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Andacht

Jakobus 3,13-4,10

Zwei Arten von Weisheit

In Jakobus 3,13–4,10 sehen wir: In Jesus können wir uns von Streitsucht, Selbstsucht und irdischer Weisheit abwenden, indem wir uns unter die Frieden schaffende, den Tod umkehrende Weisheit von Jesus demütigen.

Was geschieht hier?

Jakobus sagt den Lehrern in der Kirche, dass sie sich zwischen zwei Arten von Weisheit entscheiden müssen. Die eine kommt von der Erde, die andere vom Himmel. Die irdische Weisheit ist selbstsüchtig und führt zu Unordnung. Wenn Lehrer nur auf sich selbst schauen, schaffen sie eine Hölle auf Erden (Jakobus 3,15-16). Wenn Lehrer aber demütig sind und auf die Bedürfnisse anderer achten, dann ist das die Weisheit des Himmels. Wenn Lehrer sich für die Weisheit des Himmels entscheiden, dürfen sie darauf vertrauen, dass ihre Gemeinschaften voll von Frieden, Freundlichkeit und Unparteilichkeit sein werden (Jakobus 3,17-18).

Lehrer, die die irdische Weisheit vorziehen, sind wie Generäle, die gegeneinander kämpfen statt gegen ihren gemeinsamen Feind (Jakobus 4,1). Besessen von ihren eigenen Wünschen und Zielen, wollen solche Lehrer einander umbringen. Sie versuchen sogar, Gott in ihre Streitigkeiten hineinzuziehen und göttliche Zustimmung für ihre selbstsüchtigen Wünsche zu bekommen (Jakobus 4,2-3). Es überrascht nicht, dass diese Gebete unbeantwortet bleiben.  

Dann wechselt Jakobus das Bild: vom Krieg zum Ehebruch. In einem gewissen Sinn ist Gott mit seiner Kirche verheiratet. Wenn er also sieht, wie die Leiter der Kirche sich so eng mit selbstsüchtiger, irdischer Weisheit verstricken, wird er eifersüchtig (Jakobus 4,4-5). Gott will, dass seine Kirche und ihre Leiter sich allein mit seiner himmlischen Weisheit vermählen. Und wie ein liebevoller, geduldiger Ehemann – so sagt Jakobus – ist Gott bereit, seine Braut wieder aufzunehmen, wenn sie Gottes Weisheit erneut in Demut annimmt (Jakobus 4,6).

Die Lehrer und Leiter der Kirche Gottes müssen der satanischen und höllischen Weisheit der Erde widerstehen und sich demütig der Weisheit des Himmels unterstellen (Jakobus 4,7). Wie eine weinende, zurückkehrende Braut soll Gottes Volk zu ihm umkehren und seine Affäre mit der Weisheit der Erde beenden (Jakobus 4,8-9). Wenn die Lehrer der Kirche Gottes bereit sind, sich zu demütigen, wird Gott seine Beziehung zu ihnen wiederherstellen (Jakobus 4,10).

Wo ist das Evangelium?

Während seines ganzen Wirkens lebte Jesus die Weisheit vom Himmel und mied die Weisheit der Erde. Jesus drängte seine streitenden Jünger dazu, Demut untereinander zu suchen (Lukas 22,24.26). Er betete darum, dass sie eins miteinander sein würden (Johannes 17,21). Er stellte selbstsüchtige Gesetzeslehrer zur Rede (Lukas 18,9). Er lehrte sie, dass der Weg zur Verherrlichung durch die Demut führt (Lukas 18,14). Jesus kannte auch die Gefahren der irdischen Weisheit. Angetrieben von Satan und besessen von seinen eigenen Wünschen, brachte Judas – einer der eigenen Jünger von Jesus – ihn um (Lukas 22,4.47-48).

Doch weil er eifersüchtig darauf war, dass seine Jünger sich allein mit ihm verbinden, starb Jesus wie ein demütiger, selbstloser Ehemann (Epheser 5,25-26). Dann stieg er in den Himmel auf, damit alle, die sich mit ihm demütigen, wie er auferstehen können. In seiner Weisheit hat Jesus sich demütig und selbstlos für uns gegeben (Hebräer 2,9). Kehre also zur Weisheit von Jesus zurück – besonders, wenn du ein Leiter in der Kirche Gottes bist. Wende dich ab von Streitsucht, Selbstsucht und irdischer Weisheit. Demütige dich unter die Frieden schaffende, den Tod umkehrende Weisheit von Jesus. Und sei gewiss: Wie ein guter, liebevoller und geduldiger Ehepartner ist Jesus bereit, seine Beziehung zu dir wiederherzustellen und deine Gebete erneut zu beantworten.

Sieh selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der den Demütigen Gnade schenkt. Und mögest du Jesus als den sehen, der sich selbst demütigte, damit sein Volk Gott nahekommen kann.

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