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Andacht

Maleachi 1,1-2,16

Liebe in schweren Zeiten

In Maleachi 1,1–2,16 sehen wir: Wenn alles zu beweisen scheint, dass Gott sich nicht kümmert, zeigt Jesus die beständige Liebe Gottes, indem er zum vollkommenen Schlachtopfer wird – und macht damit deutlich, dass keine Lage uns von Gottes Hingabe trennen kann.

Was passiert hier?

Gottes Volk steckt in einem Teufelskreis. Eine lange Zeit nationaler Not lässt das Volk Israel daran zweifeln, dass Gott es noch liebt. Sie sehen keinen Sinn mehr darin, Gott zu gehorchen. Also weist Gott sie für ihren Ungehorsam zurecht. Gottes Volk deutet das als einen weiteren Mangel an Liebe – und sieht darum noch weniger Sinn im Gehorsam. 

Doch durch Maleachi legt Gott dar, dass er nie aufgehört hat, sein Volk zu lieben. Skeptisch fordert sein Volk einen Beweis, dass Gott es noch liebt (Maleachi 1,2). Daraufhin erzählt Gott die Geschichte von Israels Anfängen noch einmal. Damals hat Gott aus Liebe ihren Stammvater Jakob erwählt und nicht dessen Bruder Esau. Seit jenem Tag hat er die Nachkommen Jakobs beschützt. Und er hat jeden Versuch der Dynastie Esaus vereitelt, ein Reich aufzubauen, das Israel stürzen würde (Maleachi 1,3-4). Gottes schützende Liebe war in seiner ganzen Geschichte mit seinem Volk beständig. Gott liebt Israel noch immer, und er wird es weiter lieben und versorgen (Maleachi 1,5). 

Doch die Priester Israels vertrauen nicht darauf, dass Gott für ihr Volk sorgt. Deshalb haben sie angefangen, 

ihren örtlichen Statthaltern ihre besten Tiere als Geschenke zu geben und Gott ihre kranken und verkrüppelten Tiere als Schlachtopfer darzubringen (Maleachi 1,6-9.13-14). Schlimmer noch: Ihre Schlachtopfer lehren das übrige Israel, dass Politiker mehr Ehre verdienen als Gott (Maleachi 2,7-8). Gottes erste Priester wurden gerade deshalb erwählt, weil sie Gott vertrauten und ehrten, während das übrige Israel es nicht tat (Maleachi 2,4-6; 4. Mose 25,10-13). Diese Priestergeneration muss die Ehrerbietung und das Vertrauen ihrer Vorfahren wiederentdecken – sonst wird sie für immer unter dem Fluch stehen (Maleachi 2,1-4.9). 

Genauso vertrauen die Männer Israels nicht darauf, dass Gott für ihre Familien sorgt. Deshalb haben sie angefangen, in Familien einzuheiraten, die fremden Göttern opfern (Maleachi 2,10-11). Um sich abzusichern, als es schien, dass Gott nicht für sie sorgt, ließen sich viele sogar von ihren Frauen scheiden, um in götzendienerische Familien einzuheiraten – in der Hoffnung, sich so die Versorgung durch diese Gottheiten zu sichern (Maleachi 2,14b.16). Darum sagt Gott, dass er ihre Schlachtopfer nicht mehr annehmen wird (Maleachi 2,13-14a). Maleachi warnt: Die Treue der Männer Israels zu ihren Frauen ist ein Bild für ihre Treue zu Gott. Und wenn sie sich weigern, ihren Bräuten treu zu sein, wird Gott seine liebevolle Beziehung zu ihnen auflösen (Maleachi 2,12). 

Auch wenn ihre gegenwärtigen Umstände wie ein Beweis dafür aussehen, dass Gott sie nicht liebt – es stimmt nicht. Gottes Volk muss treu bleiben und Gott wieder vertrauen (Maleachi 2,16b). 

Wo ist das Evangelium?

Vierhundert Jahre nachdem Maleachi seine Prophetie aufgeschrieben hatte, hatte sich nicht viel verändert. Gottes Volk war verarmt und vom Römischen Reich besetzt. Priester, die der Liebe Gottes skeptisch gegenüberstanden, suchten Versorgung und Macht in der römischen Politik und entehrten Gott durch ihre menschengemachten Vorschriften und ihre heuchlerischen Schlachtopfer (Matthäus 12,34; 21,12-13). Sogar die Männer Israels waren ihren Frauen genauso untreu wie schon zu Maleachis Zeit (Matthäus 19,1-11). 

Doch Gott zeigte seinem skeptischen, ihn entehrenden und untreuen Volk seine Liebe, indem er seinen Sohn Jesus sandte (1. Johannes 4,9; Römer 5,10). Anders als die ehrlosen Priester gab Gott seinem Volk in Jesus ein vollkommenes Schlachtopfer (Römer 8,3). Und Gott nahm dieses Schlachtopfer an, um seinem Volk die vielen Sünden zu vergeben und die Anklagen fallen zu lassen, die er gegen es erhoben hatte (Römer 8,1.14-16). 

Auch wenn unsere Umstände selten so sind, wie wir sie uns wünschen: Wir müssen nie an Gottes Liebe zu uns zweifeln. Gott hat uns vor unseren eigenen Versuchen bewahrt, ihn zu entehren – er ist für uns gestorben! Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Keine Hungersnot, keine Pandemie, kein Krieg und keine noch so große Skepsis kann das liebevolle Schlachtopfer auslöschen, das Jesus am Kreuz gebracht hat (Römer 8,38-39). 

Jesus ist ein treuer Bräutigam, auch wenn wir es nicht sind. Wie die Männer Israels sollen wir die Frohe Botschaft von Gottes Liebe hören und darauf vertrauen, dass er treu für alles sorgt, was wir brauchen. Er ist uns ganz zugewandt und bereit, alles für uns zu opfern. Weise darum alle anderen Lieben zurück und nimm seine bedingungslose Zuneigung zu dir an – zu dir, der Braut, die er erwählt hat.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk liebt. Und dass du Jesus als unseren liebevollen Bräutigam erkennst, der sich selbst für uns opfert. 

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