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Andacht

Jesaja 50-52,12

Das treue Fundament

In Jesaja 50–52,12 sehen wir, dass Jesus der Diener ist, der Gott selbst in seinem Exil des Todes vertraut, und der uns unsere Heimkehr aus unserem Exil zusichert.

Was passiert hier? 

Israel kämpft damit, darauf zu vertrauen, dass Gott sie noch genug liebt, um sie zu retten. Schließlich hat er sie ins Exil geschickt. Aber Gott sagt ihnen, sie sollen ihre Scheidungsurkunde ansehen – den Grund, warum sie ins Exil gehen mussten (Jesaja 50,1). Sie waren untreu in ihrem Ehebund mit Gott, deshalb wurden sie den Völkern ausgeliefert, die sie mehr geliebt hatten. Doch weil Gott sie weggeschickt hat, kann Gott sie auch nach Hause bringen (Jesaja 50,2). Ihr gegenwärtiges Leiden im Exil bedeutet nicht, dass Gott sie verlassen hat. Um das zu beweisen, wird uns die Stimme des Dieners Gottes vorgestellt (Jesaja 50,4). Er hat nicht gesündigt wie Israel, und dennoch hat er schwer gelitten (Jesaja 50,5-6). Trotzdem vertraut er weiterhin darauf, dass sein gegenwärtiges Leiden nicht bedeutet, dass Gott ihn verlassen hat. Israel sieht sein Leiden als Beweis dafür, dass Gott es verlassen hat, aber der Diener leidet noch viel ungerechter und weigert sich zu glauben, dass Gott ihn verlassen hat. Sein Vertrauen in die Liebe Gottes ist die Lektion, die Israel lernen soll (Jesaja 50,7-11).  

Doch Israel fragt sich, wie eine solche Rettung möglich sein soll (Jesaja 51,1). Israel im Exil ist wie ein unfruchtbares, kinderloses Paar. Aber Jesaja weist darauf hin, dass genau so das Volk Israel begonnen hat. Israels Vorfahren Abraham und Sara waren unfruchtbar, und doch machte Gott aus ihnen ein großes Volk (Jesaja 51,2). Also rufen sie aus dem Exil zu Gott und bitten ihn, aus seinem vermeintlichen Schlaf zu erwachen und dieses mächtige Werk zu tun (Jesaja 51,9). Aber Gott sagt ihnen, dass er überaus willig und mehr als fähig ist, sie zu retten (Jesaja 51,11-16). Stattdessen sagt Gott ihnen, sie sollen aufwachen (Jesaja 51,17). Ihre Verzweiflung im Exil hat sie alle zu schläfrigen Betrunkenen gemacht, die nicht merken, dass Gott über ihnen steht und bereit ist, sie nach Hause zu bringen (Jesaja 51,18-20). Gott wird sie ausnüchtern, sie in die feinsten Kleider hüllen und sie wie eine Königin in ihr Reich zurückbringen (Jesaja 51,22; 52,1-2). 

Jesaja erinnert Israel daran, dass Gott sie aus dem Exil retten kann, weil er derjenige ist, der sie ins Exil geschickt hat. Babylon hat sie nicht wie Sklaven gekauft. Ihre Feinde besitzen sie nicht, nicht einmal als Kriegsgefangene. Sie wurden von Gott ins Exil geschickt, also können sie auch von Gott zurückgebracht werden (Jesaja 52,3-6). Gott muss niemanden bezahlen, keine Schulden begleichen und keine Rechnungen abschließen, um sein Volk zu retten. Er kann sie retten, einfach weil er sie liebt, sie trösten will und ihre Bestimmung in der Welt wiederherstellen will. 

Gottes selbstbestimmte Rettung ist die beste Nachricht, die sich Menschen im Exil vorstellen können. Sie ist eine so gute Nachricht, dass sogar die schmutzigen Füße derer, die Kilometer zurücklegten, um sie zu verkünden, als schön angesehen würden (Jesaja 52,7). Passend dazu gibt Jesaja diesen Menschen im Exil ein Lied, das sie in Erwartung dieser Nachricht singen sollen (Jesaja 52,8-10). Ihre Anbetung wird noch dadurch verstärkt, dass ihnen gesagt wird, auf dem Weg aus dem Exil nichts Unreines zu berühren (Jesaja 52,11). Denn der reine Gott, der sie rettet, bereitet sein Volk darauf vor, ihm zu begegnen (Jesaja 52,12). 

Wo ist das Evangelium? 

Wie Israel im Exil ist die ganze Menschheit dem Erkennen Gottes gegenüber eingeschlafen – wegen des Weins von Gottes Gericht (Römer 1,18-20). Diese trunkene Betäubung nennt man das Sein in der Sünde. Wir sind unfähig, uns selbst zu helfen, aus unserem Rausch aufzuwachen und Gott aus unserer Finsternis heraus zu folgen. Aber es war Gottes Entscheidung, uns der Sünde auszuliefern, die wir gewählt haben, und darum können wir auch nur durch Gottes Entscheidung davon gerettet werden. Deshalb konnte Jesus zu hilflosen Sündern gehen und ihnen sagen, dass ihnen vergeben ist (Matthäus 9,1-8). Deshalb kann Jesus eine zerrissene, zerbrochene Person nehmen und sagen, dass sie eine schöne, makellose Braut ist (Epheser 5,26). Die selbstbestimmte Liebe von Jesus ruft uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht (1. Petrus 2,9). 

Vielleicht fragst du dich, ob Gott willig und fähig ist, dich oder diese zerbrochene Welt aus all dem unbeschreiblichen Schmerz und dem scheinbar unausweichlichen Leiden zu retten, dem wir alle begegnen. Aber in Jesus hat Gott uns aus der Unfruchtbarkeit und dem Schmerz gerettet, die die Sünde verursacht hat. Er hat das bewiesen, als Jesus aus dem Leib einer Jungfrau geboren wurde – so wie Israel aus einem unfruchtbaren Paar hervorging (Matthäus 1,23). Wenn das Leben von Jesus aus einem leeren Mutterleib kommen kann und dann in seiner Auferstehung aus einem leeren Grab, dann kann er ganz sicher auch aus unserer Leere und unserem Tod Leben hervorbringen (Römer 8,11).

Oft sehen wir unser Leiden und unsere Sünde als Beweis dafür, dass Gott uns verlassen hat. Aber Jesus litt, obwohl er vollkommen war, und zweifelte doch niemals an der Liebe Gottes zu ihm. Seine Zuversicht kann auch unsere sein. 

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, den nichts davon abhalten kann, sein Volk zu retten. Und mögest du Jesus als den Diener Gottes sehen, der vor nichts zurückwich, um uns zu sich zurückzubringen. 

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