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Andacht

Philipper 1

Freude im Leid

In Philipper 1 sehen wir: Selbst wenn alles um uns herum trostlos erscheint, gebraucht Gott diese Umstände zum Guten. Aus Tod und Leid lässt Gott immer Leben und Freude entstehen.

Was geschieht hier?

Weil er die Frohe Botschaft gepredigt hat, dass der Tod von Jesus zum ewigen Leben führt, sitzt der Apostel Paulus im Gefängnis. Von dort schreibt er einen Brief an seine Freunde in Philippi (Philipper 1,7). Er erinnert sie daran, dass Gott seine Gefangenschaft gebraucht. Durch sein Leiden haben andere Menschen angefangen, Jesus als ihrem König und Erlöser zu vertrauen (Philipper 1,12). Er selbst liegt in Ketten, aber das Evangelium lässt sich nicht fesseln. Die Gefängniswächter hören die Frohe Botschaft von Jesus (Philipper 1,13). Christen, die das Vorbild des verhafteten Paulus sehen, geben das Evangelium mutig und ohne Furcht weiter (Philipper 1,14). Obwohl Paulus in Ketten liegt und ihm bald der Tod droht, freut er sich darüber, dass Jesus verkündet wird (Philipper 1,18).

Gefangene im ersten Jahrhundert bekamen normalerweise nicht einmal das Nötigste gestellt. Sie waren darauf angewiesen, dass Familie und Freunde für sie sorgten. Die Kirche in Philippi hatte Mitleid mit ihrem Freund und schickte ihm eine Geldgabe, um Paulus in seiner Not zu versorgen (Philipper 4,18). Nun schreibt Paulus diesen Brief zurück, um ihnen von Herzen zu danken. Doch er hat auch von den Spaltungen gehört, die sich in der Kirche ausbreiten, die er gegründet hat (Philipper 1,27; 4,2-3). Er greift zur Feder und denkt an das Eine, was ihn all diese Jahre getragen hat: die Freude an Jesus.

Paulus wird bald vor Gericht stehen, und er wartet auf diesen Tag – nicht mit Angst, sondern mit Freude. Er ist überzeugt: Jesus wird gepriesen werden, ob er freikommt oder hingerichtet wird (Philipper 1,20). Wird er verschont, wird er weiterhin das Evangelium verkünden. Wird er getötet, darf er bei Jesus sein (Philipper 1,21-22). Wie das Urteil auch ausfällt – er ermutigt die Philipper, zusammenzustehen, vereint durch das Evangelium, für dessen Verkündigung er sein Leben gegeben hat (Philipper 1,27).

Wo ist das Evangelium?

Gefangenschaft war Paulus nicht fremd. Tatsächlich wurde er das erste Mal einige Jahre zuvor in Philippi verhaftet (Apostelgeschichte 16,23-24). Als einer seiner Gefängniswächter damals anfing, Jesus zu vertrauen, erlebte Paulus mit eigenen Augen, wie Gott sogar eine Gefängniszelle gebrauchen kann (Apostelgeschichte 16,25-34). Und jetzt, wieder in einem römischen Gefängnis, blickt Paulus über sein gegenwärtiges Leid hinaus auf das, was Gott tut, um Menschen zu sich zu bringen. Er erinnert uns daran: Selbst wenn alles um uns herum trostlos erscheint, gebraucht Gott diese Umstände zum Guten (Philipper 1,12-14). Aus Tod und Leid lässt Gott Leben und Freude entstehen (Philipper 1,18).

Die Frohe Botschaft von Jesus veränderte Paulus' Sicht auf alles. Jesus zeigt uns, dass unser Leiden zur Auferstehung führt. Wie Paulus wurde Jesus verhaftet, vor Gericht gestellt und sogar hingerichtet. Freiwillig gab er sein eigenes Leben für uns hin und wurde im Gefängnis des Todes in Ketten gelegt. Doch das war nicht das Ende. Seine Gefangenschaft und sein Tod führten zu Freiheit und Auferstehung. Die Ketten des Todes sind für immer zerbrochen, und wir bekommen Leben mit Gott. Jenseits seines Leidens sah Jesus die Freude, die vor ihm lag. Und diese Freude gab ihm die Kraft, das Kreuz zu erdulden (Hebräer 12,2). Weil Jesus gelitten hat, können wir jetzt wie Paulus sagen: „Christus ist mein Leben, und Sterben ist für mich Gewinn“ (Philipper 1,21-23). Ob wir leben oder sterben – Jesus wird als der Höchste sichtbar werden. Und darüber können wir uns von ganzem Herzen freuen.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der uns mitten im Leid mit Freude erfüllt. Und dass du Jesus als den siehst, der uns Leben mit ihm schenkt – auch über unseren Tod hinaus.

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