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Andacht

Prediger 12

Ist alles sinnlos?

In Prediger 12 sehen wir: Die große Hoffnung des Buches Prediger ist Gottes kommendes Gericht. Eines Tages wird Gott die Stolzen erniedrigen und die Demütigen erhöhen. Dieser Tag der Hoffnung kommt in Jesus zu uns.

Was geschieht hier?

Der Prediger beendet sein Buch mit einer letzten Ermutigung, an Gott zu denken und ihn anzubeten, solange wir noch jung sind. Viele sind überzeugt, dass man das Buch Prediger am besten so liest: als einen alten König, der dem Erben seines Thrones Ratschläge gibt. Der Prediger erzieht also seinen Sohn dazu, eines Tages ein weiser König zu sein. Als sich der väterliche Rat des Predigers dem Ende zuneigt, erinnert er seinen Sohn: „Denk an deinen Schöpfer, solange du noch jung bist“ (Prediger 12,1). Es ist eine letzte Warnung für einen Sohn, der kurz davor steht, über eine Welt der Vergeblichkeit zu herrschen.

Der Prediger sagt seinem Sohn, dass ihn Erschöpfung und Enttäuschung erwarten, wenn er sich weigert, an Gott zu denken. Wenn sein Sohn sich entscheidet, nur über die Dinge „unter der Sonne“ nachzudenken, wird er feststellen, dass alles sinnlos ist – genau wie sein Vater es festgestellt hat (Prediger 12,8). Deshalb malt der Prediger dieses Bild von einem Leben, das ohne jeden Bezug zu Gott gelebt wird. Es ist eine Geisterstadt. Eine Stadt und ein Volk am Rand des Todes. Die Produktivität verschwindet. Betriebe schließen (Prediger 12,4). Fenster sind verrammelt. Auf den Straßen wird nicht mehr gesungen. Begräbnisse sind alltäglich (12,5). Es ist so still in der Stadt; die einzigen wahrnehmbaren Geräusche sind Vögel, die in den Ruinen zwitschern (Prediger 12,4b). Wenn der Sohn sich weigert, Gott zu ehren, sollte ihn die Apokalypse nicht überraschen, die über sein Königreich kommt.

Alles, was der Prediger gesagt hat, soll wie ein Treibstock wirken, ein spitzer Stock, der den Sohn sticht, wenn er vom Weg abkommt (Prediger 12,11). Die düstere Vision der Zukunft und all die Vergeblichkeit unter der Sonne sollen ihn zurück zum Kern treiben: dazu, „Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten“ (Prediger 12,13).

Wo ist das Evangelium?

Durch das ganze Buch Prediger hindurch hat der Prediger deutlich gemacht: Was das Leben sinnlos macht, ist die Willkür, mit der unsere Anstrengungen hinter dem Lohn zurückbleiben, den sie verdienen. Hart erarbeiteter Reichtum verschwindet. Hart erkämpfte Gerechtigkeit wird verdreht. Mühsam gesuchte Weisheit bringt keine Klarheit. Gute Menschen sterben jung, und böse Menschen haben Erfolg. Es ist alles nur ein Jagen nach dem Wind.

Doch die letzten Worte des Predigers geben uns den Grund, warum es sich in einer Welt aus Rauch und schließlicher Apokalypse wirklich lohnt, Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten: „Gott wird jede Tat ins Gericht bringen … ob sie gut oder böse ist“ (Prediger 12,14).

Das ist die große Hoffnung des Buches Prediger – und die große Hoffnung der ganzen Bibel. Jesus kommt, um zu richten. Sieh dir nur all diese Verse im Neuen Testament an, die das Gericht garantieren: 2. Timotheus 4,1.8; Jakobus 5,9; Apostelgeschichte 10,38-42; 17,31; 2. Korinther 5,10; Johannes 5,22-30; 8,15-16; 9,39; 12,47-48; Römer 2,16; 14,10; Offenbarung 19,11. Für die, die Gott lieben und seine Gebote halten, ist die kommende Apokalypse keine Ankündigung von Verwüstung und Untergang, sondern die herrliche Erneuerung von Gottes Königreich unter der Herrschaft des wahren Sohnes des Königs – Jesus.

In Jesu Königreich wird nichts mehr von dem gelten, was der Prediger beobachtet hat. All unsere guten Werke werden so belohnt, wie sie es verdienen (2. Korinther 5,10). Unser hart erarbeiteter Reichtum wird nicht verschwinden, denn Gottes Reichtum wird unser werden (Philipper 4,19). Alles Unrecht, das uns angetan wurde, wird aufgedeckt, und unserem Leiden wird Gerechtigkeit verschafft werden (Offenbarung 11,18). Und wir werden nicht jung sterben, sondern für immer leben – nicht in einer Ruine, sondern bei Gott in seiner wunderschönen Stadt (Offenbarung 21,2).

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du die Frohe Botschaft von dem Gott siehst, der richtet. Und mögest du Jesus als den König sehen, der gekommen ist, um für immer über sein vollkommenes Königreich zu herrschen und zu regieren.

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