Was geschieht hier?
Durch Salomos weise Herrschaft beginnt Gott, das Versprechen zu erfüllen, das er Abraham gegeben hat. Schon ganz am Anfang, im 1. Buch Mose, versprach Gott Abraham, dass seine Nachkommen zu einem Volk werden würden, das die ganze Welt segnet (1. Mose 12,1-3). Jetzt regiert Salomo weise über ein Volk von Abrahams Nachkommen, das Israel heißt. Und er hat gerade darum gebetet, dass Gottes Tempel ein Ort sein möge, an den alle Völker kommen können, um Gott ihre Nöte zu bringen, und wo er ihre Gebete erhört (2. Chronik 6,32-33). Endlich geht Gottes Versprechen an Abraham durch Salomos weise Herrschaft in Erfüllung.
Nachdem Salomo den Tempel und seinen eigenen Palast gebaut hat, beginnt er, die Welt um sich herum aufzubauen und zu segnen. Der König von Tyrus schenkt Israel mehrere Städte, und eine nach der anderen baut Salomo diese einst fremden Gebiete zu Festungen aus (2. Chronik 8,1-3). Salomo zieht nie in den Krieg. Stattdessen erweitert er seine Grenzen durch eine Eroberung der Weisheit, indem er auf Gott hört. Er treibt internationale Bauprojekte voran und lässt eine Flotte von Schiffen bauen, um Israels Einfluss immer weiter über die Welt auszudehnen (2. Chronik 8,5-10 und 16-18). Als Höhepunkt erfahren wir, dass Salomos Frau eine Ägypterin ist und sie hinauf in Salomos Palast geholt wird, um dort zu wohnen, direkt neben Gottes Tempel – ein weiterer Beweis dafür, dass Salomos weise Herrschaft nicht nur Israel, sondern der ganzen Welt Segen bringt (2. Chronik 8,11).
Salomos Begegnung mit der Königin aus dem fernen Land Saba macht dasselbe deutlich. Sie erlebt Salomos Reichtum und Weisheit aus erster Hand und ist überwältigt (2. Chronik 9,1-4). Sie kommt zu dem Schluss, dass nur Israels Gott all das bewirkt haben kann, was sie gesehen hat. Sie beugt sich dem Reich, das Gott gerade aufbaut, und bringt Salomo Tribut (2. Chronik 9,5-9). Doch Salomo schickt diese fremde Königin mit mehr Schätzen und Geschenken nach Hause, als sie bei ihrer Ankunft mitgebracht hatte (2. Chronik 9,12).
Salomos Reich wächst weiter – durch Weisheit, nicht durch Krieg. Könige aus aller Welt suchen Salomos Weisheit und bringen ihm dafür Tribut (2. Chronik 9,13 und 20-24). Der Frieden, den Salomo gesichert hat, ist so vollkommen und sein Reichtum so gewaltig, dass er sowohl seinen Thron als auch sogar seine Schilde aus Gold anfertigen lässt (2. Chronik 9,15-19). Gold ist als Metall zu kostbar und zu weich, um damit in den Krieg zu ziehen. Beides ist ein Sinnbild dafür, dass Salomo nicht durch Feldzüge erobert, sondern durch Weisheit und Reichtum. Obwohl Salomo Tausende von Pferden und Streitwagen besitzt, bleiben sie alle ungenutzt in den Lagern stehen, bis zu dem Tag, an dem er stirbt (2. Chronik 9,25-31).
Wo ist das Evangelium?
Davids Sohn Salomo segnete die Welt und erfüllte Gottes Versprechen an Abraham – nicht durch Krieg, sondern durch Weisheit. Salomo zeigt uns die ideale Weise, auf die Gott sein ewiges, alle Völker umfassendes Friedensreich auf die Erde bringen will: nämlich durch einen Sohn Davids, der mit Weisheit regiert und nicht mit Krieg. Dieser Sohn Davids ist Jesus (Matthäus 3,2).
Jesus war ein friedvoller König, größer als Salomo. Wie bei Salomo war auch Jesu Leben geprägt von Weisheit, Großzügigkeit und Gehorsam gegenüber Gottes Geboten. Während seiner Zeit auf der Erde strömten die Völker der Welt herbei, um seine Lehre zu hören und seine Weisheit selbst zu sehen. Jesus sagt sogar von sich, dass er größer ist als Salomo (Matthäus 12,42).
Doch traurigerweise lehnte Gottes eigenes Volk – die Nachkommen Abrahams und Salomos – Salomos größten Sohn, Jesus, ab und plante, ihn zu töten (Apostelgeschichte 2,22-23). Sie erklärten ihm den Krieg. Mit List nutzten sie die Macht der Regierung und die Hysterie der Masse, um Jesus zum Tod zu verurteilen. Doch wie Salomo griff Jesus zu keiner Waffe. Er bat Gott nicht einmal darum, die geistlichen Heere des Himmels zu seiner Rettung zu schicken (Matthäus 26,53). Statt sich mit Waffengewalt zu befreien, entschied sich Jesus für etwas, das wie Torheit aussah: Er wählte den Tod. Aber was an Gott töricht erscheint, ist weiser als alle Klugheit der Menschen (1. Korinther 1,25). Jesus eroberte nicht durch Gewalt, sondern indem er auf die Weisheit seines Vaters hörte – und Gott ließ ihn von den Toten auferstehen (Apostelgeschichte 2,23-24).
Jesus regiert jetzt für immer als der wahre König der ganzen Erde. Wie Salomos ägyptische Braut lädt Jesus uns nun in Gottes Gegenwart ein. Wie die Königin von Saba sollten wir zu ihm kommen, um seine Weisheit und Großzügigkeit selbst zu erleben. Und wenn wir das tun, werden wir entdecken: Was immer wir ihm geben, gibt er uns zurück – und legt noch mehr dazu (Matthäus 16,25-27). Jesus ist ein großzügiger König. Und wenn er schon sein Leben für dich gegeben hat, dann kennt seine Großzügigkeit gegenüber denen, die ihn lieben, keine Grenzen (Römer 8,32).
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der die Welt segnet. Und dass du in Jesus den erkennst, der größer ist als Salomo.

