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Andacht

Joel 2,18-3,21

Ich werde meinen Geist ausgießen

In Joel 2,18–3,21 zeigen wir, wie Jesus und sein Geist jede der Prophetien Gottes an Israel und Joel erfüllen.

Was geschieht hier?

Israel ist gerade von Heuschrecken verwüstet worden. In der ersten Hälfte seines Buches weissagt Joel über einen kommenden Tag des Gerichts Gottes, an dem Israel von einem einfallenden Volk erobert wird (Joel 2,11). Doch in der zweiten Hälfte seines Buches beschreibt Joel ausführlich Gottes Pläne für einen künftigen Tag der Erlösung des Herrn. Gott wird die Verwüstung wiedergutmachen, die die Heuschrecken angerichtet haben (Joel 2,25). Er wird das Vieh versorgen, das in der Dürre verhungerte (Joel 2,22). Er wird das aufgerissene Land tränken und ihre Scheunen füllen, bis sie überquellen (Joel 2,23-24). Am wichtigsten aber: Gott verspricht, seine Beziehung zu Israel wiederherzustellen und ihm sein geraubtes Land zurückzugeben (Joel 2,26-27).

Seit Eden ist es Gottes Plan, mit seinem Volk zusammen zu leben. Darum ging Gott im Garten umher, darum führte er Israel mit einer Feuersäule, und darum hatte Israel einen tempel. Und darum sagt Joel: Am Tag der Barmherzigkeit des Herrn wird Gott sich selbst ausgießen – seinen Geist – über alle Bewohner Israels (Joel 2,28). Im Alten Testament kam Gottes Geist nur über die Führer und Propheten. Doch an diesem kommenden Tag der Erlösung des Herrn wird die Gabe des Geistes den Geringen und Gewöhnlichen geschenkt (Joel 2,29). Kinder und Knechte werden die Gaben der Vision und Prophetie empfangen, die einst Königen vorbehalten waren. An jenem Tag wird der ganze Kosmos erschüttert und die Sonne verfinstert – nicht als Vorboten des Untergangs, sondern als Zeichen der Barmherzigkeit (Joel 2,30-31). Und an jenem Tag des Herrn wird jeder gerettet, der seinen Namen anruft (Joel 2,32).

Und sobald ihre Beziehung an diesem neuen Tag der Erlösung des Herrn wiederhergestellt ist, wird auch das Land zurückgegeben, das Israel geraubt wurde (Joel 3,1). Gott wird schon bald Israels Unterdrücker, Sklavenhalter und Feinde in einem Tal versammeln, das „Tal der Entscheidung“ oder „Gott hat gerichtet“ heißt (Joel 3,2.14). Und in diesem Tal wird Gott die Eindringlinge Israels richten, und Israel wird das Land seiner Vorfahren zurückerhalten (Joel 3,15-16). Dann wird Gott das Land neu machen, sodass es dem Garten Eden gleicht. Von den Bergen wird Wein tropfen, die Hügel werden von Strömen von Milch überfließen, und klare Bäche werden das Land bewässern (Joel 3,18). Am Tag der Erlösung des Herrn wird alles Verkehrte zurechtgebracht. Israel wird als Volk wiederhergestellt.

Wo ist das Evangelium?

Alle Prophetien, die Joel beschreibt, sind durch Jesus schon in Erfüllung gegangen oder werden es bald. Fünfzig Tage nach dem Tod Jesu goss Gott seinen Geist aus (Apostelgeschichte 2,1-4a). Und der Apostel Petrus sagte, dies geschehe zur Erfüllung von Joels Prophetie (Apostelgeschichte 2,16-17)! An Pfingsten werden Frauen, Kinder und Knechte alle mit dem Heiligen Geist erfüllt. Feuer, wie jenes, das Israel führte, lässt sich auf sie nieder (Apostelgeschichte 2,3). Pfingsten ist der Beweis, dass Gottes Beziehung zu seinem Volk wiederhergestellt ist!

Bezeichnend ist aber: Das Kommen des Geistes ist nicht auf Israel begrenzt. Alle Völker, die den Namen Gottes anrufen, werden gerettet (Apostelgeschichte 2,21). Und eine der ersten Taten des Geistes besteht darin, dass Menschen, die von Gottes Geist erfüllt sind, den Tag der Erlösung Gottes in so vielen Sprachen verkünden, wie dort vertreten sind (Apostelgeschichte 2,4). An Pfingsten wurden 3.000 Menschen aus aller Welt die ersten Bürger eines neuen Eden (Apostelgeschichte 2,9.41).

Und Gott ist noch nicht fertig damit, seinen Geist auszugießen und neue Bürger in ein wiederhergestelltes und weltweites Israel einzuladen. Es kommt ein Tag des Herrn, an dem Gott alle Unterdrücker, Sklavenhalter und Feinde der Welt in einem neuen Tal versammeln wird, wo Gott richten wird (Offenbarung 16,16). Und in diesem Tal wird Gott die Feinde seines Volkes vernichten. Er wird nicht nur das Land Israel wiederherstellen, sondern die ganze Erde zu Eden zurückführen. An jenem Tag des Herrn wird die Welt neu gemacht, und wir werden wieder mit Gott zusammen leben (Offenbarung 21,1). Und an jenem Tag wird ein Fluss vom Berg Gottes strömen – nicht nur zu unserer eigenen Freude, sondern zur Heilung und Erlösung aller Völker (Offenbarung 22,2).

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du Gott als gerecht und barmherzig zugleich erkennst. Und mögest du im Tod Jesu den Tag des Herrn sehen, der verheißt: Jeder, der seinen Namen anruft, wird gerettet.

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