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Andacht

Jeremia 45-49

Gott wird richten

In Jeremia 45–49 sehen wir: Wenn Jesus nur ein Wort spricht, werden die Stolzen besiegt und zerstreut, und Gottes Volk wird die ganze Erde als seine ewige Heimat erben.

Was geschieht hier?

In den vorangegangenen 44 Kapiteln hat Jeremia in seinen Prophetien immer wieder einen Tag des Gerichts über Juda angekündigt. Als Jeremias Schreiber alle Warnungen Jeremias zusammengetragen hat, packt ihn die Angst, und er ist überwältigt von Trauer über den bevorstehenden Untergang seines Volkes. Doch Jeremia weitet Baruchs Blick für das, was Gott zu ihren Lebzeiten tut. Er sagt ihm: Gott richtet Juda für seine Auflehnung, aber er wird auch die Feinde Judas richten. Gottes Gericht über sein eigenes Volk ist nur der Anfang. Gott kommt, um auf der ganzen Erde Gerechtigkeit zu schaffen – gegen alles Böse und allen Stolz (Jeremia 45,1-5). 

In den folgenden Kapiteln spricht Jeremia das Urteil über die Nachbarvölker: Ägypten, Philistäa, Moab, Ammon, Edom, Damaskus, Kedar, Hazor und Elam. Jeremia sagt voraus, dass sie an Babylon fallen werden, genau wie Juda. Während Gott Juda verurteilte, weil es nicht auf ihn und seine Gesetze hörte, verurteilte er diese Völker wegen ihres Stolzes und ihrer Grausamkeit gegenüber Gottes Volk. Ägypten prahlt, seine Herrschaft sei so gewiss, wie der Nil Wasser führt (Jeremia 46,8). Moabs Überheblichkeit ist in aller Welt bekannt (Jeremia 48,29). Ammon meint, sein Reichtum mache es unangreifbar (Jeremia 49,4). Edom meint, seine überlegene militärische Lage rechtfertige seine Kriegsverbrechen (Jeremia 49,16). Doch Gott verspricht: Alles Unrecht, das sie in ihrem Stolz getan haben, wird ihnen in ihrer Erniedrigung vergolten werden. Babylon kommt über sie alle.

Aber Jeremia weissagt auch, dass jedes Volk, das Gott wegen seines Stolzes und seiner Gewalt demütigt, eines Tages wieder in seine frühere Verherrlichung eingesetzt wird. Zuerst sagt Gott seinem Volk in Juda, dass er es beschützen und alles Verlorene wiederherstellen will (Jeremia 46,27-28). Dann verspricht Gott Ägypten – dem Volk, das Gottes Volk einst zu Sklaven machte –, dass er seine Zivilisation wieder aufbauen wird (Jeremia 46,26). Auch Moab, Ammon und Elam (Völker, die zu unterschiedlichen Zeiten Gottes Volk angriffen) wird eine künftige Erneuerung zugesagt (Jeremia 48,47; 49,6.34-39). Gott stellt die Welt, wie Baruch und Jeremia sie kennen, auf den Kopf. Babylons Apokalypse wird den Stolz aller Völker richten, nicht nur den Judas. Doch wenn mit ihrem Stolz abgerechnet ist, verspricht Gott, dass die angestammten Länder aller Völker wiederhergestellt werden. 

Wo ist das Evangelium?

Wenn es dir schwergefallen ist, 44 Kapitel Prophetie um Prophetie über Gottes kommendes Gericht an seinem Volk in Juda zu lesen, dann geht es dir genau wie Baruch. Und Gottes Wort an Baruch ist dasselbe Wort, das er auch dir sagt. Gott will deinen Blick weiten für das, was er tut. Gott kommt, um seine Welt ganz und gar von Stolz, dem Bösen und Gewalt zu befreien. Aber Gott kommt auch, um die Demütigen wieder in ihre Heimat einzupflanzen und wiederherzustellen, was der Stolz anderer geraubt hat. 

Im allerletzten Buch der Bibel sagt der Prophet Johannes uns dasselbe – nämlich, dass Gott sehr bald kommen wird, um allen Stolz ein für alle Mal zu richten. Eines Tages werden sich alle stolzen Völker der Welt gegen Gott versammeln, bereit, sich ihm und allen, die ihm demütig vertrauen, entgegenzustellen (Offenbarung 19,19). Doch genau in dem Augenblick, in dem sie ihre Heere aufbieten, sendet Gott seinen Sohn Jesus, den wahren König der Welt, ihnen entgegen. Und wenn er kommt, spricht Jesus nur ein Wort: Die Stolzen sind besiegt und zerstreut, und Gottes Volk erbt die ganze Erde als seine ewige Heimat (Offenbarung 19,20-21). Und so wie das Gericht nicht das Ende der Geschichte für Juda oder für die Völker war, die es angriffen, so ist es auch nicht das Ende der Geschichte für unsere Welt. Gott schafft eine neue Erde, auf der die Demütigen aus allen Ländern, die sich hinter Jesus geschart haben, Heimat erben und alles wiederhergestellt bekommen, was sie verloren haben (Offenbarung 21,1-3). Baruch sollte durch Jeremias unvollständiges Bild von der Gerechtigkeit und Erneuerung, die Gott durch Babylon bringen würde, ermutigt werden. Das heißt: Wir dürfen noch viel mehr ermutigt werden durch die ganze Geschichte von Gottes Erneuerung, die durch Jesus kommen wird. 

Sieh es selbst

Darum bete ich, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der die Feinde – den Stolz und das Böse – vollständig und endgültig richten wird. Und mögest du Jesus als den sehen, den Gott sendet, um die Stolzen zu erniedrigen und die Demütigen wiederherzustellen. 

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