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Andacht

Jakobus 2,1-13

Gehorsam ist Freiheit

In Jakobus 2,1-13 sagt Jakobus, dass sich Jesu Gesetze in einem Wort zusammenfassen lassen: »Barmherzigkeit«. Das ist eine wirklich gute Nachricht für Menschen, die maximal frei sein wollen – denn Gott setzt unserem Streben nach Barmherzigkeit gegenüber anderen keine Beschränkungen und keine Grenzen.

Was geschieht hier?

Jakobus, der Bruder von Jesus, hat die Bibel gerade ein »vollkommenes Gesetz, das Freiheit schenkt« genannt (Jakobus 1,25). In der Geschichte Israels gab Gott Israel erst dann Gesetze, nachdem er Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit hatte (2. Mose 20,2). Das Gesetz markierte das Ende einer Zeit der Sklaverei und den Anfang einer Zeit der Freiheit. Gottes Gesetze lehren Gottes Volk, wie es frei sein und frei bleiben kann. Gehorchen heißt frei sein.

Und als Menschen, die befreit worden sind, muss man es uns auch ansehen können. In diesem Brief sagt Jakobus: Freie Menschen bevorzugen niemanden, und freie Menschen kümmern sich um die Ausgegrenzten (Jakobus 1,27; 2,1). Alles andere würde leugnen, dass Jesus sein Volk aus der Sklaverei befreit hat. Um das zu veranschaulichen, erzählt Jakobus die Geschichte von zwei Fremden, die in eine Kirche kommen. Der eine ist offensichtlich reich, der andere offensichtlich arm. Doch dem Reichen wird fast sofort ein Ehrenplatz angeboten, während man dem Armen sagt, er solle sich auf den Boden setzen (Jakobus 2,2-3). Aber wer auf diese Weise Menschen bevorzugt, handelt so, als gäbe es in Gottes Reich noch Sklaven.

Jesus hat in besonderer Weise die Armen dieser Welt befreit, damit sie die Erben seines Königreiches sind (Jakobus 2,5). Die Armen auf den Boden zu setzen bedeutet, sie wie Sklaven zu behandeln und ihnen das Erbe abzusprechen, das Jesus ihnen gegeben hat. Außerdem waren es in der Geschichte die Reichen, die Gottes Volk unterdrücken und vor Gericht ziehen (Jakobus 2,6). Es zeigt einfach ein schlechtes Urteilsvermögen, Menschen zu bevorzugen, die den Namen Jesu verleumden und sein Volk in Verruf bringen (Jakobus 2,7). Und es ist heuchlerisch, einem Gott zu folgen, der arm wurde, und dann über die Armen zu urteilen, sie hätten einen guten Platz in Gottes Kirche weniger verdient (2. Korinther 8,9).

Bevorzugung ist nicht nur eine Leugnung unserer Freiheit von der Sklaverei, sondern ein Verbrechen gegen das, was Jakobus das königliche Gesetz des Königs Jesus nennt. Jesus hat uns gesagt, wir sollen alle unsere Mitmenschen lieben wie uns selbst (Jakobus 2,8). Wenn wir nur einige für wert halten, unsere Fürsorge und Aufmerksamkeit zu bekommen, werden wir in Jesu Augen zu »Gesetzesbrechern« (Jakobus 2,9). Es spielt keine Rolle, ob wir alle anderen Gesetze gehalten haben, denn König Jesus hat alle Gesetze der Bibel geschrieben. Jedes einzelne zeigt seinen Wunsch, dass alle Menschen mit Barmherzigkeit behandelt werden. Ein Gesetz gegenüber deinem Mitmenschen zu brechen bedeutet, sie alle zu brechen (Jakobus 2,10-11). Es spielt keine Rolle, dass wir keine Mörder sind, wenn wir weiterhin Menschen bevorzugen. Wir machen uns dennoch schuldig, Jesu königliches Gesetz der Barmherzigkeit zu brechen. Deshalb sollten wir wie Menschen handeln, die wissen: Fehlende Barmherzigkeit bringt Gericht, und Barmherzigkeit gegenüber den Ausgegrenzten bringt Freiheit (Jakobus 2,12-13).

Wo ist das Evangelium?

Oft denken wir, Freiheit bestehe darin, dass es keine Gesetze gibt, die unser Verhalten einschränken. Wenn wir eingeschränkt werden, meinen wir, wir würden niemals frei sein, unser wahres Selbst zu leben. Aber Gottes Gesetze sind letztlich keine Einschränkungen. Gott hat uns geschaffen. Gottes Gesetze zeigen, wie wir nach Gottes Absicht unser wahres Selbst sein sollen. Er hat uns als Menschen geschaffen, die niemanden bevorzugen, die unparteiisch sind und die bei allem, was sie tun, Gerechtigkeit üben. Wenn wir also Gottes Gesetzen folgen, werden wir völlig frei sein. 

Bekanntlich fasste Jesus alle Gesetze, die Israel gegeben wurden, in zwei zusammen: Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen, und liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst (Markus 12,30-31). Ein Weg, wirklich frei zu sein, besteht darin, die Bevorzugung der Reichen gegenüber den Armen abzulehnen. Aber ganz allgemein gilt: Je mehr wir Gott und einander lieben, desto freier werden wir. 

Jakobus nannte Jesus auch einen »Gesetzgeber«. Jakobus sagt, dass sich Jesu Gesetze in einem Wort zusammenfassen lassen: »Barmherzigkeit«. Und das ist eine wirklich gute Nachricht für Menschen, die maximal frei sein wollen. Denn Gott setzt unserem Streben nach Barmherzigkeit gegenüber anderen keine Beschränkungen und keine Grenzen (Galater 5,23). Handle also wie jemand, dessen Sklaverei vorbei ist. Sei frei, bevorzuge niemanden, liebe deinen Mitmenschen und erweise Barmherzigkeit.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der niemanden bevorzugt. Und mögest du Jesus als den sehen, der sein Volk frei macht, ohne Ansehen der Person. 

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