Was passiert hier?
König Joschafat besteigt den Thron von Juda und nutzt seine Regierungszeit, um ein Rechtssystem aufzubauen, das Gottes Volk dazu anleitet, Gottes Gesetze zu lieben und ihnen zu gehorchen (2. Chronik 19,4-7). Überall in Juda beauftragt er Richter, Rechtsfälle nach den Richtlinien zu entscheiden, die Gott niedergeschrieben hatte. Und in der Hauptstadt selbst richtet Joschafat ein ähnliches Gerichtssystem ein. Angehörige des Priesterstammes und Sippenoberhäupter werden eingesetzt, um nach Gottes Geboten Recht zu sprechen. Schließlich beruft Joschafat zwei oberste Richter, die über die schwierigsten Fälle urteilen sollen (2. Chronik 19,8-11). Insgesamt tut Joschafat sogar mehr als David oder Salomo, um ein System der Gerechtigkeit zu schaffen, das Gottes Volk dazu anleitet, Gottes Gesetze zu lieben und ihnen zu gehorchen.
Sofort wird Joschafats Treue zu Gottes Weisung auf die Probe gestellt: Die Nachricht kommt, dass ein Bündnis aus drei Heeren – nur zwei Tagesmärsche entfernt – heranzieht, um Jerusalem anzugreifen (2. Chronik 20,1-2). Erschrocken ruft Joschafat ein Fasten im ganzen Land aus und betet um Gottes Führung (2. Chronik 20,3-4). Er erinnert Gott an die Siege, die er Josua schenkte, als Gottes Volk sein Heimatland zum ersten Mal in Besitz nahm, und daran, dass er versprochen hat, sein Volk zu retten, wann immer es um Hilfe schreit (2. Chronik 20,5-9). Joschafat gibt zu, dass er nicht weiß, was er tun soll – außer zu beten und auf Gottes Hilfe zu warten (2. Chronik 20,10-13).
Sofort steht einer der Priester im Tempel auf und singt eine Botschaft von Gott (2. Chronik 20,14). Gott sagt Juda, dass es sich nicht fürchten muss. Sie werden in der kommenden Schlacht nicht einmal kämpfen müssen, denn Gott wird mit ihnen sein und für sie kämpfen (2. Chronik 20,15-17). So ruft Joschafat am nächsten Morgen sein Heer zusammen, und sie ziehen zur Schlachtlinie – bewaffnet allein mit einem Lied über Gottes Liebe, die ewig bleibt (2. Chronik 20,20-21). Während sie singen, legt Gott einen Hinterhalt. Die angreifenden Heere wenden sich gegeneinander und lassen nur ein Feld voller Toter zurück (2. Chronik 20,22-24). Israel plündert das Lager der Feinde und nennt das Schlachtfeld „das Tal des Lobes“. Schließlich kehrt Joschafat zum Tempel zurück, wo Gott durch ein Lied zu ihm gesprochen hatte, und betet Gott an (2. Chronik 20,25-28).
Die restliche Regierungszeit Joschafats verläuft in Frieden – bis er sich mit dem aufsässigen König von Israel verbündet, um eine Flotte von Handelsschiffen zu bauen (2. Chronik 20,29-30.35-36). Ein Prophet weist Joschafat zurecht, weil er sich mit einem gottlosen Land verbündet hat, und Gott zerstört die Schiffsflotte (2. Chronik 20,37). Es ist eine Warnung, sich niemals mit dem Bösen zu verbünden, wenn Gott bereit ist, seinem Volk alles zu geben, was es braucht.
Wo ist das Evangelium?
Joschafats gesunkene Handelsflotte ist nicht sein erstes zum Scheitern verurteiltes Bündnis mit Ahab. Er hat schon einen Krieg an seiner Seite verloren. Und wie ein dunkles Vorzeichen hat er außerdem eine Ehe zwischen seinem Sohn und Ahabs Tochter arrangiert. Jedes dieser Bündnisse endet im Desaster. Doch jedes Mal, wenn Joschafat zu Gott schreit, wird er auf wunderbare Weise gerettet. Seine Regierungszeit lehrt uns: Gottes Königreich wird nicht durch Machtbündnisse gerettet, sondern einfach durch Vertrauen, Gebet und Gesang.
Gott sandte uns einen weiteren König, Jesus, um genau dasselbe zu beweisen. Jesus war Joschafats königlicher Sohn. Und wie Joschafat wurde er versucht, Gottes Königreich durch ein Bündnis mit Satan zu sichern (Matthäus 4,1-11; Johannes 12,31). Doch anstatt sich mit einem gottlosen Herrscher zu verbünden, um Gottes Königreich zu schützen, entschied sich Jesus dafür, Gott zu vertrauen, zu beten und zu singen. Gott sagte ihm, dass allein sein Tod sein Volk vor seinen größten Feinden retten würde. Und so ging er im Vertrauen auf ihn seinem gewissen Tod am Kreuz entgegen. In der Nacht, in der er verraten wurde, sang er Lieder mit seinen Jüngern. Im Garten Gethsemane betete er um Stärke, Gottes Willen zu gehorchen. Und selbst während er in Qualen an seinem Kreuz starb, betete Jesus das Buch der Psalmen (Psalm 22,2). Wie Gott es für Joschafat tat, so erhörte er auch Jesu Gebet und ehrte sein Vertrauen. Gott erweckte Jesus von den Toten und vollendete damit den Psalm, den Jesus begonnen hatte (Psalm 22,23-26).
Das bedeutet: Du und ich können vertrauen, beten und singen – in der Hoffnung auf den ewigen Sieg. Nichts kann uns von dem Sieg trennen, den Jesus errungen hat. Es bedeutet aber auch, dass selbst Gräber zu Tälern des Lobes werden können. Selbst wenn wir unsere Kämpfe verlieren, können wir singen, denn Jesus hat den Krieg gewonnen.
Sieh selbst
Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der sein Volk rettet. Und mögest du Jesus als den sehen, der gehorcht, betet und singt, um uns zu retten.

