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Andacht

Jeremia 21,1-23,8

Ein Herr der Gerechtigkeit

In Jeremia 21,1–23,8 sehen wir, dass der Herrscher, der weise regieren und sein zerstreutes Volk in Sicherheit führen würde, Jesus ist. Jesus ist der wahre Herr der Gerechtigkeit, der wahre Zedekia.

Was passiert hier?

Die Könige Judas verhindern, dass Gottes Volk sein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens erlebt. Darum verurteilt Jeremia in einer Sammlung von vier Prophetien Judas letzten König Zedekia und die Verwandten, die vor ihm regierten. Er verheißt, dass Gott für sein Volk einen neuen Herrscher aufstehen lassen wird. 

Von Babylon belagert, bittet Zedekia Jeremia, um Gottes Schutz zu beten (Jeremia 21,1-2). Doch jahrzehntelang haben Zedekia und seine Familie ihre Macht missbraucht, Unrecht begangen, Waisen im Stich gelassen, die Armen vernachlässigt, Gottes Gebote verworfen, Fremden Gewalt angetan und ihre Kinder als Schlachtopfer dargebracht, um sich die Unterstützung fremder Götter und Könige zu sichern (Jeremia 21,11-14). Jeremia redet unverblümt: Gott wird Zedekia nicht beschützen. Dass er sein Königreich verliert, ist die Schuld seiner Familie (Jeremia 22,1-7). Und während die Königsfamilie Jeremias Kritik abtut, weiß jedes Volk, dass sie zutrifft (Jeremia 22,8-10). Jeremia sagt Zedekia, er solle von Gott kein Erbarmen erwarten, sondern eine katastrophale Niederlage und das Exil (Jeremia 21,3-7). Und wenn die Bürger diesem Gericht entkommen wollen, ist ihre einzige Hoffnung, sich von Zedekia abzuwenden und sich Babylon zu unterwerfen (Jeremia 21,8-10). 

Jeremia beschreibt dann, wie das Königtum in Juda schon lange verdorben ist, und schildert im Einzelnen, wie Zedekias ungerechte Vorgänger alle starben. Einer von Zedekias Brüdern war ein habgieriger König. Er machte sein Volk zu Sklaven und weigerte sich, wie sein Bruder, für die Armen und Bedürftigen einzutreten (Jeremia 22,11-17). Wegen seiner Habgier und Unterdrückung setzte Gott ihn ab und verbannte ihn nach Ägypten – nach nur drei Monaten Regierungszeit (2. Chronik 36,2-4). Ein anderer Bruder Zedekias schloss eine Reihe gescheiterter Militärbündnisse. Nach einem Umsturz wurde er wegen Verrats in ein babylonisches Gefängnis verbannt (2. Könige 24,1-2). Auch Zedekias böser Neffe regierte nur drei Monate, bevor er sich freiwillig Babylon unterwarf und Juda nie wieder betrat (Jeremia 22,24-30; 2. Könige 24,8-17). Zedekias Stammbaum ist voll von ungerechten Königen, die gegen Gott aufbegehrten. Jeder Einzelne von ihnen wurde für seinen Anteil daran gerichtet, dass Gottes Volk zerstreut wurde wie Schafe unter den Wölfen der Erde (Jeremia 22,18–23,3). Doch zu seinen Mitbürgern sagt Jeremia, dass Gott vorhat, sein zerstreutes Volk wieder zu sammeln und sein Königreich unter der Herrschaft eines neuen und guten Königs aus der alten Linie Davids wiederherzustellen. Anders als Zedekia und seine Familie wird er weise regieren; er wird „Der Herr der Gerechtigkeit“ genannt werden und eine neue Zeit des Friedens und der Freiheit für Gottes Volk in seinem eigenen Land beginnen (Jeremia 23,3-8).

Wo ist das Evangelium?

Im Hebräischen klingt der Titel „Herr der Gerechtigkeit“ dem Namen „Zedekia“ sehr ähnlich. Aber Zedekia und seine Familie waren törichte Herrscher und böse Anführer. Obwohl sie alle Söhne Davids und Teil der von Gott erwählten Dynastie waren, mussten Jeremia und seine Generation auf einen anderen Sohn aus der erwählten Königslinie warten. Der Sohn Davids, der weise regieren und sein zerstreutes Volk in Sicherheit führen würde, ist Jesus. Jesus ist der wahre Herr der Gerechtigkeit, der wahre Zedekia. 

Als Jesus zum ersten Mal ankündigte, dass sein Reich gekommen sei, sagte er, er sei gekommen, um den Armen, den Gefangenen, den Blinden und den Unterdrückten Gerechtigkeit zu verschaffen (Lukas 4,18-19). Er kam, um seine Herrschaft nicht mit den Mächtigen zu teilen, sondern mit den Hungrigen, Verfolgten und Demütigen (Matthäus 5,3-10). Jesus kam, um die verlorenen Schafe zu suchen, die Zedekia und seine Familie zerstreut hatten (Matthäus 15,24). Und um es zu beweisen, brachte Jesus sein Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit zur Geltung: Er heilte Kranke, befreite Menschen von Dämonen und weckte Tote auf (Matthäus 15,30). Jesus ist der wahre König von Gottes Volk und der „Herr der Gerechtigkeit“, den Jeremia vorhergesagt hat. Darum lädt Jesus uns alle ein, uns ihm zu unterwerfen. In den Königen dieser Welt gibt es keine wahre Gerechtigkeit – in ihm aber schon. 

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der seinem Volk einen König gibt. Und mögest du Jesus als den König der Gerechtigkeit sehen, der für immer regiert.

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