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Andacht

1. Chronik 15-16

Gott in der Mitte

In 1. Chronik 15-16 sehen wir: So wie David Priester einsetzte und Schlachtopfer darbrachte, damit die Bundeslade nach Jerusalem kommen konnte, so ist Jesus unser Hoher Priester, der Gottes Weisung und Gesetze in unsere Herzen legt, damit wir niemals von ihm getrennt sind.

Was geschieht hier?

Drei Monate lang hat König David sich darauf vorbereitet, Gottes Bundeslade nach Jerusalem zu bringen (1. Chronik 13,14; 15,1). Von der Bundeslade aus sprach Gott, und in der Lade lagen die Zehn Gebote (2. Mose 25,10-22). (Die Zehn Gebote waren eine Zusammenfassung von Gottes rechtlicher Weisung an Israel.) David will die Bundeslade in Jerusalem haben, damit Gottes Weisung und Gesetz im Zentrum seines Königreichs stehen. Doch beim letzten Versuch hatte er es versäumt, Gottes Weisung zu folgen, und eines seiner Gesetze gebrochen. Er ließ seine Soldaten die Bundeslade tragen und nicht Gottes Priester – und einer von Davids Männern starb deswegen (1. Chronik 13,7-11; 15,13). 

David will denselben Fehler nicht zweimal machen und ist entschlossen, die Bundeslade genau so zu transportieren, wie Gott es vorgeschrieben hat. David erklärt, dass von jetzt an nur Priester aus dem Stamm Levi die Bundeslade tragen dürfen (1. Chronik 15,2). Zu diesem Zweck sucht und versammelt David alle, die dazu befähigt sind, Gottes Bundeslade in Gottes Hauptstadt zu bringen (1. Chronik 15,3-10). David setzt mehrere Priester als Verantwortliche ein und warnt sie, mit der Bundeslade so umzugehen, wie Gottes Gesetz es ihnen vorgab (1. Chronik 15,11-15). Sie sollen außerdem priesterliche Sänger, Musiker und Wächter bestimmen, die die Bundeslade umgeben, sobald sie ihren neuen Platz erreicht (1. Chronik 15,16-24).

Nachdem all diese Vorbereitungen getroffen sind, führt David einen Zug von Priestern und Israels Führern an, um die Bundeslade endlich nach Jerusalem zu bringen (1. Chronik 15,25-26). Als die Bewohner Jerusalems sehen, wie ihr König die Lade mit Gottes Weisung in ihre Hauptstadt bringt, fangen sie an zu singen und zu feiern (1. Chronik 15,28-29). Die Priester feiern mit Schlachtopfern, und David richtet ein Festmahl für die ganze Stadt aus – sie feiern, dass Gottes Weisung nun mitten unter Gottes Volk ihr Zuhause hat (1. Chronik 16,1-3). 

Nun, da die Bundeslade endlich in Jerusalem ihren Platz hat, setzt David Priester ein, die vor der Lade ständig Lieder dichten und singen sollen – und das erste schreibt David selbst (1. Chronik 16,4-7). Es ruft ganz Israel dazu auf, den Gott zu loben, der aus einem umkämpften Nomadenstamm ein sicheres Königreich gemacht hat (1. Chronik 16,8-22). Es fordert die ganze Schöpfung auf, Israels Gott anzubeten, der ihnen treu ihr Land gegeben hat. Es lädt alle Völker der Welt ein, nach Jerusalem zu kommen und Gottes Macht und Weisung selbst zu erleben (1. Chronik 16,23-33). Und Gottes ganzes Volk antwortet auf Davids Lied mit „Amen“ und „Lobt den Herrn“ (1. Chronik 16,34-36). Von jetzt an wird Israel ein Volk sein, dessen Mitte Gottes Weisung und Gesetze sind (1. Chronik 16,37-42). 

Wo ist das Evangelium?

Auf Israels Thron sitzt ein König, der Gottes Gesetzen folgt. Und dieser König hat Gottes Bundeslade – den Ort, von dem aus Gott spricht und sein Volk leitet – in die Mitte seiner Regierung gestellt. In vielerlei Hinsicht ist das der Höhepunkt des Buches Chronik. Gottes König und Gottes Volk sind vereint in ihrer gemeinsamen Entschlossenheit, Gottes Gesetzen zu folgen. Gottes Bundeslade wohnt mitten unter ihnen und verspricht, sie zu leiten, was auch kommen mag.

Wie Israel brauchen wir Gottes Weisung und Gesetze im Zentrum unseres Lebens. Und die Frohe Botschaft ist: Gott hat Jesus gesandt, damit er der König ist, der genau das für jeden tun kann, ganz gleich, wo er lebt. So wie David Priester einsetzte und Schlachtopfer darbrachte, damit Gottes Bundeslade nach Jerusalem einziehen konnte, so war Jesus ein eingesetzter Priester, der sich selbst opferte, damit Gottes Weisung und Gesetze in unsere Herzen einziehen konnten (Hebräer 10,16). Wegen Jesus ist das Zentrum von Gottes leitender Kraft nicht mehr eine Bundeslade in einem fernen Land, sondern das Innere derer, die bekennen, dass Jesus ihr König ist.

Unser Leben ist kompliziert. Wir werden in unserem Leben Tausende, wenn nicht Millionen wichtiger Entscheidungen treffen. Wenn wir sie im Voraus kennen würden, würde uns schon ihre schiere Menge überwältigen, ganz zu schweigen von der Verantwortung, jeweils die Wahl zu treffen, die am besten mit Gottes Gesetz übereinstimmt. Aber du brauchst dich nicht überwältigt zu fühlen, und du musst keine Angst haben, dass du nur eine kleine Entscheidung davon entfernt bist, deinen Glauben zu ruinieren (Lukas 12,11-12). Gott wohnt im Zentrum deines Seins. Er hat seine Gesetze in dein Herz geschrieben, und er wird dich immer leiten (Hebräer 8,6-12). Doch selbst wenn wir, wie David, es nicht schaffen, alle Gesetze Gottes zu befolgen, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Derselbe Opfertod, den Jesus auf sich nahm, um seine Gesetze in uns hineinzulegen, ist dasselbe Schlachtopfer, das Gottes Vergebung für immer sichert. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk leitet. Und mögest du Jesus als den sehen, der genau im Zentrum deines Seins wohnt. 

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