessliche«. Israel hat den Gott vergessen, der es gerettet hat – und alles, wozu Gott es gerettet hat. Darum »vergisst« Gott seine frühere Gnade und beschließt, Juda ins Exil zu schicken und seine Beziehung zu ihm zu beenden (2. Könige 21,14).

Doch Manasses Enkel Josiah ist ganz anders als sein Großvater (2. Könige 22,2). Er ist der einzige Mensch, von dem die Heilige Schrift sagt, dass er Gottes Gesetz mit ganzem Herzen, ganzer Seele und aller Kraft erfüllt (2. Könige 23,25). Er lässt den Tempel wiederherstellen, den sein Großvater verwüstet hatte (2. Könige 22,5). Und als er eine verschollene Abschrift von Gottes Wort entdeckt, erkennt er, wie groß die Sünden Judas sind, und trauert (2. Könige 22,11). Angefangen beim Tempel macht Josiah die Abgötterei aus Judas und Israels Vergangenheit rückgängig. Er reißt die goldenen Kälber ab, mit denen Jerobeam das Königreich gespalten hatte, und verbrennt die Gebeine der falschen Propheten und Priester, die diesen Kult möglich gemacht hatten (2. Könige 23,15-16). Die einzigen Gebeine, die er unangetastet lässt, sind die des ungenannten Propheten, der seine Herrschaft vorhergesagt hatte (1. Könige 13,2; 2. Könige 23,17). Und dann feiert Israel zum ersten Mal, seit Josua regierte, wieder das Pessachfest (2. Könige 23,22). Nie zuvor hatte Israel einen König wie Josiah.

Doch es reicht nicht (2. Könige 23,26). Der beispiellose Gehorsam des einen Königs macht die Gräueltaten des anderen nicht wieder gut – geschweige denn Jahrhunderte von Gewalt und Leid, die Judas Vergesslichkeit verursacht hat (2. Könige 23,27). Josiah wird kurzerhand im Kampf gegen Ägypten getötet. Sein Sohn wird zum König gekrönt, aber schon drei Monate später abgesetzt (2. Könige 23,33). Und Ägypten setzt einen Marionettenkönig ein, der bereit ist, sein eigenes Volk auszupressen, um die Kosten eines anderen Reiches zu bezahlen (2. Könige 23,35).

Wo ist das Evangelium?

Josiah zeigt uns: Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz kann Generationen von Vergesslichkeit und Abgötterei nicht ungeschehen machen. Gottes Gesetz ist ohnmächtig, wenn es darum geht, Gottes Volk vor dem angekündigten Untergang zu retten. Der Apostel Paulus sagt, dass das Gesetz die Menschen im Ungehorsam eingeschlossen hat, damit sie auf einen endgültigen Erlöser hoffen (Galater 3,22). Gottes Gesetz konnte nicht retten, aber es konnte Israel lehren, was es wirklich brauchte. Gottes Volk würde nicht durch Josiahs Gehorsam gegenüber dem Gesetz gerettet werden, sondern durch den Glauben an König Jesus (Galater 3,24).  

Josiahs Gehorsam verzögerte Judas Untergang, aber dieser Aufschub hielt nur so lange, wie er lebte. Ein treuer König kann nur retten, solange er auf dem Thron sitzt. Doch anders als Josiah, der von seinem Thron aufstand, um zu sterben, ist Jesus von den Toten auferstanden, um zu herrschen (Römer 8,34). Wenn wir Jesus vertrauen, vertrauen wir einem König, der niemals sterben kann. Und darum ist der Untergang von Gottes Volk auf ewig aufgeschoben! Für die, die in König Jesus sind, gibt es niemals ein Exil (Römer 8,1).

Gott hat sein Volk nicht vergessen. Vielmehr vergisst er in Jesus unsere Vergesslichkeit (Hebräer 8,12). Gott denkt an unsere Sünden nicht mehr. Und schon jetzt macht er uns zu einem Volk, das seine Gnade und sein Gesetz nicht vergessen kann (Hebräer 8,10-11). Wenn du ein Manasse bist, will er dich zu einem Josiah machen (2. Korinther 5,17). Er verspricht, dich mit sich selbst zu erfüllen, damit du Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und aller Kraft lieben kannst.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen für den Gott, der unsere Vergesslichkeit richtet. Und mögest du Jesus sehen als unseren König, der nichts vergisst – und der dennoch an unsere Sünden nicht mehr denkt.

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