Was geschieht hier?
Das Buch Daniel handelt unter anderem davon, dass Gott die Wege von Königen und Völkern lenkt. Es beginnt damit, dass Gott Israel ins Exil und in die Hand von König Nebukadnezar gibt (Daniel 1,1-2). Doch Israels Exil bedroht Gottes Zusagen. Gott hatte versprochen, Israel niemals zu verlassen und durch Israel die ganze Welt zu segnen. Aber selbst im Exil hat Gott alles in der Hand. Unter diesen Verschleppten sind Daniel (der Sohn eines Politikers aus Juda) und drei seiner Freunde (Daniel 1,6). Sie werden handverlesen ausgewählt, um in den Hof des Königs aufgenommen zu werden (Daniel 1,3).
Daniel ist wahrscheinlich noch ein Jugendlicher. Er ist von seinen Eltern getrennt, in eine fremde Kultur verschleppt und lebt nun in einer riesigen Stadt. Nebukadnezar nutzt Daniels Orientierungslosigkeit aus und setzt Fachleute ein, die ihn und seine Freunde in Kultur, Sprache und Literatur Babylons indoktrinieren (Daniel 1,4). Nebukadnezar löscht alle Verbindungen zu ihrer hebräischen Vergangenheit und gibt ihnen neue babylonische Namen (Daniel 1,7). Und unter Todesdrohung und mit dem Versprechen der Beförderung verlangt er, dass Daniel und seine Freunde die jüdischen Speisevorschriften aufgeben (Daniel 1,5.10). Daniel wird geprüft. Wird er dem Gott vertrauen, der ihn ins Exil geschickt hat, oder werden Macht und Verheißungen Babylons ihn für sich gewinnen? Daniel muss entscheiden, wer das Sagen hat: Gott oder Nebukadnezar.
Daniel entscheidet sich für Gehorsam und Gläubigkeit gegenüber Gott statt für Loyalität gegenüber Nebukadnezar. Er weigert sich, das Fleisch und den Wein des Königs zu nehmen – und schlägt selbst eine Probe vor (Daniel 1,8). Zehn Tage lang will Daniel nur Gemüse essen und Wasser trinken, während die anderen, die der König indoktrinieren lässt, die Speisen Nebukadnezars bekommen (Daniel 1,12-13). Und als Antwort auf Daniels Glauben lässt Gott ihn bei Gemüse und Wasser sogar zunehmen. Dann schenkt Gott ihm eine größere Fähigkeit als allen seinen Gefährten, die Kultur und Literatur Babylons zu verstehen (Daniel 1,15.17). Daniel und seine Freunde werden zum Segen für den Hof des Königs – als seine zuverlässigsten und fähigsten Berater (Daniel 1,19-20). Nicht Nebukadnezar hat das Sagen, sondern Gott. Selbst im Exil bleibt Gott seinen Zusagen treu und richtet sein Volk auf, damit es der Welt zum Segen wird.
Wo ist das Evangelium?
Wie alle Reiche und Könige bezog Nebukadnezar seine Macht daraus, dass er den Tod verhängen konnte. Nebukadnezar benutzte das Exil, um Daniels Volk zu vernichten, und Hinrichtungen, um seine Gefangenen gefügig zu halten. Doch das Buch Daniel zeigt: Die Macht von Reichen und Königen ist nicht stärker als Gottes Zusagen. Auch wenn es nicht so aussah, hatte Gott immer alles in der Hand. Und so wie Daniel im ohnmächtigen Exil in Babylon zu Macht aufstieg, so ist Jesus mit Macht aus seinem Grab auferstanden (Epheser 1,19-21). Und so wie die ganze Macht Babylons Gottes Plan nicht durchkreuzen konnte, ein verschlepptes Volk zu bewahren und seinen Mann in eine Machtposition zu setzen, so konnten auch weder die gebündelte Macht Roms noch das Exil des Grabes Gottes Plan durchkreuzen, Jesus von den Toten aufzuerwecken und ihn in eine Machtposition einzusetzen (Apostelgeschichte 2,23-24). Daniels Aufstieg im Exil und Jesu Himmelfahrt aus dem Grab beweisen beide: Gott hat immer alles in der Hand. Und anders als bei den Reichen dieser Welt beruht Gottes Macht nicht darauf, den Tod herbeiführen zu können, sondern den Tod aufzuheben.
Wie der Apostel Paulus sagt: Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein (Römer 8,31)? Es gibt keine Not, keine Verfolgung, keine weltweite Katastrophe und keinen Zusammenbruch eines Landes, die uns von Gott und seiner liebevollen Zuwendung zu den Seinen trennen könnten (Römer 8,35). Das heißt nicht, dass wir nicht sterben oder nicht leiden werden wie Daniel im Exil oder Jesus am Kreuz. Aber es heißt: Kein Schmerz und kein Grab kann Gottes Volk davon abhalten, über alles zu triumphieren (Römer 8,36-37).
Es gibt viele Gründe, sich in dieser Welt zu fürchten. Staaten brechen zusammen. Viren töten. Babylon spricht seine Sprache jetzt digital. Und wenn du das online ansiehst, ist der Algorithmus, der dir dieses Video empfohlen hat, ein Beweis dafür, dass wir in einem neuen heidnischen Metaversum gefangen sind. Doch die Botschaft von Daniel und von Jesus ist dieselbe: Auch wenn es nicht so aussieht – Gott hat alles in der Hand.
Überzeuge dich selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der alles in der Hand hat. Und dass du in der Auferstehung von Jesus den Beweis erkennst: Auch wenn es nicht so aussieht – Gott hat alles in der Hand.


