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Andacht

Psalm 57

Ich will singen, noch bevor der Morgen graut

In Psalm 57 sehen wir, dass Jesus kam, um sein Volk zu beschützen, indem er die Lügen des größten Feindes besiegt – Satan. In herrlichem Sieg spricht Jesus uns von der Anklage des Feindes frei.

Was geschieht hier?

David versteckt sich in einer Höhle, auf der Flucht vor dem eifersüchtigen König Saul. Saul hat ihn des Verrats beschuldigt, doch David ist unschuldig und bittet Gott deshalb um Barmherzigkeit (Psalm 57,2a) – nicht um die Barmherzigkeit der Stärke, sondern um die Barmherzigkeit von Gottes Schutz. David stellt sich Gott wie eine Mutterhenne vor, die ihn vor Sauls Nachstellungen verbirgt (Psalm 57,2b). Er ruft zu Gott, er möge seinem Namen Recht verschaffen und die Anklagen widerlegen, die Saul verbreitet hat (Psalm 57,3).

David ist zuversichtlich, dass Gott diese Gebete beantwortet. Er glaubt, dass Gott ihm vom Himmel her Recht verschaffen wird und Saul für seinen ungerechtfertigten, gewalttätigen Feldzug beschämen wird (Psalm 57,4a). Saul ist wie ein Löwe; seine Zähne sind Speere und seine Zunge ein Schwert (Psalm 57,5). Aber Gott ist treu und wird seine Liebe vom Himmel senden (Psalm 57,4a). David betet, dass Gott in all seiner Verherrlichung bald vom Himmel herabkommt und die ganze Erde erfüllt (Psalm 57,6).

Dann geht David von der Klage über sein Leid dazu über, Gott mitten im Leid zu loben. Er weiß, dass Sauls Schuldanklagen zu Sauls eigenem Untergang werden (Psalm 57,7). Trotz seiner Umstände ist David zuversichtlich. Sein Herz singt sogar unter der Bedrängnis, in der Hoffnung, dass Gott ihn bald mit seiner Gegenwart trösten wird (Psalm 57,8). David ist vielleicht von Dunkelheit umhüllt, aber er ist unschuldig. Unbeirrt spielt er auf seiner Harfe und singt sein Lied durch die Nacht, bis Gott den Morgen heraufführt (Psalm 57,9). Selbst wenn Davids Rettung nicht sofort kommt, und selbst wenn David aus seiner Heimat verbannt wird, wird David dennoch singen, denn Gott ist treu, und seine Liebe reicht so weit, wie Himmel und Wolken sind (Psalm 57,10). Dann betet David erneut, dass Gott ihn mit seiner Gegenwart segnen möge und vom Himmel herabkommt und die ganze Erde in all seiner Verherrlichung erfüllt (Psalm 57,12). 

Wo ist das Evangelium?

Gott antwortet auf Davids Gebet in Jesus. Jesus ist die ganze Verherrlichung Gottes in menschlicher Gestalt (Hebräer 1,3). Und genau wie David es erbeten hat, kam Jesus, um sein Volk vor den Anklagen des Feindes zu beschützen, wie eine Henne ihre Küken unter ihren Flügeln schützt (Matthäus 23,37). Jesus tut das, indem er die Lügen eines noch größeren Feindes als Saul besiegt – Satan.  

So wie Saul David anklagte, lässt Jesus es zu, dass Satan ihn an unserer Stelle anklagt und verurteilt. Er lässt den Feind seine Grube graben und legt sich freiwillig hinein (Johannes 10,18). Doch als Jesus am Kreuz starb, sprach er uns auch von den Anklagen unseres Feindes frei (Kolosser 1,22). Er wird schuldig an allem, dessen unser Feind uns zu Recht beschuldigen könnte, damit wir durch seinen Tod an unserer Stelle unschuldig und freigesprochen werden (1. Petrus 2,24). 

Und noch schlimmer für den Plan des Feindes: Jesus stand aus seinem Grab auf, weil er nicht schuldig war. Für immer steht Jesus als der Freigesprochene da – und als der, der alle freispricht, die hoffnungsvoll zu Gottes Gläubigkeit, Liebe, Verherrlichung und Macht rufen, die am Kreuz sichtbar wurden. Das heißt: Mit noch größerer Zuversicht als David können wir in der Nacht singen, weil unser Feind in seine eigene Falle gefallen ist (1. Korinther 2,8)! Und es ist kein lügnerischer König und keine geistliche Macht mehr übrig, die uns anklagen oder verurteilen könnte. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der seine Liebe und Gläubigkeit vom Himmel sendet. Und mögest du Jesus als die Verherrlichung Gottes in menschlicher Gestalt sehen, der jeden freispricht, der zu ihm ruft.

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