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Andacht

Habakuk 3

Gerechtigkeit nach dem Tod

In Habakuk 3 sehen wir: Wie Gottes Volk wurde auch Jesus im Exil begraben. Doch für Gottes Volk ist Jesus von den Toten auferstanden und hat damit bewiesen, dass die Waffe aller Pharaonen und Reiche dieser Welt nichts gegen seine Rettungspläne ausrichten kann.

Was geschieht hier?

Israel leidet unter der Ungerechtigkeit seiner eigenen Anführer. Darum betet Habakuk, dass Gott Israel von seinen eigenen Anführern befreit, so wie er Israel aus der Sklaverei unter dem Pharao in Ägypten befreit hat (Habakuk 3,2).

Habakuk möchte, dass Gott so erscheint wie damals am Berg Sinai – in helles Licht gehüllt und die Erde zum Beben bringend (Habakuk 3,4; 2. Mose 19,16.18). So wie Gott damals Flüsse in Blut verwandelte und für Israel das Rote Meer spaltete, so soll er es wieder tun – diesmal gegen Israels jetzige Führung (Habakuk 3,8.10). Habakuk wünscht sich neue Plagen und dass die Flüsse noch einmal zu Blut werden (Habakuk 3,5.8). Doch diesmal soll Gottes Sieg endgültig sein. Mit Worten, die er Gottes Zusage an Eva entlehnt, bittet er, dass Gott sein erwähltes, aber verwundetes Volk bald retten möge, indem er jedem Anführer wie dem Pharao den Kopf zertritt (1. Mose 3,15; Habakuk 3,13).

Während Habakuk sich an alles erinnert, was Gott mit Ägypten tat, zittert er am ganzen Körper bei dem Gedanken, in Israel zu leben, während Gott es richtet (Habakuk 3,16). Doch mit seiner Furcht mischt sich die Bereitschaft, geduldig auf Gottes Erneuerung zu warten. Selbst wenn Israel unter dem Bösen einer neuen Eroberungsmacht dahinschwindet, selbst wenn alle Plagen Gottes vom Himmel fallen, selbst wenn keine Feige und keine Olive mehr in Israel übrig bleibt – er wird sich über den Gott freuen, der rettet (Habakuk 3,17-18). Habakuk weiß: Gott wird seine Stärke sein, und schon bald wird er wie ein Hirsch wieder frei über die Hügel Israels streifen (Habakuk 3,19).

Wo ist das Evangelium?

Schon früher in seinen Prophetien sagt Habakuk, dass der Rechtschaffene aus Glauben leben wird (Habakuk 2,4). »Glaube« bedeutet, geduldig auf Gottes Gerechtigkeit zu warten. Glaube heißt, darauf zu vertrauen, dass Gott bald alles ins Rechte bringt – trotz der Verwüstung um uns her. Habakuk wusste auch: Geduldig auf Gott zu warten bedeutete, geduldig darauf zu warten, dass eine andere Nation kommt und Israel zerstört (Habakuk 1,6.10). Habakuk wusste, dass Gottes Erlösung erst kommen würde, nachdem Israel noch weiter verwüstet worden war.

Diese weitere Verwüstung geschah, als Babylon Israel eroberte. Doch sie geschah noch einmal, als Israels wahrer Anführer, Jesus, ans Kreuz genagelt wurde. Wie Gottes Volk von Babylon ins Exil geführt wurde, so wurde Jesus von Rom begraben. Und eine neue Plage der Finsternis kam über Jerusalem, genau wie einst in Ägypten (Lukas 23,44). Jesus, der Herrscher Israels, wurde verwüstet, so wie Habakuk es erbeten hatte. Doch wie es 1. Mose verheißen hatte, war Jesu Tod nur eine Verwundung. Das Böse wurde besiegt, und sowohl Gottes erwählter Sohn als auch sein Volk wurden gerettet, als Jesus aus der Verwüstung seines Grabes auferstand.

Gottes Volk wird noch immer durch die Ungerechtigkeit seiner Anführer verwüstet. Doch der wahre Anführer des Volkes Gottes ist Jesus. Ganz gleich, wie sehr unsere Pastoren oder geistlichen Leiter den Ruf der Kirche Gottes zerstören oder den Menschen schaden, die sie eigentlich schützen sollten: Jesus ist von den Toten auferstanden. Er ist für immer der Anführer, der sein Volk niemals missbrauchen wird. Er wird sich selbst in Gefahr begeben, anstatt einem der Seinen zu schaden. Und alle, die geduldig ausharren, werden die Erneuerung – unter Jesu Führung – all dessen sehen, was sie verloren haben.

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der kommt, um das Böse zu richten. Und mögest du Jesus als den sehen, der kommt, um alle bösen Mächte dieser Welt zu vernichten.

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