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Andacht

1. Mose 22-23

Die Opferung Isaaks

In 1. Mose 22-23 sehen wir, dass Jesus der Sohn ist, den Gott nicht davor bewahrt, geopfert zu werden.

Was passiert hier?

Nach Jahrzehnten des Wartens ist der verheißene Sohn endlich geboren. Isaak ist Abrahams einziger Sohn, das Kind, durch das alle Zusagen Gottes in Erfüllung gehen sollen (22,2). Und dann, in einem der erschütterndsten Momente der Heiligen Schrift, befiehlt Gott Abraham, Isaak auf den Berg Morija zu bringen und ihn dort als Brandopfer darzubringen.

Das scheint undenkbar. Gott verurteilt Kinderopfer in der ganzen Bibel durchgängig (Levitikus 18,21; Jeremia 7,31). Er hatte niemals vor, dass Abraham Isaak etwas antut. Es ging bei dieser Prüfung nicht um den Tod – es ging um Vertrauen. Würde Abraham darauf vertrauen, dass Gott durch Isaak Leben in die Welt bringt, selbst dann, wenn der Tod das unmöglich zu machen schien?

Abrahams Vertrauen zeigt sich in den Einzelheiten. Als er zum Berg aufbricht, sagt er seinen Knechten: „Wir werden Gott anbeten und dann zu euch zurückkommen“ (22,5). Abraham glaubte fest daran, dass er und Isaak beide zurückkehren würden. Als Isaak fragt, wo das Lamm für das Opfer sei, antwortet Abraham: „Gott selbst wird für das Lamm sorgen“ (22,8). Abraham vertraute darauf, dass Gott für Leben sorgen würde, selbst wenn sein Sohn starb – denn Gott hatte versprochen, dass das Leben durch Isaak kommen würde.

Wichtig ist auch, welche Art von Schlachtopfer Gott verlangte. Es war ein Brandopfer: Etwas vom höchsten Wert wird ganz und gar Gott gegeben, ohne dass man etwas für sich selbst zurückbehält. Es war ein Zeichen völliger Hingabe und Liebe zu Gott. Bei Abrahams Prüfung ging es um Hingabe und Vertrauen, nicht darum, ob Gott tatsächlich den Tod eines Kindes wollte.

Im allerletzten Augenblick hält Gott Abraham zurück. Ein Schafbock hat sich im Gebüsch verfangen, und Abraham opfert ihn stattdessen. Abrahams Worte erweisen sich als wahr: Gott sorgt vor.

Der Rest der Geschichte zeigt, was diese Prüfung bewirkt hat. Am Ende von Kapitel 22 bekommen Abrahams Verwandte plötzlich Kinder in großer Zahl (22,20–24). Es ist die erste sichtbare Erfüllung von Gottes Zusage, Abrahams Familie fruchtbar zu machen. Doch Kapitel 23 konfrontiert uns erneut mit dem Tod. Sarah, die Frau, deren Leib Gott einst mit Leben gefüllt hat, stirbt nun (23,2). Abraham besteht darauf, den Hetitern ein Stück Land als Grabstätte für sie abzukaufen. Obwohl sie es ihm schenken wollen, zahlt Abraham den vollen Preis. Selbst im Tod setzt Abraham ein Zeichen des Vertrauens: Das ist das Land, das Gott seiner Familie versprochen hat, und Gott wird wieder Leben aus dem Tod hervorbringen.

Wo ist das Evangelium?

Diese Geschichte weist uns auf Jesus hin, den wahren Sohn der Verheißung. Wie Isaak ist er der geliebte Sohn, durch den Leben und Segen in die Welt kommen. Doch anders als Isaak wurde Jesus nicht verschont. Freiwillig gab er sich selbst als ganzes Opfer der Liebe und Hingabe an den Vater (Johannes 10,17–18).

Was Abraham nicht tun konnte, hat Gott getan. Gott sorgte nicht nur für einen Schafbock, sondern gab seinen eigenen Sohn, der sich ganz und gar hingab. In Jesus beweist Gott seine Treue zum Bund – das Leben wird durch Abrahams Familie kommen, selbst wenn es bedeutet, durch den Tod selbst hindurchzugehen.

Und so wie in Abrahams Familie nach der Prüfung das Leben hervorbrach, so bricht das Leben aus der Auferstehung Jesu hervor. Der Tod Sarahs ist nicht das Ende der Geschichte, genauso wie der Tod Jesu nicht das Ende ist. Beide weisen voraus auf Gottes Macht, Leben aus dem Tod hervorzubringen und die Erde mit einem Volk zu füllen, das ihm vertraut.

Für uns bedeutet das Hoffnung. Wie Abraham leben wir in der Spannung zwischen Gottes Zusagen und der Realität des Todes. Doch in Jesus sehen wir: Gott sorgt vor. Er wird es nicht versäumen, Leben zu erwecken, seinem Volk ein Erbe zu geben und die Welt mit seinem Segen zu füllen.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der für Leben sorgt, selbst wenn der Tod zu gewinnen scheint. Und mögest du Jesus als den geliebten Sohn sehen, der sich in Liebe völlig hingegeben hat, durch den Gott Leben aus dem Tod hervorbringt und seine Zusagen für die ganze Welt erfüllt.

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