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Andacht

Jeremia 32-33

Jeremias Verhör

In Jeremia 32-33 sehen wir, dass Jesus am Kreuz starb und von den Toten auferstand, damit unsere geistliche Entfremdung und Auflehnung gegen Gott für immer gelöst werden konnte.

Was geschieht hier?

Der letzte König von Juda, Zedekia, wird von Babylon belagert. Er hat Jeremia eingesperrt, weil dieser den Untergang seines Königreichs vorhergesagt und dafür geworben hat, dass Juda sich ergibt (Jeremia 32,1-2). Zedekia verhört Jeremia und verlangt eine Erklärung für seine düsteren und unpatriotischen Prophezeiungen (Jeremia 32,3-5). Anstatt direkt zu antworten, erzählt Jeremia dem Zedekia, dass Gott ihm kürzlich befohlen hat, ein Grundstück zu kaufen (Jeremia 32,6-14). Zedekia hätte gelacht. Land zu kaufen, während man einen Krieg um das Land verliert, ist eine schreckliche Investition. Doch damit sagt Gott: Judas unmittelbar bevorstehende Niederlage gegen Babylon ist nicht das Ende von Gottes Volk. Gott bittet Jeremia, das Land im Glauben zu kaufen, dass Gottes Volk das Land, das es zurücklässt, eines Tages wieder besitzen wird (Jeremia 32,15).

Im Gebet gibt Jeremia zu, dass er glaubt, für Gott sei nichts zu schwer – doch er sagt auch, dass das Böse in Juda unüberwindlich scheint. Gott hat sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei gerettet und ihm das Land gegeben, in dem seine Vorfahren bis zu diesem Augenblick gelebt haben (Jeremia 32,16-22). Und Juda hat den Gott verworfen, der es gerettet hat. Jeremia weiß, dass Juda die Zerstörung verdient, und darum ist es schwer für ihn, sicher zu sein, dass Gott ihm seine Investition zurückzahlt. Wenn Juda niemals treu war, wird es auch in Zukunft nicht treu sein, und Gott hätte keinen Grund, es noch einmal zu retten (Jeremia 32,23-25).

Gott antwortet auf Jeremias Gebet und sagt ihm, dass er recht hat. Er hat Babylons Einmarsch beschlossen. Juda war undankbar, untreu und böse. Vom König bis zu den Armen des Königreichs hat jeder Gott ins Angesicht gespuckt, anstatt sich vor ihm zu beugen. Noch immer opfert Juda seine Kinder auf den Altären falscher Götter (Jeremia 32,26-35). Doch Gott sagt, dass er ihr Gott ist, auch wenn sie es nicht verdienen (Jeremia 32,36-38). Er sagt Jeremia, dass er vorhat, sie aus der Hand ihrer Bedränger zu retten und ihre Herzen zu verwandeln. Er wird sie zu treuen Bürgern machen, die seine Liebe für immer erfahren (Jeremia 32,39-41). Seine Erneuerung wird seine Zerstörung übertreffen, und jede Investition wird belohnt werden (Jeremia 32,42-44).

Gott bestätigt noch einmal, dass Jerusalem zuerst dem Boden gleichgemacht wird. Doch nach der Zerstörung wird Gott die Stadt heilen. Er wird seinem Volk vergeben, es aus dem Exil zurückbringen und ihre Nation wieder aufbauen (Jeremia 33,1-10). Auch wenn der Krieg Jerusalem verwüstet, werden Leben, Freude und Anbetung schon bald die Stadt und das Land ringsum erfüllen (Jeremia 33,11-14). Gott hat seine Zusagen an Zedekias Vorfahren David nicht vergessen. Er hatte König David versprochen, dass immer einer seiner Söhne über sein Volk herrschen würde. Darum sagt Gott, dass er einen neuen Zweig aus Zedekias Stammbaum hervorwachsen lassen wird. So gewiss wie die Sonne aufgeht, wird Gott einen neuen Sohn Davids krönen. Er wird „Der Herr, unser rechtschaffener Erlöser“ genannt werden, und er wird jede Zusage erfüllen, die Gott seinem Volk gegeben hat (Jeremia 33,15-26).

Wo ist das Evangelium?

Es sollte über 400 Jahre dauern, bis sich Jeremias Prophezeiungen erfüllten. Doch der Zweig aus Zedekias sterbendem Stammbaum und der Sohn Davids, den Gott Jeremia versprochen hatte, kam, als Jesus geboren wurde. Er war der rechtschaffene Erlöser, der Gottes Volk aus der Hand seiner Bedränger rettete, die Auflehnung seines Volkes vergab, die Herzen untreuer Bürger verwandelte und eine Zeit der ewigen Liebe einläutete. Doch Jesu Erlösung geschah nicht so, wie Jeremia und viele seiner Zeitgenossen es erwartet hatten. Jesus rettete sein Volk nicht, indem er das Schwert ergriff oder in Jerusalem den Thron bestieg, sondern indem er am Kreuz starb und von den Toten auferstand (Johannes 18,36).

Denn das wahre Exil von Gottes Volk war nicht politisch oder geografisch, sondern geistlich. Ihre Herzen waren schon lange von ihrem himmlischen König verbannt, bevor ihre Körper Babylon betraten. Die Ursache für Judas Exil war kein Mangel an militärischer Stärke oder guter Führung, sondern Herzen, die sich chronisch dagegen sperrten, auf Gott zu hören, ihm zu vertrauen und ihm zu gehorchen. Juda wurde ins Exil geführt als Vorbereitung auf eine künftige geistliche Erneuerung. Doch Jesus trat in das Exil seines Volkes ein als letzte Vorbereitung darauf, dass sein Volk Gottes ewige Liebe erfährt. Am Kreuz entwaffnet Jesus unsere Schwerter und jede Waffe des Feindes, indem er unter ihrem Bösen stirbt und in seiner Auferstehung über sie triumphiert.

Durch seine Auferstehung ist uns der Eintritt in ein Reich der ewigen Liebe garantiert, in dem kein Feind und kein Bedränger uns wegnehmen kann, was Gott für sein Volk vorgesehen hat (Johannes 10,10). Jesus starb am Kreuz und stand von den Toten auf, damit unsere Auflehnung gegen Gott für immer entwaffnet werden konnte. Und weil dies geschehen ist, hat Gott versprochen, dass er sein Reich eines Tages wieder greifbar machen wird. Schon bald wird Gott die ganze Erde erneuern, und wir werden Land in Gottes neuer Schöpfung besitzen – und niemals mehr rebellieren, Schaden erleiden oder ins Exil gehen (Offenbarung 21,5).

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, dessen Erneuerung schwerer wiegt als seine Zerstörung. Und mögest du Jesus als den sehen, der für sein Volk ins Exil ging, damit wir in sein ewiges Reich eintreten können.

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