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Andacht

2. Chronik 36

Exil und Rückkehr

In 2. Chronik 36 sehen wir, dass Jesus kam, um unser Exil für immer zu beenden: Indem er sich Gottes Gericht unterwarf und auferstand, um ein Königreich zu errichten, das nicht von dieser Welt ist, besiegte er sowohl den Tod als auch die Rebellion.

Was passiert hier?

Gottes Volk in Juda hat sich schuldig gemacht, weil es alle Gebote Gottes gebrochen hat, und wird schon bald von Babylon ins Exil geführt. Doch trotz ihres Exils und ihrer Sünden verspricht Gott, sein Volk in seine Heimat zurückzubringen. 

Judas nächster König, Joahas, regiert nur drei Monate, bevor er von Ägypten abgesetzt wird. An seine Stelle tritt der Marionettenkönig Jojakim (2. Chronik 36,1-5). Jojakim ist ein böser Mann, der seinem Volk hohe Steuern auferlegt, um seine Schulden bei Ägypten zu bezahlen. Doch schon bald gerät Ägypten selbst unter babylonische Herrschaft: König Nebukadnezar überfällt Jerusalem, plündert den Tempel, führt Jojakim ins Exil und überlässt das zerfallende Königreich seinem Sohn. Der regiert nur drei Monate, bevor er sich feige Babylon ergibt (2. Chronik 36,9-10). 

Daraufhin setzt Babylon den Bruder Jojakims auf den Thron von Juda. Und wie sein Bruder ist er ein böser König, der sich weigert, auf Gott zu hören. Der Prophet Jeremia warnte ihn, dass Babylons Siege über Juda Gottes Handeln waren: Gott erfüllte seine Zusagen, Juda für das Böse zu richten. Statt der babylonischen Unterdrückung Widerstand zu leisten, musste er sich ihr unterwerfen – sonst würde er auch noch den letzten Rest des Königreichs Juda durch Gottes Gericht verlieren. Doch der hartherzige Bruder Jojakims hört nicht und rebelliert gegen Babylon (2. Chronik 36,11-14). Nebukadnezar schlägt zurück: Er lässt die Bewohner Jerusalems niedermetzeln, plündert den Tempel Gottes, brennt die Stadt nieder und führt alle Überlebenden nach Babylon ins Exil (2. Chronik 36,17-20). 

In einer Art Epilog macht der Chronist deutlich, dass diese ganze Tragödie geschah, weil Juda immer wieder nicht auf Gottes Gebote hörte (2. Chronik 36,15-16). Propheten wie Jeremia hatten die Führung Judas daran erinnert, was Gott in seinen Geboten gesagt hatte. Gottes Gesetz hatte klar angekündigt: Wenn sie nicht auf ihn hören, ist die Folge das Exil (5. Mose 29,25-28). In der Zerstörung Jerusalems und im Exil Judas hat Gott genau das getan, was er angekündigt hatte.

Doch Gottes Gesetz hatte auch verheißen, dass er sein Volk nach dem Exil wieder in sein Land zurückbringen würde (5. Mose 30,1-10). Und genau wie Gott es versprochen hatte, ergeht 70 Jahre nach Beginn des Exils ein königlicher Erlass von König Kyrus. Darin erklärt Kyrus, Gott habe ihm die Vollmacht gegeben, Juda nach Jerusalem zurückzuschicken, um dort den Tempel wieder aufzubauen. Und die allerletzten Worte der Chronik sagen Juda: Geht, denn Gott ist immer bei euch (2. Chronik 36,21-23).

Wo ist das Evangelium?

In der ursprünglichen Anordnung des Alten Testaments sind der Erlass des Königs Kyrus, der Juda zum Wiederaufbau seiner Heimat zurückschickte, die allerletzten Worte der hebräischen Bibel. Diese Worte sollen Menschen Hoffnung geben, die aus einem langen Exil in Babylon zurückkehren. Trotz ihres Versagens hat Gott seine Versprechen nicht vergessen. Trotz ihrer Sünden ist Gott bei ihnen. Trotz ihres Exils wird Gott sein Volk immer in sein Königreich zurückbringen. 

Mit dieser Hoffnung vor Augen bauten die Heimkehrer aus dem Exil den Tempel in Juda wieder auf. Doch Juda wurde weiterhin zwischen den politischen Mächten hin- und hergeschoben, bis es schließlich unter römische Herrschaft kam. In gewisser Weise war Gottes Volk noch immer im Exil.

Aber in dieser Zeit politischer Unsicherheit sandte Gott seinen Sohn Jesus als den neuen König für sein Volk – als den, der ihr Exil für immer beenden würde. Jesus kam nicht, um die alten nationalen Grenzen Judas wiederherzustellen, sondern um ein Königreich zu errichten, das nicht von dieser Welt ist (Johannes 18,36). Er kam nicht, um gegen Rom zu kämpfen, sondern gegen die hartherzige Rebellion, die wir alle in uns tragen – gegen Gott und die Gesetze seines Königreichs. Er tat das, indem er sich gehorsam Gott unterwarf – bis hin zu seinem Tod. In seiner Auferstehung kehrte er aus dem Exil des Grabes zurück, nachdem er sowohl den Tod als auch die Rebellion besiegt hatte, die Gottes Volk geplagt hatte. 

Und dann sagt Jesus wie König Kyrus zu uns, seinen Bürgern, dass ihm alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben ist – und dass wir darum losgehen und in allen Völkern der Welt neue Bürger seines Königreichs gewinnen sollen, weil er immer bei uns ist (Matthäus 28,16-20). Jesus beweist: Trotz unseres Versagens bleibt Gott treu und rettet uns. Trotz unserer Sünden ist Gott bei uns. Trotz unseres alten Exils hat Gott uns gesandt, um andere in sein Königreich zu bringen.

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der treu zu seinen Versprechen steht. Und mögest du Jesus als den König sehen, der dich in die Welt gesandt hat, um neue Bürger in Gottes Königreich einzuladen. 

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