Was geschieht hier?
Psalm 23 ist ein Psalm des Trostes. David stellt sich Gott als einen liebevollen Hirten vor und sich selbst als eines seiner Lämmer (Psalm 23,1). Unter seiner Fürsorge ist David gewiss, dass er alles haben wird, was er braucht.
So wie ein Lamm zu Futter und Wasser geführt werden muss, wenn es in den Wüsten Israels umherirrt, führt Gott David zu den seltenen Wiesen mit grünem Gras und zu stillen Wassern (Psalm 23,2). Gottes sanfte Führung als Hirte gibt David seine volle Lebenskraft zurück und sorgt dafür, dass er die richtigen Wege wählt (Psalm 23,3).
Gott hütet David nicht nur, weil er ihn liebt, sondern um seines eigenen Namens willen (Psalm 23,3). Dass er David auf Wegen der Rechtschaffenheit führt, gehört zu Gottes Wesen. Und David ist gewiss, dass Gott es niemals versäumen wird, ihn zu führen – selbst wenn das bedeutet, ihn mutig durch die bedrohlichsten Orte zu führen (Psalm 23,4a). Gott wird ganz sicher mit seinem Stock die Raubtiere vertreiben und mit seinem Stab den Weg weisen. In Gottes Gegenwart hat David keinen Grund zur Furcht (Psalm 23,4b).
Wie ein großzügiger Gastgeber für seine Ehrengäste kämpft Gott für ihren Schutz, damit sie ein Festmahl halten und Wein trinken können, selbst wenn sie von Feinden umgeben sind (Psalm 23,5).
David weiß: Mit Gott sind es nicht Feinde, die ihm nachstellen, sondern Güte und Barmherzigkeit (Psalm 23,5a). Am Ende wird Gott, der Hirte, ihn dorthin führen, wo er für immer in seiner großzügigen und schützenden Gegenwart wohnen darf (Psalm 23,6).
Wo ist das Evangelium?
Jesus bezeichnet sich selbst als den Hirten von Psalm 23 (Johannes 10,14). Und seine Jünger nennt er Lämmer, die Schutz und Versorgung brauchen (Lukas 12,32). Als Menschenmengen zu ihm kamen – krank, leidend und auf Nahrung angewiesen –, sah Jesus sie so, wie David sich selbst gesehen hatte: als Schafe, die einen Hirten brauchen (Matthäus 9,36). Er deckte buchstäblich einen Tisch und speiste 5.000 Männer und ihre Familien an den stillen Wassern von Galiläa (Johannes 6,11).
Jesus ist der gute Hirte, der für seine Herde sorgt und sie führt. Und so wie Davids Hirte durch das Tal des Todes ging, um seinen Schafen in seiner Gegenwart ein Festmahl zu bereiten, so tut es auch Jesus.
Als Jesus in das Tal seines Grabes hinabging, vertrieb sein Stock die Raubtiere Sünde und Tod (1. Petrus 5,8). Und als Jesus aus seinem Grab heraustrat, weist sein Stab darauf hin, dass es in ihm ein Festmahl des Lebens gibt. Und nun, da Jesus von den Toten auferstanden ist, folgt uns sein Geist alle Tage unseres Lebens (Johannes 14,26). Jesus ist unser Hirte; Gottes Haus der Güte und Barmherzigkeit wohnt nun in uns (Epheser 2,22). Weil Jesus unser Hirte ist, dürfen wir für immer in Gottes großzügiger und schützender Gegenwart leben.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der unser Hirte ist. Und mögest du Jesus als den guten Hirten sehen, der in das Tal des Todes hineingeht, damit du für immer mit ihm leben kannst.

