Was geschieht hier?
Israels Königtum wird Gottes Königreich nicht herbeibringen. Salomo, Israels mächtigster König, ist tot. Nun bleibt Gottes Volk mitten in einer umgekehrten Exodus-Geschichte zurück, in der Israel jetzt Ägypten ist.
Als Salomo stirbt, erbt sein Sohn das Königreich. Doch ein rivalisierender Anführer namens Jerobeam kehrt aus Ägypten zurück, um Gottes Volk zu retten (1. Könige 12,1-2). Viele in Israel waren unter Salomos Herrschaft zu Sklaven geworden und hoffen nun auf Erleichterung durch Jerobeam (1. Könige 12,3-4). Wie der Pharao reagiert Salomos Sohn auf diese Bedrohung, indem er die Arbeitslast der Sklaven erhöht (1. Könige 12,14; 2. Mose 5,9). Wie Mose führt Jerobeam zehn der Stämme Israels aus der Sklaverei hinaus in die Wüste nördlich von Jerusalem (1. Könige 12,19). Doch kaum sind sie frei, lässt Jerobeam neue goldene Kälber anfertigen und sagt zu Israel: „Hier sind eure Götter, Israel, die euch aus Ägypten herausgeführt haben“ (1. Könige 12,28). Israels Geschichte hat sich wiederholt – nur dass Israel jetzt der Unterdrücker ist und der Mann aus Ägypten der Befreier.
Dennoch tritt ein Prophet Jerobeam entgegen und weissagt, dass ein neuer König, Josiah, seinem Götzenkult ein Ende setzen wird (1. Könige 13,2). Als Zeichen dafür, dass seine Botschaft von Gott kommt, lässt Gott Jerobeams Hand verdorren, und sein falscher Altar zerbricht in zwei Teile (1. Könige 13,4-5). Doch Jerobeam ist starrsinnig und verstockt. Er baut die goldenen Kälber wieder auf und bereitet damit den Untergang seiner Dynastie vor (1. Könige 14,10).
Dann, in einer Umkehrung des Pessach, wird Jerobeams Sohn krank, und er schickt seine Frau zu einem Propheten, um Heilung zu erbitten (1. Könige 14,1). Doch während sie noch in der Tür des Propheten steht, weissagt er den Tod des Jungen und Jerobeams (1. Könige 14,9.12). Wie die erstgeborenen Söhne Ägyptens stirbt ihr Sohn, sobald sie ihre eigene Türschwelle betritt (Exodus 12,23; 1. Könige 14,17).
Zur gleichen Zeit stellt Salomos Sohn in der anderen Hälfte des geteilten Königreichs seine eigenen Götzenbilder auf und wird von den Ägyptern ausgeplündert (1. Könige 14,23.25). Es ist die genaue Umkehrung davon, wie Israel Ägyptens Reichtum in den Tagen nach dem Pessach ausplünderte (Exodus 12,36). Und beide Seiten in Israels Bürgerkrieg lernen dasselbe: Abgötterei führt zu Sklaverei, Verlust und Tod.
Wo ist das Evangelium?
Salomos Sohn und Jerobeam beweisen: Eine Krone genügt nicht, um Israel aus seinen abgöttischen Vorlieben herauszuführen. Wie ihre Vorfahren will Israel einfach tun, was in seinen eigenen Augen richtig ist (1. Könige 14,8). Und für Israel ist die Folge davon, Böses in Gottes Augen zu tun, die Rückkehr in die Sklaverei (1. Könige 14,16). Ironischerweise war Jerobeam unter Salomo der Herr über Israels Sklaven. Israel vertraut einem Sklavenhalter, dass er es befreit – und endet in der Sklaverei bei neuen Herren, neuen Götzen und beim Tod.
Götzen und Bilder führen immer in die Sklaverei. Sowohl goldene Kälber als auch Bilder eines idealen, erfüllten Lebens versprechen Befreiung, entpuppen sich aber als Sklavenhalter. Wir opfern unsere Beziehungen, unsere Hoffnungen und unsere Moral dem, was in unseren eigenen Augen richtig aussieht – und finden uns genauso gefangen wieder wie vorher. Wir stecken noch immer in unserem eigenen umgekehrten Exodus fest, versklavt von dem, was wir für richtig hielten (Johannes 8,34).
Wir brauchen keinen Götzen, wir brauchen Gott, der uns befreit. Und Gott hat sich gezeigt – nicht als ein Bild, aus Holz geschnitzt oder aus Gold gegossen, sondern im Fleisch geboren. Jesus ist das genaue Ebenbild Gottes und der lebendige Abdruck seines Wesens (Hebräer 1,3). Israel hoffte, Josiah würde es befreien. Doch Jesus ist nicht nur Josiahs Sohn, sondern Gottes Sohn – und wen Jesus frei macht, der ist für immer frei (Johannes 8,36).
Anstatt deine eigenen Schlachtopfer für falsche Götter, Hoffnungen und Götzen darzubringen, vertraue darauf, dass Jesus sowohl dein Gott als auch dein Schlachtopfer ist. Er starb als Pessachlamm, um die Geschichte deiner Abgötterei und deines Todes umzukehren. Durch sein Blut an den Türen deines Herzens befreit er dich aus der Sklaverei der Sünde. Und durch seine Auferstehung kehrt Jesus das Grab um und beraubt den Tod seiner Macht (1. Korinther 15,55). Jesus ist das einzige Bild, vor dem es sich zu beugen lohnt. Vertraue ihm allein, und er wird dich frei machen.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der gottlose Könige stürzt. Und mögest du Jesus als den wahren König Israels erkennen, der alle, die zu ihm rufen, aus der Sklaverei herausführt.

