Was passiert hier?
Eine Gruppe falscher Lehrer verdreht Gottes Wort und behauptet, Jesus sei schon endgültig auf die Erde zurückgekehrt (2. Timotheus 2,18). Diese Lehren haben die Bereitschaft der Kirche untergraben, Leid mitzutragen und gute Werke zu tun (2. Timotheus 2,21b). Paulus nennt diese Lehre albern, leeres Geschwätz und unwissend (2. Timotheus 2,16a und 23). Wie Wundbrand zur Amputation zwingt, ist diese Lehre eine fortschreitende Infektion, die alle zugrunde richtet, die auf sie hören (2. Timotheus 2,14). Aber Timotheus soll sich nicht entmutigen lassen. Falsche Lehrer hat es immer gegeben, und die Lösung ist immer dieselbe: Gottes Wort recht handhaben, auslegen und erklären (2. Timotheus 1,15).
Und als Beispiel vergleicht Paulus Timotheus mit einem bedrängten Mose. Mit einem Zitat aus dem Buch Numeri (auch: Buch der Zahlen) erinnert Paulus Timotheus an einen Anführer namens Korah, der sich gegen Gottes Wort stellte, das Mose die Vollmacht zur Leitung gab (4. Mose 16,3). Doch Gottes Wort bestätigte Moses Leitung, amputierte die Aufrührer aus der Gemeinschaft Israels und machte offenbar, wer wirklich auf Gott hörte (4. Mose 16,5). Korahs Aufstand zerstörte Israel nicht, sondern reinigte es. Timotheus darf zuversichtlich sein: Seine Leitung wird bestätigt und seine Leute werden gereinigt werden, wenn er auf Gottes Wort steht (2. Timotheus 2,19).
Denselben Gedanken macht Paulus dann mit einem Vergleich deutlich. Timotheus ist wie das feine Porzellan eines vornehmen Anwesens: für seinen Besitzer brauchbar für den besonderen Zweck, für den er ausgewählt wurde (2. Timotheus 2,20). Timotheus ist dazu ausgewählt, Gottes Haus zu reinigen, und er muss mit diesen falschen Lehrern so umgehen, wie Gottes Wort es verlangt (2. Timotheus 2,21). Erstens, indem er sich weigert, mit ihnen nach ihren Spielregeln zu streiten (2. Timotheus 2,23). Und zweitens, indem er ihnen freundlich, sanft und geduldig begegnet (2. Timotheus 2,23-24). Paulus ist gewiss: Diese sanfte Zurechtweisung, die zum Hören auf Gottes Wort führt, wird jene retten, die in den Lügen gefangen sind, die sie selbst lehren (2. Timotheus 2,25-26).
Das wird für Timotheus schwer sein (2. Timotheus 3,1). Die Selbstsucht und Arroganz anderer wird nicht so bald aufhören (2. Timotheus 3,2-4). Immer wieder wird er Menschen begegnen, die sich zu Jesus bekennen, aber nur nach ihren eigenen Bedingungen, und die leugnen, dass er die Macht hat, ihnen zu sagen, wie sie leben sollen (2. Timotheus 3,5). Wie die beiden ägyptischen Zauberer, die sich Mose widersetzten, werden falsche Lehrer sich dem Wort Gottes, das sein Volk von seiner Sünde befreit, niemals nicht widersetzen (2. Timotheus 3,13).
Aber Paulus erinnert Timotheus daran, dass er ihn treu durch schlimmere Prüfungen hindurch begleitet hat (2. Timotheus 3,10-11). Timotheus folgt ja schon von Kindheit an treu den Lehren der Heiligen Schrift (2. Timotheus 3,14-15). Und dieselbe Heilige Schrift, die ihn zu dem Mann gemacht hat, der er heute ist, wird auch seine Kirche schulen, zurechtweisen und für gute Werke bereit machen (2. Timotheus 3,16-17).
Wo ist das Evangelium?
Zweimal vergleicht Paulus Timotheus mit einem bedrängten Mose. Und zweimal erinnert Paulus Timotheus daran, dass Gläubigkeit gegenüber Gottes Wort die Lösung für diesen Widerstand ist. Die Frohe Botschaft für Nachfolger von Jesus, die von Widerstand gegen Gottes Kirche, von Selbstsucht und falscher Lehre umgeben sind, ist der endgültige Sieg des Wortes Gottes. Gottes Wort ist Gottes eigener Atem (2. Timotheus 3,16). Und wenn treue Männer und Frauen Gottes Wort lehren, atmet Gottes Atem neues Leben in bedrängte Kirchen, Familien und Menschen, die zugerüstet werden müssen. Gottes Wort hat die Kraft, zu tun, was wir brauchen (Hebräer 4,12)!
Und Gottes Wort ist auch Mensch geworden (Johannes 1,14). Jesus war erfüllt von Gottes eigenem Atem. Und Jesus wurde von den Mächten der römischen Regierung, einer selbstsüchtigen Religion und des Todes bekämpft, und doch hat er über sie alle gesiegt (Kolosser 2,15). Jesu Auferstehung beweist die unvergängliche Kraft von Gottes Wort. Es gibt keine wirkliche Bedrohung für die Festigkeit von Gottes Haus oder für das Fundament seiner Kirche (Matthäus 16,18). Und nun lebt das Wort Gottes nicht nur auf einer Seite, die wir lesen, sondern es lebt in uns durch Gottes Geist (Johannes 20,22). Wir sind erfüllt vom Atem Gottes und können die Wahrheit erkennen und Gottes Wort anwenden, jedes Mal, wenn wir Widerstand erfahren (Johannes 16,13).
Lass dich also nicht von den ständigen Angriffen auf Gottes Kirche entmutigen. Gottes Wort hat den Tod besiegt. Gottes Wort erfüllt uns. Und wir sind zugerüstet für jede Herausforderung und jedes gute Werk.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der spricht. Und mögest du Jesus als Gottes Wort sehen, das Mensch geworden ist und nun in dir lebt.

