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Andacht

1. Petrus 1,13-2,3

Warten im Exil

In 1. Petrus 1,13–2,13 sehen wir: Das Leben in dieser Welt ist schwer, doch Jesu Auferstehung hat uns in ein Königreich heimgeholt, in dem der Tod tot ist. Durch Gottes Wort und Gottes Sohn sind wir unvergänglich und unsterblich.

Was geschieht hier?

Petrus beginnt seinen Brief mit einer Frohen Botschaft. Seine Leser sind Nichtjuden, die einst außerhalb von Gottes Volk standen; jetzt sind sie von Gott erwählt worden (1. Petrus 1,1). Diese Fremden sind in Gottes Familie hinein adoptiert und neu geboren (1. Petrus 1,3). Doch diese Erlösung, die Jesus durch sein Leiden verbürgt hat, ist noch nicht ganz da. Vorerst muss Gottes erwähltes Volk im Exil warten (1. Petrus 1,5). Deshalb sagt Petrus seinen Leuten: Macht euch bereit.

Wie Israel, das aufbricht, um Ägypten zu verlassen und in seine neue Heimat zu ziehen, müssen diese Gläubigen „ihre Lenden gürten“, während sie in ihr neues Land marschieren (1. Petrus 1,13a; 2. Mose 11,12). Für Petrus heißt das beides: sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten und an einer Hoffnung festzuhalten, deren Mitte Jesus ist. Gottes Volk legt die Leidenschaften und Vorlieben seines alten Königreichs ab und zieht die Heiligkeit an, die Gottes Königreich fordert (1. Petrus 1,15). Sich bereitmachen bedeutet auch, dass Gottes Volk seine Hoffnung ganz auf die ganze Frohe Botschaft setzt, die Jesus Wirklichkeit werden lässt (1. Petrus 1,13). König Jesus zu vertrauen und wie ein Bürger von Gottes Königreich zu leben – so bereiten wir uns darauf vor, in unser neues Land einzuziehen.

Doch das Leben eines Fremden ist auch ein Leben in Furcht (1. Petrus 1,17). Nicht die Furcht davor, verfolgt oder anders zu sein (obwohl das eine Realität ist), sondern eine Furcht, die daraus erwächst, dass wir wissen, was die Bürgerschaft in Gottes Königreich kostet. Gottes Volk wird nicht mit etwas so Geringfügigem wie Gold oder Silber freigekauft, sondern mit dem kostbaren Blut von Jesus (1. Petrus 1,18-19). Israel zog erst aus Ägypten aus, nachdem es unter Türpfosten hindurchgegangen war, die mit Blut bestrichen waren (2. Mose 12,7). Und auf dem Weg in ihre neue Heimat müssen Juden wie Heiden unter dem Schatten eines blutigen Kreuzes hindurchgehen. Die Bürger von Gottes Königreich sind gerufen, aufopfernd zu lieben wie ihr Erlöser und die Art des Bösen abzulegen, die Jesus ans Kreuz genagelt hat (1. Petrus 1,22; 2,1). Alle Gläubigen müssen ihre alten Verhaltensweisen hinter sich lassen – aus Furcht davor, das zu entehren, was Gott für sie getan hat – und erwartungsvoll auf eine andere Hoffnung schauen.

Gott wusste „seit ewigen Zeiten“, dass er sterben würde, um sein Volk zu retten (1. Petrus 1,20). In Jesus wissen wir: Gott hat den Zeitstrahl der Ewigkeit gebeugt und seinen Leib zum Nutzen seines Volkes geopfert. Das ist unsere Hoffnung. Deshalb leben wir in Furcht. Deshalb müssen wir wie Bürger von Gottes Königreich leben, während wir auf seine Wiederkunft warten.

Wo ist das Evangelium?

Als Fremder im Exil zu warten, ist schwer. Noch schwerer ist es, wegen deiner Treue zu Jesus ausgegrenzt und verfolgt zu werden. Doch Petrus sagt weiter: Wir sind wiedergeboren worden durch das unsterbliche und unvergängliche Wort Gottes (1. Petrus 1,23). Er zitiert den Propheten Jesaja, der sagte, Gottes Wort werde die mächtigste Nation seiner Zeit überdauern – Babylon (1. Petrus 1,24). Und in Jesus ist genau das geschehen! Weder Babylon noch Rom konnten Gott daran hindern, sein Wort zu halten. Von Ewigkeit her hat Gott sich ein Volk zur Rettung erwählt, indem er seinen Sohn, das Wort, das Mensch wurde, zum König erwählte (Johannes 1,14).

Kein Land kann Gott aufhalten. Und Jesu Auferstehung hat uns in ein Königreich heimgeholt, in dem der Tod tot ist. Durch Gottes Wort und Gottes Sohn sind wir unvergänglich und unsterblich. Und diese Hoffnung, in ein ewiges Königreich aufgenommen zu sein, sollte uns antreiben, schon jetzt so zu leben, als wäre dieses Königreich bereits gekommen.

Ganz unvermittelt wechselt Petrus das Bild: Wir sollen wie Säuglinge sein, die nach Milch verlangen (1. Petrus 2,2). Milch lässt ein Kind heranwachsen. Und Petrus sagt: Gottes Kinder wachsen in ihre Bürgerschaft hinein, indem sie unaufhörlich nach der Frohen Botschaft verlangen – nach dem, was Jesus für uns getan hat. Jesus ist wie eine stillende Mutter, die sich ihren Kindern immerfort selbst hingibt. Und wie Kinder wachsen wir, wenn wir immer wieder zu dem zurückkehren, der uns rettet und versorgt.

Oft denken wir, dass wir unsere alten Verhaltensweisen nur hinter uns lassen, unserer Sünde Nein sagen und auf unsere kommende Auferstehung hoffen können, indem wir das Gesicht verziehen, mehr tun und uns stärker anstrengen. Doch Petrus sagt: Als Gottes Kind zu reifen ist so einfach wie trinken, essen und dem vertrauen, was Gott in Jesus für uns getan hat.

Sieh es selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der uns zu seinem Volk erwählt hat. Und mögest du Jesus als den sehen, der uns rettet und zugleich heilig macht.

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