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Andacht

2. Könige 5

Naaman, der Aussätzige

In 2. Könige 5 sehen wir: Durch die Worte Jesu und das Wasser seiner Taufe werden wir geheilt und gerettet – so wie Naaman.

Was passiert hier?

Elisa ist kurz davor, den aussätzigen Naaman zu heilen, einen reichen syrischen Heerführer (2. Könige 5,1). Doch es ist wichtig zu wissen, dass diese Geschichte eine Fortsetzung ist. Kurz zuvor hat Elisa den Sohn einer reichen Frau aus Schunem von den Toten auferweckt, und Naamans Geschichte hat eine ähnliche Besetzung: Elisa, Gehasi, ein kleines Kind und eine reiche Person. In beiden Geschichten treten Diener als Vermittler zwischen Elisa und den Notleidenden auf. Der Sohn der Frau aus Schunem niest sieben Mal, als er von den Toten auferweckt wird, und Naaman wird rein, nachdem er sieben Mal im Jordanfluss untergetaucht ist. Gehasi wird in beiden Geschichten als untreu dargestellt. Und die Frage „Ist alles in Ordnung?“ wird in beiden Erzählungen mit mehr oder weniger Täuschung beantwortet. Solche Wiederholungen steigern unsere Erwartung, was Elisa und Gott als Nächstes tun könnten.

Wenn Gott den Sohn der Frau aus Schunem auferweckt, wissen wir: Gott schenkt seinem Volk Leben. Doch wenn Gott den Aussatz eines Syrers heilt, wissen wir: Gott schenkt allen Menschen Leben.

Ein kleines Mädchen sagt Naaman, er solle zu dem Propheten Elisa nach Israel reisen und ihn um Heilung von seinem Aussatz bitten (2. Könige 5,3). Also bittet Naaman den König von Israel, ihn mit Elisa in Verbindung zu bringen (2. Könige 5,5). Doch der König von Israel ist überzeugt, dass die ganze Sache eine Falle ist, und kommt nicht auf den Gedanken, Naaman zum Propheten Elisa zu schicken (2. Könige 5,7). Spöttisch fragt er: „Bin ich denn Gott? Kann ich töten und lebendig machen?“ Elisa bekommt davon Wind und lässt dem König sagen, er solle Naaman zu ihm schicken. Bald werden sowohl Israels König als auch Naaman wissen, dass es in Israel einen Propheten Gottes gibt (2. Könige 5,8).

Naaman erwartet, für sein Wunder zu bezahlen, und er erwartet, dass Elisa ihn mit einer Handbewegung heilt (2. Könige 5,11). Doch Elisa weigert sich, sein Haus zu verlassen. Er schickt einen Boten, der Naaman sagen soll, er müsse sich sieben Mal im Jordanfluss waschen (2. Könige 5,10). Naaman stürmt wütend davon. Er ist nicht nach Israel gekommen, um in ihren schmutzigen Flüssen zu baden und dabei ignoriert zu werden (2. Könige 5,12). Doch verzweifelt tut er es trotzdem – und seine Haut und seine Seele werden neu geboren (2. Könige 5,14).

Naaman kehrt zu Elisa zurück, überzeugt, dass dieser ein Prophet ist – aber noch mehr davon, dass Gott der einzige Gott auf der ganzen Erde ist (2. Könige 5,15). Naaman will Elisa für seine Dienste bezahlen, doch der lehnt ab (2. Könige 5,16). Elisa will nicht den Ruhm für etwas einstreichen, was Gott umsonst tut. Als Zeichen seines neuen Glaubens belädt Naaman seine Maultiere mit Erde aus Israel, damit sie ihn in Syrien daran erinnert, dass der wahre Gott der Gott Israels ist (2. Könige 5,17).

Der aussätzige Naaman kam nach Israel, beladen mit dem, was ein Wunder seiner Meinung nach kosten würde – und lernte, dass Gottes Reinigung nichts kostet. Doch Gehasi läuft Naaman nach und lügt, um zu bekommen, was er für eine angemessene Bezahlung für ein Wunder hält (2. Könige 5,22). Gehasi will aus Gottes Kraft Gewinn schlagen. Darum gibt Gottes Prophet Gehasi genau den Aussatz, für den er Geld verlangen wollte (2. Könige 5,27).

Wo ist das Evangelium?

Gott ist der Gott, der tötet und lebendig macht. Er heilt Aussätzige, und er lässt Aussatz entstehen. Er reinigt umsonst, und er macht die unrein, die aus seiner Kraft Gewinn schlagen wollen. Wie verzweifelt oder widerwillig einer auch kommt, ob Syrer oder Frau aus Schunem: Heilung gilt allen, die dem Gott Israels vertrauen.

Gott ist heute nicht weniger mächtig oder gnädig. Wie Elisa hat Jesus Tote auferweckt und Aussätzige rein gemacht. Er heilte für römische Zenturionen genauso wie für jüdische Hausfrauen. Und als Jesu Jünger einem Mann begegnen, der die Kraft Gottes kaufen will, wird er für seine Anmaßung verflucht (Apostelgeschichte 8,20). Gott ist noch immer der Gott, der tötet und lebendig macht. Gott ist noch immer der Gott der freien Gnade für alle Menschen.

Und wie Naaman dürfen wir zu Gottes letztem Propheten kommen und neu geboren werden. Durch die lebendigen Worte Jesu und durch das Wasser seiner Taufe werden wir geheilt und gerettet (1. Petrus 1,23; Titus 3,5). Im Wasser werden wir von dem gereinigt, was uns unrein macht, und unsere Sünden werden uns vergeben. Im Wasser begräbt Gott unser altes Leben und weckt uns von den Toten auf zu einem neuen Leben (Römer 6,4). Wie bei Naaman können unsere Haut und unsere Seele neu geboren werden – nicht durch Elisa im Jordan, sondern durch Jesu Wort und seine Taufe.

Komm also zum Wasser – nicht mit Gold oder guten Werken, sondern mit deinem Aussatz und deiner Sünde. Komm bereit, durch die Worte Jesu gewaschen und für immer rein gemacht zu werden.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der tötet und lebendig macht. Und mögest du in Jesu Worten und in seiner Taufe deine Erlösung sehen, die dich nichts kostet.

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