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Andacht

Hosea 6-7

Barmherzigkeit, nicht Schlachtopfer

In Hosea 6-7 sehen wir, dass auch Jesus Barmherzigkeit will und keine Schlachtopfer.

Was passiert hier?

Israel läuft zu allem, nur nicht zu Gott. Hosea fleht das Volk Israel an, Buße zu tun, und erinnert es dabei an seinen Hochzeitstag mit Gott (Hosea 6,1). Am dritten Tag am Berg Sinai erschien Gott und war bei seinem Volk gegenwärtig (2. Mose 19,16). Deshalb sagt Hosea: Wer Buße tut, wird wieder in Gottes Nähe leben, auch wenn er niedergeschlagen wurde (Hosea 6,2).

Doch auf seine Rufe kommt keine Antwort. Jeder Liebesbeweis, den Israel Gott gegenüber aufbringen kann, verdunstet schneller als der Morgentau (Hosea 6,4). Anstatt Gott von Herzen zu lieben, versucht Israel, ihn mit Schlachtopfern zu bezahlen. Sogar seine Religion war ehebrecherisch. Darum sagt Hosea dem Volk unverblümt: Gott will Barmherzigkeit und keine Schlachtopfer (Hosea 6,6).

Israel schlägt Hoseas Warnungen in den Wind und bricht weiter seinen Ehebund, indem es sein Herz anderen schenkt. Anstatt Gott zu vertrauen, dass er sie schützt und versorgt, hat das Volk Israel ehebrecherische Beziehungen mit anderen Völkern und ihren falschen Göttern begonnen (Hosea 7,8). Wie ein notorischer Ehebrecher läuft es von einer Affäre zur nächsten.

Als es sich von der Großmacht Assyrien im Norden bedroht fühlt, läuft es nach Süden zu seinen alten Feinden in Ägypten, um Schutz zu finden. Doch als Ägypten die nötige Sicherheit nicht bietet, kriecht es vor Assyrien und versucht, sich mit Tributzahlungen loszukaufen. Hosea nennt es einen unverständigen Vogel, der ohne Sinn und Verstand hin und her flattert (Hosea 7,11). Es fliegt zu allen, nur nicht zu Gott.

Doch wie so viele verbotene Affären brechen auch diese ehebrecherischen Beziehungen in sich zusammen. Wenn Israel sich auf die Waffen Ägyptens verlässt, schlagen sie auf es selbst zurück (Hosea 7,16). Und wenn es für Assyriens Hilfe bezahlt, muss es sein eigenes Volk ausplündern, um die Kosten zu decken (Hosea 6,9). Israel versucht alles aus eigener Kraft, um seine Probleme zu lösen. Es läuft allem Religiösen oder Politischen nach, das es schützen könnte – allem, nur nicht Gott selbst.

Wo ist das Evangelium?

Auch zur Zeit Jesu liefen die Menschen zu allem, nur nicht zu Gott. Besonders die religiösen Führer liefen zu religiösen Bräuchen und politischen Bündnissen statt zu Jesus. Als Jesus einmal mit Zolleinnehmern und Sündern aß, fragten die religiösen Führer, warum er mit Menschen esse, die sie für unwürdig hielten (Matthäus 9,10). Jesus antwortet mit den Worten Hoseas: „‚Ich will Barmherzigkeit und keine Schlachtopfer.‘ Denn ich bin nicht gekommen, um Rechtschaffene zu rufen, sondern Sünder“ (Matthäus 9,13).

Jesus klagt damit diese religiösen Führer an und lobt zugleich diese Sünder. Erstens hält er den religiösen Führern denselben geistlichen Ehebruch vor wie Israel zur Zeit Hoseas. Sie fliegen zu ihren religiösen Verdiensten statt zu dem Gott, der direkt vor ihnen stand. Und zweitens lobt Jesus die Sünder am Tisch dafür, dass sie ihn aufsuchen und Buße tun – genau so, wie Hosea es Israel eindringlich ans Herz gelegt hatte. Jesus kam nicht, um die zu retten, die meinten, sie bräuchten keine Rettung (Matthäus 9,12). Er kam nicht für die, die zu ihren eigenen guten Werken, Institutionen oder politischen Bündnissen fliegen. Er kam für die, die zu ihm fliegen (Matthäus 11,28).

Wenn wir uns an Jesus als unseren Ehemann halten, verbunden in der Liebe des Bundes, dann brauchen wir nichts anderes mitzubringen. Es sind keine Gaben und keine Schlachtopfer nötig, denn Gottes Barmherzigkeit ist durch Jesu Tod am Kreuz offenbar geworden. Er wurde das Schlachtopfer, das Israel nie gebracht hat. Jesus floh zu Gott – selbst im Tod.

Und wie Hosea es vorhergesagt hat, erweckte Gott am dritten Tag den von den Toten, der ihm treu war (Hosea 6,2; 1. Korinther 15,4). Jesus ist von den Toten auferstanden, um zu zeigen, dass er die einzige Macht ist, die uns aus den Gefahren und Bedrohungen um uns herum rettet (Epheser 1,21). Es scheint leichter, auf Politik und Religion zu vertrauen, damit wir uns sicher und bei Gott angenommen fühlen. Doch in Jesu Barmherzigkeit und in seinem Schlachtopfer brauchen wir nirgendwo sonst mehr hinzulaufen.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der unsere Liebe mehr will als unsere Schlachtopfer. Und mögest du Jesus als den erkennen, der das größte Schlachtopfer der Liebe gebracht hat, um uns zurück in die Ehe des Bundes mit ihm zu bringen.

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