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Andacht

1. Könige 11

Salomos 700 Frauen

In 1. Könige 11 sehen wir: Auch wenn dieser Sohn Davids daran scheiterte, ein ewiges Königreich für Israel zu errichten – Jesus scheitert nicht.

Was geschieht hier?

Gott ist Salomo bisher zweimal erschienen, und jedes Mal gibt Gott dieselbe Warnung (1. Könige 3,14; 9,4-5). Wenn Salomo auf den Wegen des Herrn geht, wie sein Vater David, wird Gott sein Königreich weiter wachsen lassen und festigen. Und bis hierher war Salomos Herrschaft glanzvoll. Israel steht auf dem Höhepunkt seiner kulturellen und militärischen Vormachtstellung. Salomo scheint wie sein Vater zu sein, und Israel ist dadurch aufgeblüht.

Doch Salomo ist nicht wie sein Vater (1. Könige 11,6). Salomo hat 700 Frauen und 300 Konkubinen um sich gesammelt (1. Könige 11,3). Man könnte argumentieren (nicht dass du das tun solltest), ein solcher Harem sei einfach kluge Staatskunst. Diese Frauen stehen für politische Bündnisse und für Salomos geschickte Bündelung mesopotamischer Macht. Doch wie klug das politisch auch sein mag – Gott hatte längst gewarnt, wie töricht es geistlich ist (1. Könige 11,2). Im Alter prostituiert sich Salomo schließlich vor den Gräuelgöttern der Völker rings um ihn her (1. Könige 11,7). Also hält Gott sein Versprechen, zieht seinen Segen zurück und sagt Salomo, dass das Königreich seiner Familie aus der Hand gerissen und einem anderen gegeben wird (1. Könige 11,11).

Dann werden uns die Entstehungsgeschichten dreier neuer Feinde erzählt – Hadad aus Edom, Reson, ein Nichtjude, und Jerobeam, ein Israelit. Sie werden Salomos späte Jahre plagen und eines Tages seinen Sohn stürzen. Jerobeam stellt die ernsteste Bedrohung dar. Er hat bereits erhebliche Macht in Salomos Königreich (1. Könige 11,28). Und einer der Propheten Gottes, Ahija, weissagt, dass er derjenige sein wird, der zehn Stämme der Herrschaft von Salomos Sohn entreißt (1. Könige 11,31).

Gott gibt Jerobeam sogar dieselbe Zusage, die er Salomo gegeben hat. Wenn Jerobeam Gott gehorcht, wie David es tat, wird sein Volk so groß sein wie das seines Großvaters (1. Könige 11,38). Also versucht Salomo, ihn umbringen zu lassen, doch es misslingt. Jerobeam sucht Zuflucht in Ägypten (1. Könige 11,40). Dann stirbt Salomo – er hat nicht nur versagt, in Gottes Geboten zu leben, sondern auch daran, das angekündigte Ende der Dynastie seiner Familie und den Beginn eines Bürgerkriegs aufzuhalten (1. Könige 11,43).

Wo ist das Evangelium?

Salomos Leben und Sterben nehmen sowohl den Rest des Königsbuches als auch den Rest der Geschichte Israels vorweg. Die fremden Feinde, die Gott gegen Salomo erweckt, sind die Vorväter der Völker Assyrien und Babylon. Und Jerobeams Aufstand wird Israel für den Rest seiner Geschichte spalten. Sogar Jesus wird von denselben drei Völkern bekämpft, die hier genannt werden. Herodes ist ein Edomiter, die Römer sind Heiden, und die Schriftgelehrten und Pharisäer sind Juden. Salomos Versagen hat das Muster geprägt, das Israel dazu verdammt ist zu wiederholen.

Der Rest des Königsbuches erzählt Geschichte um Geschichte davon, wie Israel verbotene Ehepartner heiratet, Götzen anbetet, die Gräuel sind, und sich immer weiter voneinander und vom Herrn trennt. So hält Gott sein Versprechen an Salomo. Er zieht seinen Segen zurück, beraubt Israel seines Königreichs und liefert es an Assyrien aus (1. Könige 11,11).

Doch wegen Davids Gläubigkeit gegenüber Gott hatte Gott David verheißen, dass einer seiner Söhne für immer regieren wird (2. Samuel 7,12). Diese Zusage ist nicht aufgehoben worden; darum wird sowohl Salomo als auch seinem Sohn gesagt, sie sollten handeln wie David (1. Könige 11,6.38). Israels Schicksal hängt an der Verheißung eines Sohnes Davids, der noch größer ist als sein Vater. Doch dieser Sohn ist nicht Salomo, sondern Jesus.

Anders als Salomo folgte Jesus dem Vorbild seines Vaters (Johannes 5,19). Anders als Salomo gebraucht Jesus seine Weisheit nicht, um Macht an sich zu ziehen, sondern um seine Macht hinzugeben (1. Korinther 1,23-24). Und anders als Salomos Tod, der die Spaltung seines Königreichs und das Ende seiner Dynastie besiegelte, hat Jesu Tod ein ewiges Königreich und eine vereinte Familie Gottes eröffnet.

Jesus ist der König, auf den wir gewartet haben. Wir brauchen keine Angst zu haben. Unser Königreich steht nicht am Rand des Zusammenbruchs; wir haben ein Bürgerrecht im Himmel, das durch keine Politik rückgängig gemacht werden kann (Philipper 3,20). Unser Volk ist sicher, und die Feinde, die uns einst bedrohten – so wie Edom und die Heiden einst Israel bedrohten –, dürfen jetzt durch die Macht der Herrschaft Jesu als Brüder und Schwestern gelten (Epheser 2,11-12).

Sieh selbst

Möge der Heilige Geist dir die Augen öffnen, damit du Gott als unseren einzigen wahren König siehst. Und mögest du Jesus als den endgültigen Sohn Davids sehen, dessen Königreich ewig bleibt und der unsere Feinde zu unserer Familie macht.

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