Was passiert hier?
Johannes möchte, dass alle, die seinen Brief lesen, wissen: Sie haben ewiges Leben in Jesus – und zwar ganz konkret Leben in Jesu blutigem Tod (1. Johannes 5,13). Doch das ist für einige falsche Lehrer ein Ärgernis. Sie behaupten, Augenzeugen eines „geistlicheren Evangeliums“ zu sein, in dem Jesus weder im Fleisch gekommen ist noch einen blutigen Tod gestorben ist. Indem sie leugnen, dass Jesus in Fleisch und Blut gekommen ist, leugnen die falschen Lehrer, dass es in Jesus ewiges Leben gibt – und sie machen Gott zum Lügner (1. Johannes 5,10).
Aber Johannes sagt: Sein Evangelium hat zuverlässigere Augenzeugen (1. Johannes 5,9). Sein Evangelium wird bezeugt vom Vater, vom Sohn, vom Heiligen Geist und vom leeren Grab. Das Zeugnis, das Jesus verkündet, ist nicht spekulativ oder bloß geistlich, sondern wirkliches Leben aus dem leiblichen Tod – in ihm (1. Johannes 5,11). Deshalb, sagt Johannes, ist Jesus durch Wasser und Blut gekommen (1. Johannes 5,6). Das sind Hinweise auf Jesu zwei Taufen: die Taufe am Anfang seines Dienstes, als der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn herabkam und Gott bezeugte, dass Jesus sein Sohn ist – und die Taufe im Blut, die Jesus am Kreuz durchlitt, wo er unsere Sünde tötete und Gott ihn von den Toten auferweckte (Markus 10,38). Im Gegensatz zum Zeugnis der falschen Lehrer verkündet das Zeugnis der Taufe Jesu, seines Todes und des Heiligen Geistes: Gott ist in einem Leib gekommen, ist einen blutigen Tod gestorben und ist auferstanden (1. Johannes 5,7-8). Und derselbe Heilige Geist, der Jesus von den Toten auferweckt hat, lebt jetzt in uns und sichert ewiges Leben mit Gott für immer.
Wo ist das Evangelium?
Johannes möchte, dass alle, die seinen Brief lesen, wissen: Sie haben ewiges Leben in Jesus (1. Johannes 5,13).
Und es geht ihm um mehr als das Wissen, dass unser Leben endlos weitergeht: Johannes will, dass wir wissen, dass unser Leben von der Kraft Gottes geprägt sein wird. Johannes sagt: Wenn wir im Gebet um etwas bitten, das seinem Willen entspricht, dann hört Gott und wird es uns geben (1. Johannes 5,14-15). Ewiges Leben bedeutet nicht bloß, lange zu leben – ewiges Leben beginnt jetzt, weil Gott in uns lebt und unsere Gebete immer hört.
Und Johannes lässt sich keine Hintertür offen, wenn er vom Gebet spricht. Er sagt nicht, Gott könnte uns geben, worum wir bitten, sondern dass er es tun wird. Selbst unsere Gebete für Brüder und Schwestern, die auf den Tod zugehen, werden mit dem Geschenk des Auferstehungslebens beantwortet (1. Johannes 5,16). Anders als die falschen Lehrer behaupten, ist der Gott, der gestorben ist, der Gott des Lebens – und durch uns schenkt er sogar anderen Leben. Wir beten erfüllt vom Leben und von der Kraft Jesu, denn wie Jesus sind wir aus Gott geboren (1. Johannes 5,18).
Johannes beendet seinen Ermutigungsbrief, indem er uns an die Wahrheit erinnert: Jesus ist der wahre Gott und das ewige Leben (1. Johannes 5,20). Nur im Leib Jesu ist die Liebe, die unsere Sünde bedeckt; nur in Jesu blutigem Tod ist Auferstehung. Alle anderen Evangelien sind minderwertig – sie sind nur menschengemachte Götzenbilder geringerer Gottheiten (1. Johannes 5,21). Es gibt nur einen Ort, an dem man Leben und Liebe findet – und das ist in Jesus.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der durch Wasser und Blut gekommen ist. Und mögest du in Jesus den sehen, der ewiges Leben und Liebe im Fleisch ist.


