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Andacht

Epheser 1

In Christus

In Epheser 1 sehen wir: In Christus sind sowohl Juden als auch Heiden in Gottes Familie, Gottes Segen und Gottes Königreich eingeschlossen.

Was geschieht hier?

Der Apostel Paulus schrieb den Epheserbrief aus dem Gefängnis (Epheser 3,1). Sein Brief berichtet der Kirche in Ephesus, wie es ihm in der Haft ergeht, und ermutigt sie in ihrem Glauben (Epheser 6,22). Ephesus ist für Paulus ein besonderer Ort. Er lebte und diente länger unter den Ephesern als in jeder anderen Kirche, die er gegründet hatte (Apostelgeschichte 19,10). Und es waren die Ältesten von Ephesus, die Paulus zu sich rief, damit sie um ihn trauerten und für ihn beteten, als er erfuhr, dass er ins Gefängnis kommen würde (Apostelgeschichte 20,17-38). Aber Paulus weiß auch, dass Ephesus eine gespaltene Kirche ist. Juden und neu zum Glauben Gekommene aus dem ganzen Römischen Reich, die man Heiden nennt, stehen im Streit miteinander. Deshalb schreibt Paulus aus dem Gefängnis, um alle Epheser in ihrer gemeinsamen Erlösung und ihrem gemeinsamen Erlöser zu ermutigen.

Paulus beginnt mit einem Gedicht und einem Gebet. In einer Flut poetischer Sprache erinnert er die Epheser an die Zusagen, die Gott durch die ganze Heilige Schrift hindurch gegeben hat, und zeigt, wie sie alle in Jesus in Erfüllung gehen (Epheser 1,3). Gott versprach, sich ein Volk zu erwählen (5. Mose 7,6). Gott versprach auch, dieses erwählte Volk zu einem heiligen Volk zu machen (2. Mose 19,6). Und Paulus sagt, dass Gott uns in Jesus schon vor der Erschaffung der Welt erwählt hat (Epheser 1,4). Durch das Blut von Jesus und die Gnade Gottes sind wir alle erlöst worden zu einem Leben, das Gott gefällt (Epheser 1,7-8).

Insgesamt verwendet Paulus in Kapitel eins zwölf Mal eine Variante der Wendung „in Christus“. In Christus wird Gottes Volk die ganze Fülle von Gottes Plan der Vergebung, der Erlösung und des Segens geschenkt (Epheser 1,7). In Christus ist alles im Himmel und auf der Erde vereint worden (Epheser 1,10). In Christus empfangen wir jeden geistlichen Segen (Epheser 1,3). In Christus sind wir mit dem Heiligen Geist versiegelt worden (Epheser 1,13). Keine dieser Zusagen ist neu, aber im Alten Testament waren sie der jüdischen Familie Abrahams vorbehalten (1. Mose 12,2). In Christus jedoch steht das, was einst begrenzt war, nun allen Menschen offen – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer Herkunftsfamilie (Epheser 1,13). Ursprünglich war die Familie Israel in zwölf Stämme geteilt. Doch jetzt, in Christus, erinnert Paulus seine Leute zwölf Mal daran, dass sie zu einer neuen Familie, einem neuen Stamm und einem neuen Volk gehören.

Fast so, als wäre er von dieser Frohen Botschaft überwältigt, bittet Paulus Gott, den Ephesern die Fähigkeit und Weisheit zu geben, die sie brauchen, um zu verstehen, was durch Jesus geschehen ist (Epheser 1,17). Dass Gottes Zusagen in Christus von den Juden auf alle anderen ausgeweitet werden, verlangt neue Augen, um es zu erkennen (Epheser 1,18). Doch Paulus hofft, dass die Epheser durch Gottes Kraft erkennen werden: Sie sind berufen, eine geeinte Familie Gottes zu sein, gegründet auf die Auferstehung von Jesus (Epheser 1,19-20).

Wo ist das Evangelium?

Seit der Schöpfung der Welt hat Gott sich entschieden, durch Familien zu wirken. Erlösung wurde durch die Familie Evas verheißen (1. Mose 3,15). Segen wurde durch die Familie Abrahams verheißen (1. Mose 12,3). Das Königtum wurde durch die Familie Davids verheißen (2. Samuel 7,12-16). Gott hat immer durch die Blutlinien von Familien gewirkt, aber im Alten Testament war diese Blutlinie jüdisch.

Und in Christus treffen die Familie Evas, die Familie Abrahams und die Familie Davids alle auf einen verheißenen Sohn, Jesus, der die Welt retten, segnen und regieren wird. Doch Jesus erfüllt und vollendet nicht nur die Hoffnungen des jüdischen Volkes; er rettet alle Menschen. Jesus schafft eine neue Familie – nicht aus einer bestimmten Blutlinie, sondern aus allen Völkern. Darum weisen die Geschlechtsregister von Jesus sorgfältig auf die Heiden in seinem Stammbaum hin (Matthäus 1,5).

In Christus sind sowohl Juden als auch Heiden in Gottes Familie, Gottes Segen und Gottes Königreich eingeschlossen (Epheser 1,12-13). Alle Segnungen, auf die Gottes Volk im Alten Testament hoffte, werden in Christus ausgegossen. Und nun sind durch den Glauben die Heiden, die einst nicht zu Gottes Familie gehörten, als Söhne und Töchter Gottes angenommen worden (Epheser 1,5). Es gibt viele Gründe, warum wir uns von Gottes Familie und Gottes Plänen ausgeschlossen fühlen könnten. Aber Jesus macht es so, dass weder unsere Blutlinie noch unsere Herkunftsfamilie uns davon abhalten können, in ihm die Tiefen der Liebe Gottes zu erkennen.

Überzeuge dich selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der uns seinen Sohn gesandt hat. Und mögest du Jesus als den erkennen, der für alle Menschen einen Weg geschaffen hat, zu seiner Familie zu gehören.

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