Was passiert hier?
Israel steckt mitten in einer Dürre. Es ist eine Naturkatastrophe, die den geistlichen Zustand Israels und seiner Könige widerspiegelt. Gottes Wort bringt Leben, so wie der Regen – doch Israel (und ganz besonders König Ahab) hat Gottes Worte als Quelle des Lebens verworfen (1. Könige 18,18; 16,30). Die Dürre ist ein Tadel dafür, dass Israel Gottes lebensspendendes Wort abgelehnt hat, und darum wird es erst auf das Wort von Gottes Propheten Elia hin wieder über Israel regnen (1. Könige 17,1).
Während der Rest Israels hungert, führt Gott Elia an einen Bach jenseits der Grenzen Israels und versorgt ihn in der Wüste (1. Könige 17,2-3.6). Als der Bach wegen der Dürre austrocknet, verspricht Gott, dass eine Witwe in einer nahen Stadt ihn versorgen wird (1. Könige 17,9). Als er dort ankommt, hat die Dürre sie beinahe verhungern lassen (1. Könige 17,12). Doch auf Gottes Wort in Elias Mund hin vermehrt sich die Nahrung der Witwe, und beide haben zu essen (1. Könige 17,16).
Später stirbt der Sohn der Witwe auf tragische Weise (1. Könige 17,17). Aber in der ersten Auferstehungsgeschichte der Heiligen Schrift wird der Sohn von den Toten auferweckt (1. Könige 17,22). Gottes Wort in Elias Mund bringt Leben, wo alle den Tod erwarteten (1. Könige 17,21). Diese arme, ausländische Witwe erkennt nun, was Israels mächtigster Herrscher nicht erkennen kann: Gottes Wort bringt Leben (1. Könige 17,24).
Also sagt Gott Elia, er solle Ahab entgegentreten und den Regen nach Israel zurückbringen (1. Könige 18,1). Elia schlägt einen Wettstreit zwischen Ahabs falschen Propheten und sich selbst vor (1. Könige 18,23). Der wahre Gott ist derjenige Gott, der auf ihre Schlachtopfer antwortet (1. Könige 18,24). Stundenlang flehen Ahabs Propheten Baal an, doch keine Stimme ist zu hören (1. Könige 18,29). Elia dagegen fleht nicht. Auf sein einfaches Gebet hin spricht Gott durch Feuer (1. Könige 18,38). Anders als Baal ist Gott laut.
Elia tötet die Propheten, die den stummen Gott anbeteten, und der Gott, der spricht, sendet endlich Regen (1. Könige 18,40b.45). Als Ahab seiner Frau Isebel erzählt, was Elia getan hat, droht sie, ihn zu töten (1. Könige 19,2). Elia entkommt nur knapp in die Wüste. Doch Gott begegnet ihm dort und versorgt ihn erneut (1. Könige 19,5-6). Dann macht sich Elia wie einst Mose auf den Weg zum Berg Horeb, der auch Sinai genannt wird (1. Könige 19,8).
Als Gott zu Mose sprach, geschah es durch Donner und Blitz – und Israel wurde durch einen Bund offiziell zu Gottes Volk (2. Mose 19,16). Doch nun hat Gottes Volk diesen Bund verlassen, und Gott spricht zu Elia in einem Flüstern (1. Könige 19,12). Aber auch hier bringen Gottes Worte Leben. Gott beauftragt Elia mit einer neuen prophetischen Aufgabe (1. Könige 19,15-16a). Und Gott sagt Elia, dass er weder Gottes letzter Prophet noch der letzte treue Israelit ist (1. Könige 19,16b.18). Gott wird dem toten Israel noch Leben bringen.
Wo ist das Evangelium?
Israels Dürre beweist: Wer Gottes Wort ablehnt, ruft den Tod herbei. Elias Wunder beweisen: Gottes Worte bringen den Toten Leben. Am Anfang brachten Gottes Worte Licht in die Dunkelheit (1. Mose 1,1). Und der Apostel Johannes sagt uns, dass Gottes lebensspendendes Wort in Jesus Mensch geworden ist (Johannes 1,14).
Jesus nimmt den prophetischen Dienst Elias auf, um der toten Erde Leben zu bringen (Hebräer 1,1-2). Wie Elia wurde Jesus in einer Wüste versorgt, vermehrte Nahrung für die Hungernden, veränderte mit einem Wort das Wetter und ist der einzige weitere Mensch in der Heiligen Schrift, der den Sohn einer Witwe von den Toten auferweckt hat. Wie Elia wurde auch Jesus sowohl von Israel als auch von seinen Führern verworfen (Lukas 23,21). Nachdem Elia verworfen worden war, tröstete Gott ihn mit seiner sanften, leisen Stimme. Doch nachdem Jesus verworfen wurde, schweigt Gott (Markus 15,34).
Gottes Schweigen beweist wie Israels Dürre: Wer Gottes Wort ablehnt, ruft den Tod herbei. Doch Gottes Wort, das Mensch geworden ist, bringt Leben – selbst in die Gräber. Wie der Sohn der Witwe steht Jesus von den Toten auf. Heller als eine Feuersäule und lauter als ein Flüstern verkündet das leere Grab des Wortes laut die Frohe Botschaft vom ewigen Leben für alle, die Jesus bei seinem Wort nehmen.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, dessen Wort Leben bringt. Und mögest du Jesus als das Wort sehen, das Mensch geworden ist und der ganzen Welt Leben bringt.

