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Andacht

Heilige Woche

Heiliger Montag

Der Heilige Montag erinnert an den Tag, als Jesus mit einer selbstgemachten Peitsche in der Hand in den Tempel von Jerusalem kam.

Vor 1600 Jahren begannen Christen, die letzten Tage im Leben Jesu „Heilige Woche“ zu nennen. Der Heilige Montag erinnert an den Tag, als Jesus mit einer selbstgemachten Peitsche in der Hand in den Tempel von Jerusalem kam (Johannes 2,15).

Der Tempel sollte ein Ort sein, an dem Pilger aus der ganzen Welt zusammenkommen, Schlachtopfer darbringen und Vergebung von Gott empfangen konnten. Doch die religiöse Führungsschicht hatte entschieden, dass der Tempelvorhof – ein Bereich, der normalerweise Nichtjuden zur Anbetung Gottes vorbehalten war – gleichzeitig als Viehmarkt für Opfertiere dienen sollte. Das sicherte der jüdischen Elite, die die Märkte kontrollierte, strengere Kontrolle und höhere Gewinne – auf Kosten der nichtjüdischen Pilger, die dadurch keinen Ort mehr zur Anbetung hatten. Statt Gebeten in Sprachen aus aller Welt war der Tempel erfüllt vom Gebrüll der Tiere, vom Feilschen der Händler und vom Gestank von Mist. Die Anbetung der Völker wurde geopfert, damit sich einige die Taschen füllen konnten. Voller Zorn wirft Jesus Tische um und hindert die Händler daran, durch den Vorhof zu gehen – eine direkte Herausforderung an die Prioritäten der religiösen Führungsschicht von Jerusalem (Markus 11,15-16).

Nun, da ihm alle zuhören müssen, zitiert Jesus die Propheten Jesaja und Jeremia und sagt: „Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus soll für alle Völker ein Haus des Gebets sein‘? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ (Markus 11,17). Die Menge erkennt die Wahrheit in Jesu Worten. Israels religiöse Führung hat die Anbetung der Nichtjuden für Geld an den Rand gedrängt. Der Tempel sollte ein Ort sein, an dem alle Menschen Gottes Gegenwart und Vergebung erfahren – und genau das wird ihnen gestohlen. Öffentlich entlarvt und in die Enge getrieben, plant die religiöse Elite, Jesus zu töten (Markus 11,18).

Doch Jesus ist nicht nur ein Prophet, der Korruption aufdeckt. Jesus handelt mit Vollmacht. Er nennt den Tempel „mein Haus“. Ein Grund für sein so dramatisches Handeln ist, dass er Gott ist – und Gott hat das Recht, seinen Tempel zu verändern, zu kritisieren und sogar abzureißen, wenn er es will (Johannes 2,18-22).

Der Heilige Montag ist Frohe Botschaft, weil Jesus ankündigt, dass er gekommen ist, um Gottes Tempel seiner ursprünglichen Bestimmung zurückzugeben. Der Tempel sollte ein Ort sein, an dem alle Menschen Schlachtopfer darbringen und Vergebung empfangen konnten. So beweist Jesus am Guten Montag durch sein Handeln, dass er einem Tempelsystem, das Gier und ethnischem Stolz verpflichtet ist, ein Ende setzen wird – damit ein besserer Tempel entstehen kann, der die Völker nie mehr ausschließt. Und Jesus selbst ist dieser erneuerte Tempel. Sein Körper ist unser Tempel. In ihm wird allen Menschen Vergebung angeboten. Und in ihm gibt es keinen Platz für Händler oder Geld, denn seine Vergebung ist umsonst.

Doch wenn Jesus dem Kaufen und Verkaufen von Opfertieren ein Ende setzt, besiegelt er nicht nur das Ende eines korrupten Systems; er bietet sich selbst auch als ein anderes Schlachtopfer an. Die Tische umzuwerfen ist auch Jesu Art zu sagen, dass er bereit ist, das Schlachtopfer zu sein, das allen Völkern die Vergebung Gottes schenkt.

Darum bete ich, dass du an diesem Heiligen Montag Jesus als deinen neuen Tempel annimmst und als das Schlachtopfer, das ohne Gegenleistung Menschen aus allen Völkern Gottes Vergebung schenkt. 

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