Was geschieht hier?
Die Menschen wollen Jesus wegen seiner Zeichen, aber nicht wegen dessen, worauf diese Zeichen hinweisen (Johannes 6,2.26). Sie wollen, dass Jesus ihnen Brot gibt, aber sie wollen sein Fleisch nicht essen. Sie wollen Jesu Wunder, aber sie sind nicht bereit für Jesus als Messias. Zu ihren letzten Worten an Jesus gehört: „Wer kann dir noch zuhören?“ (Johannes 6,60).
In diesem Kapitel tut Jesus einige seiner größten Wunder – er geht über das Wasser und speist eine große Menge. Und doch übersieht man leicht, wie wenige Menschen erkennen, was diese Wunder bedeuten. Jesus ist nicht gekommen, um ihre Mägen mit Fisch zu füllen; er ist gekommen, um sie mit sich selbst zu füllen. Er ist nicht gekommen, um Manna zu bringen, das den Hunger nur aufschiebt und den Tod nur hinauszögert (Johannes 6,58); er ist gekommen, um den Hunger zu stillen und den Tod zu vernichten.
Die Menschenmenge sieht in Jesus immer wieder einen zweiten Mose – und damit hat sie halb recht. Jesus ist wie Mose. Er gab Brot in der Wüste. Er speiste die zwölf Stämme Israels (mit 12 Körben voll Resten). Aber sie hat auch halb unrecht. Mose hat all das nie getan – Gott tat es (Johannes 6,32).
Jesus will, dass die Menschen begreifen: Das Brot, das sie rettet, ist kein „es“, sondern ein „er“. „Das Brot, das Gott gibt, ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben schenkt“ (Johannes 6,33). Was Jesus damit sagt, ist subtil, aber unmissverständlich – er ist ein und derselbe Gott, der Manna vom Himmel fallen ließ und das Rote Meer teilte. Doch die Menge ist für diese Wahrheit nicht bereit, und so lauten ihre letzten Worte an Jesus: „Wer kann sich das noch anhören?“
Nur die Jünger sagen etwas anderes. Während alle sahen, was Jesus tat, sahen nur die Jünger, wer Jesus war – Gott selbst. Der Sinn dieses Wunders war, dass die Menge verstehen sollte: „Jeder, der auf [Jesus] schaut und an ihn glaubt, soll das ewige Leben haben“ (Johannes 6,40). Doch nur die Jünger verstehen die Botschaft.
Und vielleicht liegt das daran, dass Jesus nur vor ihnen über das Wasser ging. Als König David die Teilung des Roten Meeres beschrieb, sagte er von Gott: „Dein Weg führte durch das Meer, dein Pfad durch die großen Wasser, doch deine Fußspuren blieben unsichtbar“ (Psalm 77,20). Das erste Mal, dass wir Gottes Fußspuren sehen, ist, als Jesus sich entscheidet, sie seinen Jüngern zu zeigen.
Wo ist das Evangelium?
Jesus offenbart sich auch heute noch. Er zieht noch immer neue Jünger zu sich, er schenkt noch immer ewiges Leben. Das geschieht vielleicht nicht nur durch Wunder, aber ganz sicher durch den Augenzeugenbericht, den du gleich lesen wirst.
Jesus erklärt einer Menschenmenge – und jedem, der den Bericht davon liest –, dass er vollendet, was im Alten Testament offengeblieben ist. Er ist das Brot des Lebens, das dich nicht hungrig zurücklässt. Und alle, die ihn essen, die ihn sehen, die an ihn glauben, werden ewiges Leben haben. Sie werden von den Toten auferweckt werden, genau wie er auferweckt wird.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir Augen geben, um den Gott zu sehen, der Menschen Brot gibt, die es brauchen. Und mögest du Jesus als den sehen, der das Brot des ewigen Lebens ist.

