Was geschieht hier?
Gott hat Israel erwählt, ein Leuchtfeuer seiner Güte, seiner Gerechtigkeit und seiner Schönheit für die Welt zu sein. Jesaja hat gerade prophezeit: Wenn Israel Gott vertraut, wird es diese Berufung erfüllen. Alle Völker der Erde werden in seine Hauptstadt Jerusalem strömen, ihre Götzen zerstören, ihre Kriegswaffen zu landwirtschaftlichem Gerät umschmieden und ihren Reichtum dem Gott Israels übergeben (Jesaja 2,1-5). Doch Israel hat sich für Gier, Militarismus und Abgötterei entschieden, statt seinem Gott zu vertrauen (Jesaja 2,6-8). Wenn Israel seinen Kurs nicht ändert, wird es seine Berufung verspielen, und die Welt wird Gottes Güte, Gerechtigkeit und Schönheit nicht erfahren.
Israels Vertrauen auf andere Völker ist fehl am Platz. Jesaja sagt, dass Gott Israel demütigen wird, weil es seine göttliche Bestimmung zugunsten des vergänglichen Reichtums und der Macht der Völker verworfen hat (Jesaja 2,9-11). Bald wird jede Handelsroute verschwinden, von der Israel sich Reichtum erhofft. Die großen Kulturen, denen es gleichen möchte, werden ausgelöscht. Und jeder Götze, den es eingeführt hat, wird eingeschmolzen (Jesaja 2,12-21). Statt auf die vergängliche Macht der Völker zu vertrauen, muss Israel wieder seinem Gott vertrauen (Jesaja 2,22).
Wenn Israel sich weiterhin mit fremden Mächten verbündet, wird Gott es nach und nach zerfallen lassen. Gott wird ihm den Vorrat an Brot und Wasser nehmen. Jeder erfahrene Feldherr, Richter, Prophet, Ältester oder Anführer in Israel wird seiner Macht enthoben und durch unreife Tyrannen ersetzt (Jesaja 3,1-5.9-15). In ihrer Verzweiflung wird Gottes Volk nach besseren Anführern suchen, aber niemand wird sich dazu bereitfinden (Jesaja 3,6-8). Selbst die herrschenden Frauen Israels werden gedemütigt werden. Gott wird ihnen allen Schmuck, ihr Haar und ihre Kleider nehmen, die sie auf ungerechte Weise erworben haben, und ihre Schönheit wird gegen die eisernen Brandzeichen der Sklavenhalter eingetauscht (Jesaja 3,16–4,1). Weil Israel seinen Gott und seine Berufung verworfen hat, wird Gottes Volk in Trümmern liegen.
Doch Gottes Gericht über Israels Bosheit, Stolz und das Böse wird nicht vollständig sein. Gott will noch immer, dass Israel ein Leuchtfeuer seiner Gerechtigkeit und Güte in der Welt wird. Er wird sein Volk nicht vernichten, sondern reinigen. Gottes Geist wird über die verbrannte Erde Israels strömen, und Leben in Gestalt eines geheimnisvollen „Sprosses“ wird aus dem jungfräulichen Boden hervorwachsen. Israels Land wird zu seiner Pracht vor der Verwüstung erneuert. Gottes Volk wird rein genannt werden, die Frauen Gottes werden schön genannt werden, und Israel wird wieder in seine Berufung eingesetzt (Jesaja 4,2-6). Auch wenn Israel seinen Gott und seine Berufung verworfen hat – Gott hat sein Volk nicht verworfen.
Wo ist das Evangelium?
Um Israel wieder in seine Berufung einzusetzen, wird Gott es von jedem Anführer und jeder Person befreien, die seine Weisung und Weisheit verworfen haben. An ihrer Stelle wird Gott einen „Spross“ aus Israels verbrannter Erde hervorwachsen lassen. Nur wenige Kapitel später erwähnt Jesaja einen weiteren geheimnisvollen Spross. Er sagt, dieser „Spross“ sei ein Nachkomme Jesses, des Vaters von Israels größtem König David (Jesaja 11,1). Durch ihn werden nicht nur Israel, sondern die Welt endlich Gottes Gerechtigkeit, Schönheit und Güte erfahren (Jesaja 11,2-16). Gottes Volk wird wieder in seine Berufung eingesetzt, wenn ein letzter König aus der königlichen Linie Davids erneut seinen Thron besteigt; der Name dieses Königs ist Jesus.
Jesus ist der Spross Jesses, der aus der verbrannten Erde hervorgewachsen ist. Gott goss seinen Geist in den jungfräulichen Leib Marias, und Jesus wurde geboren (Lukas 1,35). Er ist der König, der Gottes Volk dahin führen kann, seine Berufung zu erfüllen und die Welt wieder zu segnen. Immer wieder machte Jesus während seines Lebens unreine Menschen rein, befreite versklavte Frauen und gab Gottes Volk das Leben zurück, indem er Tote auferweckte (Matthäus 8,2-4; 15,22-29; Lukas 7,11-17). Auch wenn Gottes Volk seine Berufung und seinen Gott verwarf, verwarf Jesus es nicht. Aus Liebe starb er sogar, damit Gottes Volk Teil des ewigen Reiches werden kann, das er durch seine Auferstehung von den Toten gesichert hat (Johannes 3,16). Nun regiert Jesus Gottes Volk in Ewigkeit, und die Erneuerung, die er begonnen hat, wird vollendet werden. Und jeder, der ihm vertraut, wird Teil der Berufung des Volkes Gottes und seiner Pläne, die Welt zu einem Reich zu machen, das frei ist von Götzen und Krieg und voller Frieden und Wohlergehen.
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk nicht verworfen hat. Und mögest du Jesus als den einzigen König sehen, der sein Volk reinigen und wieder zu seiner Bestimmung führen kann.

