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Andacht

Jesaja 14,28-16,14

Dem Untergang geweihte Mächte

In Jesaja 14,28-16,14 sehen wir, dass Jesus Gottes verheißener König ist, der sein Volk vor weltlichen Mächten rettet, die dem Untergang geweiht sind.

Was geschieht hier?

Israel soll ein Leuchtfeuer der Gerechtigkeit, des Friedens und der Güte Gottes sein und die Welt einladen, in Gottes Königreich zu kommen (1. Mose 12,1-3). Doch während Juda von einfallenden Heeren bedroht wird, hat sein König diese göttliche Berufung aufgegeben – zugunsten von Reichtum, Schutz und Ansehen, die Verträge mit anderen Völkern versprechen. Der Prophet Jesaja sagt den Verantwortlichen in Juda, dass sie aufhören müssen, mit Bündnissen mit Philistäa und Moab zu liebäugeln, und stattdessen darauf vertrauen sollen, dass Gott ihr Volk rettet. Während Philistäa und Moab auf den Reichtum und die Macht ihrer Länder stolz sind, warnt Jesaja: Gott wird sie demütigen. Es wäre töricht von Juda, auf Mächte zu vertrauen, die dem Untergang geweiht sind.

Philistäa ist überzeugt, alles abwehren zu können, was die Assyrer gegen es aufbieten. Doch Jesaja warnt, dass diese Zuversicht auf falschen Annahmen beruht. Die assyrische Königsfamilie wird mit jeder Generation stärker, nicht schwächer. Und wie eine Schlange, die sich langsam zusammenrollt, bereitet sie einen tödlichen Angriff gegen sie vor (Jesaja 14,29-31). Philistäas Selbstüberschätzung wird schon bald offenbar werden. Einen Vertrag mit Philistäa einzugehen ist töricht und kurzsichtig. Die einzige Hoffnung für das bedrängte Juda ist Gott (Jesaja 14,32).

Genauso wenig bringt ein Bündnis mit Moab Juda zusätzliche Sicherheit. Moab ist stolz auf die Sicherheit und den Reichtum, die ihm seine Landwirtschaft eingebracht hat (Jesaja 16,6-7). Doch Jesaja kündigt an, dass der große Weinberg Moabs innerhalb von drei Jahren zerschlagen wird (Jesaja 16,8-14). Von oben bis unten wird Moab verwüstet werden (Jesaja 15,1). In kurzer Zeit wird eine Stadt nach der anderen fallen, und die Einwohner werden in die Wüste fliehen – nur um dort von Löwen gejagt zu werden (Jesaja 15,2-9). Das stolze Moab wird bald fallen. Statt törichterweise einem Volk zu vertrauen, das dem Untergang geweiht ist, muss Juda sein Vertrauen auf Gott setzen.

Anders als bei seinen Prophetien gegen Philistäa trauert Jesaja jedoch über Moabs Untergang. Statt sich hämisch zu freuen, sagt Jesaja Juda, es solle jeden Moabiter aufnehmen, der Zuflucht sucht (Jesaja 16,1-4). Dieser veränderte Ton hat wohl damit zu tun, dass Israels größter König, David, teils moabitischer Abstammung war. Deshalb kündigt Jesaja auch unmittelbar danach an, dass Gott bald einen neuen davidischen König einsetzen wird, der Gottes Volk für immer regiert (Jesaja 16,5). Judas Hoffnung liegt nicht in einem Bündnis mit Moab. Vielmehr teilen Juda und Moab dieselbe Hoffnung. Beide Völker können nur gerettet werden, indem sie Gott vertrauen. Die Welt wird Gottes Volk nicht retten, aber der König von Gottes Volk wird die Welt retten. 

Wo ist das Evangelium?

Wie Juda sind auch wir alle versucht, Bündnisse mit Mächten zu schließen, die dem Untergang geweiht sind. Wir glauben, dass unser Leben besser, unsere Familien sicherer und unsere Kirchen gefestigter wären, wenn wir uns mächtigen Menschen oder politischen Parteien anschließen. Doch keine Person und keine Partei hat für immer Bestand, und Gott wird jede Macht demütigen, die zu geben verspricht, was nur er garantieren kann. Es ist töricht, den Mächten dieser Welt zu vertrauen; unsere Hoffnung muss auf Gott und auf dem König ruhen, den er zu senden verheißen hat.

Der König, von dem Jesaja prophetisch spricht, ist Jesus. Er ist der Nachkomme Davids mit moabitischen Wurzeln, der den Stolz der Weltmächte demütigt und die rettet, die Gott vertrauen (Matthäus 1,1; Apostelgeschichte 2,24-28). In seinem Stolz glaubte das Römische Reich, mächtiger zu sein als Gott. Um seine Überlegenheit zu demonstrieren, verurteilte es Gottes erwählten König zum Tod. Doch Jesus demütigte römische Macht und römischen Stolz, indem er von den Toten auferstand (1. Johannes 3,8; Kolosser 2,15). Auch wenn Reiche und Völker noch goldene Throne und riesige Heere haben mögen: Jesu Auferstehung macht ihre Macht bedeutungslos und kraftlos (Apostelgeschichte 4,12; 1. Korinther 3,19). Jesus sitzt nun auf einem Thron im Himmel, wo kein Königreich und kein König ihn stürzen kann. Es ist töricht, auf Mächte zu vertrauen, die dem Untergang geweiht sind, um ein besseres, sichereres und gefestigteres Leben zu bekommen. Die Mächte dieser Welt werden Gottes Volk nicht retten, aber der König von Gottes Volk wird die Welt retten. Nur indem wir Jesus vertrauen, werden wir und unsere Welt gerettet, und nur so kann Gottes Volk für immer ein Leben in Frieden und Sicherheit erfahren. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, dem du vertrauen kannst. Und mögest du sehen, dass Jesus Gottes verheißener König ist, der gekommen ist, um sein Volk zu retten.

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