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Andacht

1. Petrus 2,4-3,7

Wir sind lebendige Tempel

In 1. Petrus 2,4-3,7 sehen wir: Indem wir für die Menschen um uns herum Gottes Tempel sind, können wir zu Kräften der Versöhnung und Erlösung werden – selbst für die, die uns verfolgen.

Was geschieht hier?

Im Buch 2. Mose sagt Gott zu seinem Volk: Wenn es ihm gehorcht, wird es sein besonderes Eigentum sein und ein Königreich von Priestern, ausgesondert, um die Welt zu segnen (2. Mose 19,5-6). Petrus greift diese uralte Berufung Gottes auf und wendet sie nicht nur auf Israel an, sondern auf jeden, der Glauben an Jesus hat. Und Petrus fügt hinzu: Wir sind nicht nur königliche Priester und kostbares Eigentum, wir sind auch lebendige Steine, die einen neuen Tempel bauen (1. Petrus 2,4-5a). In Israel war der Tempel ein Gebäude, in dem die Menschen Schlachtopfer darbrachten und Gott begegneten. Doch jetzt ist der Tempel eine geistliche Wirklichkeit, in der wir – wie Israel – als neue Priester ausgesondert sind, um unser Leben und unser Handeln zum Segen für andere zu opfern (1. Petrus 2,5b).

Dieser neue, wachsende und weltweite Tempel begann mit Jesus. Er ist der Eckstein. Ohne sein Schlachtopfer und sein Vorbild zerfällt Gottes neuer Plan, die Welt durch sein Volk zu segnen (1. Petrus 2,6). Petrus sagt, wir seien „lebendige Steine“, die einen neuen Ort der Begegnung mit Gott bilden – einen Ort, der Segen vermittelt, wenn wir ein heiliges Leben führen.

Doch dieser lebendige Tempel, den wir mit Gott bauen, entsteht durch Ablehnung (1. Petrus 2,7). Jesus war unser Tempel, unser Priester und unser Schlachtopfer in einem – und dafür wurde er getötet (1. Petrus 2,8). Als neue, erwählte Tempel und königliche Priester Jesu werden wir mit den religiösen Systemen unserer Zeit in Konflikt geraten. Weil wir Gottes kostbares Eigentum sind, das ins Licht gerufen wurde, wird die Finsternis uns hassen, wenn wir allen davon erzählen (1. Petrus 2,9). Von Gott erwählt zu sein bedeutet also, Verbannte und Fremde zu sein (1. Petrus 2,11a). Gottes kostbarer Besitz zu sein heißt, von der Welt abgelehnt zu werden – so wie unser Eckstein abgelehnt wurde.

Aber so soll es sein. Bürger eines heiligen Königreichs widerstehen den Leidenschaften und Begierden unserer alten irdischen Nationen (1. Petrus 2,11). Und auch wenn das Verfolgung und sogar den Tod mit sich bringt, zeigt uns Jesus: Als Einheimische in Gottes Königreich zu leben und nicht als Bürger unserer eigenen Nationen bringt Leben aus dem Tod hervor (1. Petrus 2,12).

Petrus nennt dann drei Beispiele dafür, wie sich diese geistliche Wirklichkeit im wirklichen Leben auswirkt. Seine Beispiele sind: ein christlicher Bürger, der der römischen Obrigkeit gegenübersteht; ein christlicher Sklave, der mit seinem ungläubigen Herrn im Konflikt liegt; und eine gläubige Ehefrau, die ihrem heidnischen Mann entfremdet ist. Als Priester, Bürger und Tempel von Gottes Königreich sind sie Verbannte und Fremde in ihrer Nation, in ihrer Arbeit und in ihren Ehen. Petrus weiß, dass jeder von ihnen Spott, Leid und Entfremdung erfahren wird. Doch Petrus hofft darauf, dass das opferbereite Leben von Gottes neuem, erwähltem Volk die Welt segnen wird.

Wo ist das Evangelium?

Jesu Leiden und Ablehnung führten zu seiner Auferstehung und zu unserer Erlösung. Jesu Exil als unser Tempel, unser Priester und als Gottes kostbarer Sohn bedeutet, dass die ganze Welt gesegnet wird. Petrus weiß: Ehen werden auferstehen (1. Petrus 3,1), Herren werden vor ihren Sklaven Buße tun, und Regierungen werden sich beugen, wenn die erwählten Verbannten Gottes sich weigern, wie Bürger dieser Welt zu handeln, und stattdessen dem Vorbild Jesu folgen.

Obwohl Jesus als Untertan Roms lebte und auf die Anklage der Pharisäer hin starb, ist er von den Toten auferstanden, weil er Gott gehorsam lebte – und so brachte er Roms Macht und die Lügen der Pharisäer zum Schweigen (1. Petrus 2,15). Und als Jesus litt und wie ein Sklave geschlagen wurde, hasste er seine Verfolger nicht, sondern bot Vergebung an wie ein Priester (1. Petrus 2,22-23)! Durch seine Gläubigkeit und sein Schlachtopfer werden Sklaven rechtschaffen gemacht und von ihren Narben geheilt (1. Petrus 2,24). Und so wie Jesus starb, um seine Braut zu retten und rein zu machen, können gläubige Ehefrauen ihre Männer durch ihre Sanftmut und ihren Respekt gewinnen (1. Petrus 3,1).

Jesus ist unser Vorbild (1. Petrus 2,21). Jesus zeigt uns: Wenn Gottes Volk sich opferbereit verhält – als erwählte Verbannte, königliche Priester und kostbares Eigentum –, dann wird die Welt gesegnet, unsere Verfolger werden verwandelt, und wir werden aus unserer Erniedrigung auferstehen.

Sieh es selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du den Gott siehst, der uns zu seinem lebendigen Tempel gemacht hat. Und mögest du Jesu Leiden und Auferstehung als lebendige Hoffnung erkennen, die nicht nur uns verwandeln kann, sondern auch die Menschen um uns herum.

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