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Andacht

Jesaja 11-12

Ein Königreich des Friedens

In Jesaja 11-12 sehen wir, dass Jesus der König ist, der Gottes Volk wieder zu seiner Bestimmung geführt und Gottes ewiges Königreich aufgerichtet hat.

Was geschieht hier?

Israel soll ein Leuchtfeuer der Gerechtigkeit, des Friedens und der Güte Gottes sein und die Welt einladen, sich Gottes Königreich anzuschließen (1. Mose 12,1-3). Doch Israels Könige gaben ihre göttliche Berufung auf und füllten das Land mit Unrecht, Gewalt und Korruption (Jesaja 1,1-5). Darauf versprach Gott, das Böse aus Israel auszumerzen. Von den ersten Seiten des Jesajabuches an wird diese göttliche Läuterung als das Abbrennen eines Waldes beschrieben (Jesaja 1,10-11; 6,11-13; 9,18-19). Genauer gesagt: Gott wird das Volk Assyrien wie eine Axt gebrauchen, um den großen Wald Israels zu fällen, ehe er das Land verbrennt und die Überlebenden zerstreut (Jesaja 10,15-19). Doch Jesaja weissagt, dass nach dieser Läuterung neues Leben aus dem verkohlten Baumstumpf Israels sprießen wird.

Ein neuer König wird aus Israels königlicher Linie geboren werden (Jesaja 11,1). Dieser neue König wird nicht wie Israels frühere Könige sein. Er wird die Macht nicht lieben und seinen Sinn nicht mit bösen Ratschlägen und ungerechtem Rat füllen. Stattdessen wird er Gott lieben, und Gottes Geist wird auf ihm ruhen und ihn erfüllen. Er wird mit wahrer Weisheit erfüllt sein, um Gottes Volk in Gerechtigkeit zu regieren (Jesaja 11,2-3). Dieser König wird den Armen Recht verschaffen, die Bösen bestrafen, die sie ausbeuten, und Frieden wird unter Gottes Volk herrschen (Jesaja 11,4-5). Dieser König wird dem Fressen und Gefressenwerden so endgültig ein Ende setzen, dass sogar Wölfe, Löwen und Schlangen sanft mit Lämmern und Kleinkindern spielen werden (Jesaja 11,6-8). Unter seiner Herrschaft wird Israel endlich das Leuchtfeuer der Gerechtigkeit, des Friedens und der Güte Gottes werden, das Gott von Anfang an vorgesehen hatte, und fremde Könige werden herbeikommen, um sich dem Königreich anzuschließen (Jesaja 11,9-10). 

Sobald dieser König seine Herrschaft aufgerichtet und Israel wieder zu seiner Berufung geführt hat, wird Israel selbst geheilt werden, sagt Jesaja. Die Streitigkeiten und Eifersüchteleien, die Israel in verfeindete Königreiche spalteten, werden alle vergessen sein (Jesaja 11,13). Israels am längsten bestehende Konflikte werden endgültig beendet (Jesaja 11,14). Schließlich werden die Israeliten, die Assyrien über die ganze Welt zerstreut hat, den langen Weg nach Hause zurücklegen und in Gottes vollendetem Königreich leben (Jesaja 11,11-12.15-16). Gott wird sogar den Fluss austrocknen, der die Heimkehr aus dem Exil blockieren würde – so wie Gott die Wasser des Roten Meeres zurückdrängte, um Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien (Jesaja 11,11-12.15-16). Dieser neue König wird Israels gespaltenes und zerstreutes Volk heilen.

Im Blick auf diesen neuen Auszug dichtete Jesaja ein Lied, genau wie Mose es tat, nachdem Gott das Rote Meer geteilt hatte. Er dankt Gott, dass Gottes Absicht immer der Trost, die Erlösung und die Erneuerung seines Volkes war, auch wenn Gott Israel geläutert und verbrannt hat (Jesaja 12,1-3). Aus Dankbarkeit ruft Jesaja Israel auf, sich an seine Berufung zu erinnern und Gott zu loben, damit die ganze Welt erkennt: Gott ist bei seinem Volk, und er wird bald einen König senden (Jesaja 12,4-6).

Wo ist das Evangelium?

Wie Jesaja die Herrschaft und das Regieren des Königs von Israel beschreibt, geht über alles Menschliche hinaus. Er ist ein Mann, der vollkommen von Gottes Geist erfüllt und von Liebe zu Gott entflammt ist. Seine Worte richten in vollkommener Gerechtigkeit und schaffen eine Welt vollkommenen Friedens. Seine Leitung kann alte Feindschaften zwischen verfeindeten Stämmen heilen und sogar fremde Könige dazu bringen, ihre Throne aufzugeben, um sich seinem Königreich anzuschließen. Jesaja beschreibt keinen menschlichen Herrscher, sondern die ewige Herrschaft Gottes auf der Erde. Jesaja beschreibt das Königreich, das Jesus zu bringen kam. 

Im ganzen Leben Jesu sehen wir, dass das ewige Königreich, das Jesaja beschreibt, in Jesus anbricht. Jesus beginnt seinen Dienst, als Gottes Geist auf ihm ruht und erklärt, dass er der königliche Sohn Gottes ist (Lukas 3,21-22.38). Fast unmittelbar danach sagt Jesus, dass Gottes Königreich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Güte für die Armen und Unterdrückten in ihm Wirklichkeit wird (Jesaja 4,17-19). Israels zwölf Stämme waren durch Bürgerkrieg gespalten. Doch Jesus beruft zwölf neue Apostel, um das Königreich zu leiten, das er aufrichtete, und heilt damit symbolisch die Spaltungen der Vergangenheit (Lukas 6,12-16). Jesaja weissagte auch, dass fremde Könige ihre Völker hinter sich lassen und sich Israels erneuertem Königreich anschließen würden. Im Lukasevangelium ist ein ausländischer Offizier einer der ersten Menschen, die der Autorität Jesu als König vertrauen und zu den ersten Bürgern in Gottes Königreich werden (Lukas 7,1-10). Sein ganzes Leben hindurch ist Jesus der König, der Israel wieder zu seiner Berufung führt, Spaltungen heilt und alle Völker zu seinem Königreich zusammenruft.

Wie dieser ausländische Offizier werden auch wir Teil von Gottes Königreich, wenn wir der Autorität Jesu vertrauen. Als Antwort auf unser Vertrauen ruht Gottes Geist auf uns und erfüllt uns (Apostelgeschichte 1,8). Er befähigt uns, die Leuchtfeuer der Gerechtigkeit, des Friedens und der Güte Gottes zu sein, die Gottes Volk immer sein sollte (Johannes 14,26). Durch die Kraft des Geistes wird unser Leben von einer Liebe geprägt sein, die Spaltungen heilt, die Leidenden tröstet und den Trauernden Hoffnung schenkt (Johannes 13,35; 1. Korinther 12,4-5; Römer 12,14-15). 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk wiederherstellt. Und mögest du Jesus als den König sehen, der Gottes Volk wieder zu seiner Bestimmung geführt und Gottes ewiges Königreich aufgerichtet hat.

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