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Andacht

2. Chronik 5,2-7,22

Gottes Gegenwart kehrt zurück

In 2. Chronik 5,2-7,22 sehen wir, dass Jesus Gottes Gegenwart in menschlicher Gestalt ist – er hat sich selbst geopfert, damit wir wissen: Ganz gleich, wie ungehorsam wir gewesen sind, für uns bleibt kein Urteil mehr übrig, sondern nur Barmherzigkeit und Vergebung.

Was passiert hier?

Salomo hat sich von Gottes Führung und Weisheit leiten lassen und gerade den Tempel Gottes in Jerusalem gebaut. Jetzt trifft er die Vorbereitungen, um die Bundeslade – den Mittelpunkt von Gottes Führung – in den neu gebauten Tempel zu bringen. Salomo versammelt alle seine höchsten Amtsträger und die Oberhäupter Israels in Jerusalem (2. Chronik 5,2-3). Als sie dort ankommen, beginnen sie sofort, Schlachtopfer darzubringen, während Gottes Priester die Bundeslade in den Tempel tragen (2. Chronik 5,4-6). Sie stellen die Bundeslade, in der die Urschriften von Gottes Gesetzesweisung an Mose liegen, in den Tempel und stimmen ein Lied an (2. Chronik 5,7-12). Sie singen, dass Gott gut ist und seine Liebe für immer bleibt. Und noch während ihnen die Worte auf den Lippen liegen, kommt Gott als Wolke herab und lässt sich in seiner neuen Wohnung nieder (2. Chronik 5,13-14). Auch bei der Gründung Israels kam Gott als Wolke in Moses Tabernakel herab (2. Chronik 6,1-2; 2. Mose 40,34-35). Dass es nun wieder geschieht, bedeutet: Gott ist bei Israel, während sein Volk in eine entscheidende neue Epoche seiner Geschichte eintritt.

Dann steht Salomo auf, dankt Gott für alles, was er für Israel getan hat, und bittet um seine Barmherzigkeit. Er dankt Gott für die Zusage, dass seine Familie für immer regieren wird, für die Erwählung Jerusalems als Hauptstadt und für diesen Tempel als Gottes Wohnung (2. Chronik 6,1-6). Er dankt Gott auch dafür, dass ihm die Ehre zuteilwurde, den Tempel zu bauen, Gottes Volk zu regieren und Gottes Gesetze und die Bundeslade in den Mittelpunkt Israels zu stellen (2. Chronik 6,7-11.14-17). Salomo steigt auf eine bronzene Plattform, kniet vor ganz Israel nieder und bekennt, dass Israel, seine Familie und sein Tempel alle unzureichend sind, um Gottes Gegenwart aufzunehmen (2. Chronik 6,12-13). Er weiß, dass sie es nicht schaffen werden, alle Gebote Gottes zu halten. Deshalb bittet er darum, dass Gottes Tempel ein Ort der Barmherzigkeit und Vergebung sein möge, zu dem Israel aufschauen kann, ganz gleich, wie groß sein Ungehorsam ist (2. Chronik 6,18-21).

Dann nennt Salomo sieben verschiedene Beispiele für Gebete, die Gott von seinem Tempel aus beantworten soll. Die meisten bitten Gott darum, Israel zu vergeben, wenn es unausweichlich seine Gebote bricht und für seine Sünden bestraft wird (2. Chronik 6,24-31.36-39). Andere Gebete bitten darum, dass der Tempel ein Ort wird, an dem Unterdrückte, falsch Beschuldigte und Fremde Erleichterung und Gerechtigkeit finden (2. Chronik 6,22-23.32-35). Ganz gleich, was Gottes Volk braucht oder worin es versagt – Salomo möchte, dass dieser Tempel der Ort ist, an dem Gott seinem Volk immer begegnet und ihm vergibt. Gott antwortet auf Salomos Gebet, indem er Feuer vom Himmel sendet, das alle Schlachtopfer Israels verbrennt. Auf diese Weise sagt Gott: Ich werde barmherzig sein. Daraufhin bringt das Volk Israel sieben Tage lang Tausende von Schlachtopfern dar und singt, dass Gott bereit ist, zu vergeben und Barmherzigkeit zu zeigen – für immer (2. Chronik 7,1-11).

Nach den Festtagen spricht Gott unter vier Augen mit Salomo. Er sagt, er wisse, dass Israel seinen Geboten gegenüber untreu sein wird und dass er es schließlich mit Exil und Gefangenschaft bestrafen wird. Aber er verspricht: Wenn Israel zum Tempel hin betet, wird er immer vergeben und alles wiederherstellen, was es verlieren wird (2. Chronik 7,11-16). Schließlich warnt Gott Salomo: Wenn er oder einer seiner Söhne sich nicht an seine Gesetze hält, wird Israel völlig zerstört werden (2. Chronik 7,17-22).

Wo ist das Evangelium?

Die Einweihung des Tempels ist der Höhepunkt der Geschichte Israels. Israel lebt in Frieden mit allen Völkern der Welt. Gottes verheißener Sohn sitzt auf dem Thron. Und Gott hat eine dauerhafte Wohnung mitten unter seinem Volk. Doch dieser Höhepunkt bleibt hinter den Erwartungen zurück. Er endet mit einer strengen Warnung an Salomo, die die Stimmung dämpft. Und sowohl Gott als auch Salomo sagen den künftigen katastrophalen Ungehorsam Israels voraus, der dazu führen wird, dass Jerusalem und der Tempel niederbrennen (2. Chronik 36,15-19). 

Doch die ersten Leser der Chronik waren aus dem Exil zurückgekehrt. In Babylon hatten ihre Vorfahren zum zerstörten Tempel hin gebetet und Gott um Vergebung gebeten (Daniel 9,1-3). Und er hat vergeben. Die ersten Leser sind in ihr Land zurückgekehrt, haben Gottes Tempel wieder aufgebaut und regieren nun in Israel wie Salomo (Esra 3,7-13). Sie sind der lebendige Beweis dafür, dass seine Liebe und Vergebung für immer bleiben. 

Gott beantwortet die Gebete seines Volkes noch heute. Und er ist immer noch bereit, jeden zu lieben und ihm zu vergeben, der seine Gesetze gebrochen hat, seinen Geboten nicht gehorcht hat oder sich von Gott verbannt fühlt. Als Gott als Wolke und als Feuer herabkam, sagte er Salomo damit: Ich werde immer bei meinem Volk sein und ihm vergeben. Und Gott hat uns gezeigt, dass er auch heute bereit ist, bei uns zu sein und uns zu vergeben – indem er vom Himmel herabkam und in Jesus Mensch wurde. Anstatt Tausende Tiere zu opfern, um seinem Volk Vergebung zu sichern, hat er sich selbst geopfert – in Jesus. Jesus wurde in den Tod verbannt, damit wir wissen: Ganz gleich, wie ungehorsam wir seinen Geboten oder Gesetzen gegenüber gewesen sind, für uns bleibt kein Urteil mehr übrig, sondern nur Barmherzigkeit und Vergebung. So wie Gott denen begegnete, die zum Tempel aufschauten, so begegnet Gott allen, die auf Jesus schauen, immer mit Vergebung und ewiger Liebe. 

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, dessen Liebe niemals aufhört. Und mögest du Jesus als deinen König sehen, der es möglich gemacht hat, dass seinem Volk für immer vergeben wird.

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