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Andacht

Daniel 2

Nebukadnezars Traum

In Daniel 2 sehen wir: Die Weisheit Babylons kann keine Geheimnisse enthüllen und nicht vor dem Tod retten – aber die Weisheit Gottes in Jesus lässt immer auferstehen und rettet.

Was geschieht hier?

Nebukadnezar, der König von Babylon, träumt von einer riesigen Statue, die von einem vom Himmel fallenden Gesteinsbrocken zerstört wird (Daniel 2,31.34). Ihn beunruhigt dieses Bild, und gleichzeitig misstraut er seinen Beratern: Wenn er ihnen erzählt, was er gesehen hat, werden sie sich einfach eine Erklärung zusammenreimen (Daniel 2,1.9). Deshalb verlangt er von seinen Beratern, den Traum, den er ihnen nicht erzählen will, sowohl zu enthüllen als auch zu deuten (Daniel 2,2-3). Nicht nur das: Wenn sie versagen, will er sie alle töten lassen (Daniel 2,5). Diese Berater sind die weisesten Männer Babylons, aber keiner von ihnen ist weise genug, um das Geheimnis des königlichen Traums zu enthüllen (Daniel 2,10). Sie müssen zugeben, dass nur die Götter tun können, was der König verlangt, und erinnern Nebukadnezar daran, dass die Götter nicht unter den Menschen wohnen (Daniel 2,11).

Von unvernünftigem Zorn gepackt, befiehlt Nebukadnezar, alle Weisen hinzurichten – darunter auch den treuen jüdischen Verbannten Daniel (Daniel 2,12). Doch als sie kommen, um Daniel zu töten, antwortet er mit Weisheit (Daniel 2,14). Er sagt, er könne tun, was Nebukadnezars Weise nicht konnten (Daniel 2,16). Dann betet Daniel zu dem Gott, der im Himmel wohnt. Gott offenbart Daniel das Geheimnis des königlichen Traums und seine Deutung (Daniel 2,18-19).

Daniel lobt den Gott, der nicht unter den Menschen wohnt, dafür, dass er ihm dieses Geheimnis enthüllt hat. Dann geht er zum König (Daniel 2,22). Daniel sagt Nebukadnezar, dass seine Weisen versagt haben, weil sie nicht mit dem Gott des Himmels sprechen können (Daniel 2,27-28). Aber durch Daniel wird der Gott des Himmels zu Nebukadnezar reden. Daniel gibt den Traum des Königs genau wieder und erklärt die Bedeutung der riesigen Statue, die vom Gesteinsbrocken zerstört wird. Die Statue steht für eine Reihe von Weltreichen, die schließlich vom Königreich des Gottes des Himmels zerstört werden (Daniel 2,44).

Doch anstatt Gott und seine Weisheit anzuerkennen, verbeugt sich Nebukadnezar vor Daniel und befördert ihn (Daniel 2,46.48). Immerhin sagt Nebukadnezar, Daniels Gott sei „der Gott über alle Götter und der Herr über alle Könige“. Und doch glaubt er es nicht (Daniel 2,47). Schon im nächsten Kapitel überhört Nebukadnezar Daniels Warnung und baut genau so eine Statue, wie er sie im Traum gesehen hat – um seine eigene Weisheit und Macht zu feiern (Daniel 3,1).

Wo ist das Evangelium?

Nebukadnezars Traum erfüllte sich schließlich, als Jesus den Himmel verließ, auf die Erde kam und ein Königreich gründete, das nicht von dieser Welt ist (Johannes 18,36). Jesus ist der Gesteinsbrocken aus Nebukadnezars Vision, der kommt, um die Reiche dieser Welt zu zerstören. Das mächtigste Königreich ist nicht mehr das nächste in einer langen Reihe von Weltreichen, die stolz ihre eigene Macht feiern. Das mächtigste Königreich ist das Königreich Jesu. Und der Augenblick, in dem Jesus demütig seine Macht am Kreuz aufgab, ist der Augenblick, in dem der Gesteinsbrocken die stolzen Reiche dieser Welt zerschmetterte.

In Daniel 2 geht es nicht nur um konkurrierende Reiche, sondern um konkurrierende Arten von Weisheit: die Weisheit Babylons gegen die Weisheit Gottes. Voller Vertrauen auf die Weisheit Babylons konnte keiner von Nebukadnezars weisesten Männern das Geheimnis des Königs enthüllen – und sie starben beinahe zusammen mit ihrer Weisheit. Daniel aber, der auf die Weisheit des Gottes vertraute, der nicht unter den Menschen wohnt, rettete nicht nur sich selbst, sondern alle Weisen vor der Hinrichtung. Weil Daniel der Weisheit Gottes vertraute, enthüllte er das Geheimnis des königlichen Traums und schenkte denen Leben, die zum sicheren Tod verdammt waren.

Genauso ist es bei Jesus. Wie Nebukadnezar hat auch Gott einen geheimnisvollen Traum über das Schicksal der Weltreiche und über das Reich Gottes. Gottes Traum ist, dass alle Menschen aus allen Völkern vor dem sicheren Tod gerettet werden (Epheser 3,9). Und das Geheimnis dieses Traums Gottes für die Welt erfüllt sich am Kreuz. Jesus rettet die Anhänger aller anderen Arten von Weisheit vor dem Tod und gibt ihnen Zugang zu einem neuen, weltweiten Königreich (Epheser 3,6). Normalerweise gilt: Wenn neue Reiche die Macht übernehmen, wird die Macht gebündelt und das Bürgerrecht nur den Treuesten gewährt. Doch im Himmelreich ist es nicht so. Wenn der Gesteinsbrocken von Gottes Königreich kommt, zerschmettert er die alten Grenzen und schenkt allen, die dem Gott vertrauen, der nicht unter den Menschen wohnt, umsonst Erlösung, Leben aus dem Tod und Weisheit.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du die Weisheit Gottes siehst. Und mögest du Jesus als die Weisheit Gottes in Menschengestalt erkennen, der das Geheimnis enthüllt: Alle, die ihm vertrauen, werden gerettet.

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