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Andacht

2. Chronik 33-35

Unausweichliches Gericht

In 2. Chronik 33-35 sehen wir, dass Jesus der vollkommene König ist, der in unser Exil und unseren Tod hineingeht, damit wir für immer in Gottes Reich zurückgeführt werden können.

Was geschieht hier?

Judas nächster König, Manasse, besteigt den Thron, doch er ist ein stolzer Mann, dessen Herrschaft Juda einem unausweichlichen Exil ausliefert. Manasse lehnt sowohl Gott als auch seine Gebote ab. Im Tempel Gottes fertigt er Götzen an und bringt Kinder dem Gott Baal, der Göttin Ascher sowie der Sonne, dem Mond und den Sternen als Schlachtopfer dar. Gottes Priester ersetzt er durch Wahrsager und Totenbeschwörer (2. Chronik 33,1-9). Daraufhin sendet Gott das assyrische Heer, das Manasse vom Thron reißt und ihn in Babylon gefangen setzt (2. Chronik 33,10-11). Doch im Gefängnis von Babylon demütigt sich Manasse und tut Buße für all seinen Stolz und seine Abgötterei. In seiner Barmherzigkeit beendet Gott sein Exil und lässt ihn in seine Heimat zurückkehren. Wieder an der Macht, reißt Manasse die Kultstätten und Götzen nieder, die er in Jerusalem errichtet hatte, und betet Gott an bis zu seinem Todestag, an dem er den Thron an seinen Sohn Amon weitergibt (2. Chronik 33,12-20).

Amon hätte aus dem Leben seines Vaters lernen sollen: Juda wird ins Exil geführt werden, und seine einzige Hoffnung ist es, sich ganz Gottes Barmherzigkeit auszuliefern. Doch er betet die assyrischen Götzen an, die sein Vater angefertigt hatte, und weigert sich, sich zu demütigen. Schon nach zwei Jahren an der Macht wird er ermordet, und sein achtjähriger Sohn Josiah wird zum König gemacht (2. Chronik 33,21-24).

Josiah vertraut demütig allein auf Gott. Er zerstört jeden Götzen und jede Kultstätte in Juda und Israel (2. Chronik 34,1-7). Er ersetzt die Wahrsager durch Gottes Priester und gibt den Auftrag zur Erneuerung von Gottes Tempel (2. Chronik 34,8-13). Währenddessen wird eine lange verschollene Abschrift von Gottes Gesetz entdeckt und Josiah vorgelesen. Als Josiah es hört, bricht es ihm das Herz. Trotz seiner Reformen hat Juda gegen alle Gebote Gottes verstoßen und kann dem kommenden Exil nicht entrinnen (2. Chronik 34,14-21). Die Prophetin Hulda bestätigt Josiahs Befürchtungen. Während Josiah selbst verschont bleiben wird, ist Juda verurteilt (2. Chronik 34,22-28). Doch obwohl das Exil unausweichlich ist, sammelt Josiah sein Volk und ruft ganz Juda dazu auf, sich neu Gott und seinen Gesetzen zu verpflichten (2. Chronik 34,29-33).

Um diese erneute Hingabe an Gottes Gesetze zu begehen, feiert Juda das Pessach. Es ist das prägende Fest des Volkes Gottes. Nach dem ersten Pessach war Israel Gottes Königreich geworden und hatte seine Gesetze angenommen. Mit einer Abschrift dieser Gesetze in Händen achtet Josiah darauf, dass jede Einzelheit des Pessach eingehalten wird (2. Chronik 35,1-17). Bemerkenswerterweise war Josiahs Pessach ein Augenblick nationaler Demut und Gläubigkeit, wie man ihn nicht mehr erlebt hatte, seit Israel einen König hatte (2. Chronik 35,18). 

Tragischerweise sind Josiahs letzte Augenblicke vom Stolz seiner Vorfahren geprägt. Gott hatte dem König von Ägypten aufgetragen, Assyrien im Kampf beizustehen, doch Josiah zieht in die Schlacht, um die Ägypter davon abzuhalten, einer Nation zu helfen, die er als Bedrohung für Juda ansieht (2. Chronik 35,20-22). Sofort durchbohrt ein verirrter Pfeil seine Rüstung, und Josiah stirbt an seinem Stolz (2. Chronik 35,23-27).

Wo ist das Evangelium?

Wer sich weigert, auf Gott zu hören, den erwartet unausweichlich Exil und schließlich der Tod. Selbst wenn unser Leben wie das von Josiah von Gehorsam geprägt ist: Wo wir nicht auf Gott hören, kommt Gottes Gericht. Doch die Geschichte von Manasse zeigt uns auch, dass Gott bereit ist zu vergeben und sein Volk in seine Heimat zurückzubringen – selbst nachdem sein Volk untreu geworden ist und selbst während es im Exil lebt.

Im Buch Römer ist der Tod, wie das Exil, die unausweichliche Folge davon, nicht auf Gottes Gebote zu hören (Römer 3,10-18). Und der Apostel Paulus betont dasselbe wie der Chronist: Niemand ist unschuldig, nicht einmal die, die auf Gottes Gebote hören wollen. Doch wenn wir uns wie Manasse vor Gott demütigen und Buße tun für unseren Stolz und unsere Abgötterei, dann bringt Gott uns in sein Reich zurück (Jakobus 4,10; 1. Johannes 1,8-9). Nicht weil wir es verdient hätten – genauso wenig, wie Manasse es verdient hatte. Sondern weil Gott sein Volk liebt. Gott liebt sein Volk so sehr, dass er Jesus gesandt hat, den letzten König, der unser Exil beenden und uns heim zu Gott bringen kann. 

Jeder König Israels hat es am Ende versäumt, auf Gott zu hören und in vollkommener Gläubigkeit zu handeln. Das führte zu persönlichem und nationalem Exil und zum Tod. Doch Jesus war treu und demütig, ohne je zu versagen. Er lieferte sich vollkommen Gottes Barmherzigkeit aus, selbst als Gott ihm auftrug, in das Exil des Todes zu gehen (Philipper 2,8-9). Jesus ist der vollkommene König, der in unser Exil und unseren Tod hineingeht und uns daraus herausführt. Jesus ist der barmherzige Gott, der in das Gefängnis unseres Exils kommt und uns heim zu sich bringt. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der seinem untreuen Volk barmherzig ist. Und mögest du Jesus als den sehen, der demütig in unser Exil gekommen ist, um uns zu Gott zu bringen. 

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