Was geschieht hier?
Hiskia besteigt den Thron in Juda, doch seine Treue ist geteilt (2. Könige 18,1). Er ist der erste König seit Jahrhunderten, der die Opferstätten niederreißt, die überall in Juda verstreut sind (2. Könige 18,4). Doch in sechs Jahren wird Assyrien Israel zu Fall bringen und dabei Hiskias Glauben auf die Probe stellen. Assyriens König Sanherib ist ein begabter Stratege, der mehrere befestigte Städte Judas dem Boden gleichmacht (2. Könige 18,13). Doch anstatt Gott zu vertrauen, raubt Hiskia den tempel Gottes aus – Silber und Gold –, um den skrupellosen König zu bezahlen (2. Könige 18,15-16). Hiskias Treue ist geteilt, und Sanherib nutzt das aus. Er schickt eine Abordnung von Beratern, um eine Kapitulation vor Assyrien und seinen Göttern zu erzwingen (2. Könige 18,17). Raffiniert achtet der assyrische Gesandte darauf, wie ein israelitischer Prophet zu klingen. Er sagt Hiskia, er solle nicht auf Ägypten und seine Pferde vertrauen. Er verspricht ein Land, in dem Milch und Honig fließen (2. Könige 18,24.32). Mit Gottes Gold in ihren Taschen nehmen sie voller Hochmut Gottes Platz ein und hoffen, Hiskia dabei den Mut zu nehmen.
Verzweifelt kehrt Hiskia zum tempel zurück. Doch dieses Mal nicht, um ihn zu berauben, sondern um zu beten (2. Könige 19,1.14). Trotz Hiskias geteilter Treue antwortet Gott durch den Propheten Jesaja und verspricht, dass Israel in drei Jahren aus seiner Asche auferstehen wird (2. Könige 19,28.29). In derselben Nacht sterben 185.000 assyrische Soldaten durch Gottes Hand (2. Könige 19,35). Doch bevor Hiskia Israels Erneuerung erleben kann, wird er von einer lebensbedrohlichen Krankheit getroffen (2. Könige 20,1). Und anders als frühere Könige auf ihrem Sterbebett betet er zu Gott – und Gott verspricht, ihn in drei Tagen zu heilen und sein Leben um 15 Jahre zu verlängern (2. Könige 20,5-6).
Doch ganz seiner Halbherzigkeit entsprechend nutzt er diese geschenkten Jahre töricht. Vermutlich um ein Bündnis gegen Assyrien zu sichern, lädt Hiskia Gesandte aus Babylon ein und führt ihnen Israels Reichtum vor (2. Könige 20,13). Jesaja benennt Hiskias geteilte Treue als das, was sie ist, und kündigt an, dass genau das Volk, um das er wirbt, alles plündern wird, was er ihnen gezeigt hat (2. Könige 20,17-18).
Wo ist das Evangelium?
Juda wird in Babylons Hände fallen, weil es nicht allein Gott vertraut. Und Hiskia verkörperte als König Judas die geteilte Treue seines Volkes. Jesus sagt, dass wir nicht zwei Herren dienen können (Matthäus 6,24). Hiskia beweist: Geteilte Treue führt am Ende zu Tod und Exil.
Ein Teil der Botschaft Hiskias lautet: „Sei nicht wie er!“ Wer sein Vertrauen teilt, teilt seine Rettung. Du kannst nicht halb gerettet sein. Du bist entweder tot oder lebendig. Gerettet oder gefangen. Zu Hause oder im Exil. Und Gott will deine ungeteilte Treue, damit er dir ungeteiltes und ewiges Leben geben kann. Hiskia versuchte, sein Leben zu retten, indem er den tempel beraubte, aber was er gebraucht hätte, war die Bereitschaft, sein Leben zu verlieren – aus ungeteilter Treue zu seinem Gott. Es half Hiskia nichts, Frieden vor seinen Feinden zu gewinnen, denn dabei verlor er seine Seele (Matthäus 16,25-26). Jesus verspricht denen, die bereit sind, ihr Leben zu verlieren, vollständige Rettung und Auferstehung als Lohn. Sei nicht wie Hiskia!
Doch noch bedeutsamer ist: Hiskia wurde verschont, weil Gott dem König David Verheißungen gegeben hatte (2. Könige 19,34). Selbst wenn Hiskia geteilt ist, ist Gott es nicht. Er war weiterhin mit ganzem Herzen der Rettung seines Volkes verpflichtet – trotz Jahrhunderten der Untreue und trotz Hiskias eigenem geteilten Herzen. Letztlich beruhen die Erlösung von Feinden und die Erlösung der Völker allein auf Gottes unteilbarer Gnade.
Sanheribs Propaganda ist falsch. Kein Volk und kein Götze kann retten. Israels einzige Hoffnung war und ist Gott allein. Jesus hat gegen größere Feinde gekämpft als Assyrien und ist drei Tage später von den Toten auferstanden (1. Korinther 15,4). Nur der Gott Israels macht am dritten Tag wieder lebendig! Jesus bietet Auferstehung und Leben an – sogar den Geteilten. Die Erlösung kommt von Gott allein und durch alleinige Gnade.
Sieh selbst
Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott des Lebens siehst. Und mögest du Jesus als den König sehen, der deine ungeteilte Treue wert ist.

