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Andacht

2. Johannes

Falsche Lehrer

Im 2. Johannesbrief sehen wir: Durch sein Kommen und durch sein Kreuz hat Jesus einer Welt, die durch eine Lüge unter den Fluch geraten ist, die Wahrheit gesagt.

Was geschieht hier?

Lügen waren immer schon die größte Bedrohung für Gottes Volk, und in seinem zweiten Brief warnt Johannes eine Kirche davor, die er liebevoll seine auserwählte Frau und ihre Kinder nennt (2. Johannes 1). In vielerlei Hinsicht fasst er in einem einzigen Kapitel zusammen, was er in seinem vorherigen Brief in fünf Kapiteln erklärt hat. 2. Johannes ist eine apostolische Auffrischungsimpfung für eine Kirche, die Fürsorge braucht.

Wie schon zuvor erinnert Johannes die Kirche daran, einander zu lieben und Gottes Gebote zu halten (2. Johannes 5-6). Er warnt sie vor Verführern, die leugnen, dass Jesus als Mensch gekommen ist (2. Johannes 7). Und er betont: Wer nicht so lebt, wie Jesus es gelehrt hat, hat Gott nicht (2. Johannes 9). Die Gabe der Kraft des Vaters und die Gegenwart des Sohnes werden nur denen geschenkt, die in dem Evangelium bleiben, das Johannes verkündet hat, und in den Geboten, die Jesus gegeben hat. Johannes nennt das: in der Wahrheit leben (2. Johannes 1-2).

Darum ist es unbedingt notwendig, dass diese Kirche keine Pastoren oder Lehrer aufnimmt, die das Evangelium ablehnen und einen anderen Lebensweg lehren (2. Johannes 10). Menschen, die zur Wahrheit gehören, sollen gefährliche Lügen zurückweisen. Denn Lügen können dieser besonders auserwählten Frau und ihren Kindern den vollen Lohn rauben, der in Gottes Wahrheit und im ewigen Leben besteht (2. Johannes 8). Johannes warnt außerdem: Wer diesen Verführern in seinen Kirchen eine Plattform bietet, macht sich an ihrem Betrug und an ihrer Bosheit mitschuldig (2. Johannes 11).

Abrupt beendet Johannes seinen Brief und hofft, wie ein fürsorglicher Vater, dass Papier und Feder schon bald einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht weichen (2. Johannes 12).

Wo ist das Evangelium?

Lügen waren immer schon die größte Bedrohung für Gottes Volk. Im Garten Eden war es eine Lüge, die Gottes erste auserwählte Frau, Eva, dazu brachte, ihre Treue zu Gott und zu seinen Geboten aufzugeben (1. Mose 3,4.13). Wie die Antichristen zur Zeit des Johannes raubte ihr die Schlange den vollen Lohn von Eden, machte sie am Bösen des Verführers mitschuldig und verspielte das ewige Leben mit Gott (1. Mose 3,23). Die Versuchung, falschen Evangelien eine Plattform zu bieten, falsche Erzählungen zu dulden und betrügerischen Lehrern Gehör zu schenken, gehört zu den ursprünglichen Verfehlungen der Menschheit. Und ganz gleich, wie weit wir von der Welt von 1. Mose entfernt sind: In einer Welt voller Lügen an der Wahrheit festzuhalten, bleibt ein Problem, das niemals verschwindet.

Aber die Frohe Botschaft ist: Die Wahrheit hat schon gesiegt, und sie wird wieder siegen. Gott hat Eva versprochen, dass die Wahrheit eines Tages die Lüge des Verführers zertreten wird (1. Mose 3,15). Und am Kreuz und durch seine Auferstehung zeigt Jesus, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Johannes 14,16). Kein Wunder, dass die kennzeichnende Lehre dieser Antichristen darin besteht, zu leugnen, dass Jesus als Mensch gekommen ist (2. Johannes 7; 1. Johannes 2,22a). Die beste Taktik, die der alte Verführer und seine Kinder haben, ist zu leugnen, dass es überhaupt geschehen ist (Johannes 8,44).

Es ist bezeichnend, dass der Apostel Johannes im Buch der Offenbarung die gesamte Geschichte von Gottes Volk als Konflikt zwischen einem verführerischen Drachen und einer auserwählten Frau und ihren Kindern beschreibt (Offenbarung 12,1.4b). Und noch bezeichnender ist, dass Gottes Volk den Verführer besiegt – durch das Blut Jesu, das die Antichristen leugnen, und durch das wahrhaftige Zeugnis, das die Verführer nicht zugeben können (Offenbarung 12,11).

Durch sein Kommen und durch sein Kreuz hat Jesus einer Welt, die durch eine Lüge unter den Fluch geraten ist, die Wahrheit gesagt. Und die Wahrheit lautet: Wir werden gewiss nicht sterben, sondern haben ewiges Leben – allein in Gott und allein durch Jesus (Johannes 3,16). Und schon bald, wenn Jesus zurückkommt, wird jede Lüge zum Schweigen gebracht, jede Versuchung wird enden, und nur die Wahrheit und das Leben werden übrig bleiben.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der die Wahrheit ist. Und mögest du Jesus als den erkennen, der durch sein Kommen und sein Kreuz die Lügen des Verführers besiegt.

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