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Andacht

Jakobus 4,11-5,20

Gott wird richten

In Jakobus 4,11-5,20 sehen wir, dass Jesus ein mitfühlender Richter ist, der bereit ist, all die zu begnadigen, die sich desselben Hochmuts, derselben Verleumdung und desselben unethisch erworbenen Reichtums schuldig gemacht haben, die ihn getötet haben.

Was geschieht hier?

Jakobus warnt alle, die sich der Verleumdung und des unethisch erworbenen Reichtums schuldig gemacht haben: Gott kommt, um sie für ihren Hochmut zu richten und denen Recht zu verschaffen, denen sie geschadet haben.

Jakobus sagt denen, die schnell dabei sind, ihre Mitmenschen zu verleumden: Sie sind nicht bloß unhöflich – sie versuchen, sich eine Autorität anzueignen, die ihnen nicht gehört (Jakobus 4,11). Gottes Gesetze verbieten die Lüge. Wer einen anderen absichtlich in Verruf bringt, sagt damit eigentlich: Nicht Gott ist der wahre Gesetzgeber, sondern ich (Jakobus 4,12). Doch Gott ist der einzige Richter, der die Vollmacht hat, einen guten Namen zu retten oder zu zerstören. 

Und anders als Gott wissen wir nicht, was morgen geschehen wird. Unser Leben und unser Blickwinkel sind verschwindend kurz (Jakobus 4,13-14). Das Universum richtet sich nicht nach unserem Willen, sondern allein nach dem Willen Gottes (Jakobus 4,15). Gott möchte, dass wir demütig über unsere Zukunft denken, genauso wie wir demütig vor seinen Gesetzen stehen. Alles andere ist Überheblichkeit (Jakobus 4,16). Und Gott wird unsere Anmaßung und unseren Hochmut ganz sicher richten und beschämen (Jakobus 4,17). 

Dann sagt Jakobus den unethisch Reichen, dass Gottes Gericht über ihren Hochmut schon bald kommt (Jakobus 5,1). Ihr Reichtum wird zum Fraß für die Motten, und ihr Gold wird zerfressen (Jakobus 5,2-3). Die von ihnen Betrogenen haben zu Gott geschrien, und der Gott, der über die Heere des Himmels gebietet, hat ihre Klagen gehört und ist bereit einzugreifen (Jakobus 5,4). Ihre gefühllose Gleichgültigkeit gegenüber den Armen gleicht der Anmaßung, der Habgier und dem Hochmut, die Jesus verurteilt und getötet haben (Jakobus 5,6). Gott ist bereit, sie für das Böse zu richten, das sie getan haben (Jakobus 5,5). 

Sowohl die Verleumder als auch die unethisch Reichen schaden den Armen und den an den Rand Gedrängten. Doch Jakobus sagt: Anstatt die Sache selbst in die Hand zu nehmen, sollen die Armen geduldig sein wie ein Bauer, der auf seine Ernte wartet. Sie sollen das Böse, das andere tun, geduldig ertragen und auf Gottes Gerechtigkeit warten (Jakobus 5,7-8). Oder sie sollen wie Hiob in der Hoffnung durchhalten, dass ihr mitfühlender und barmherziger Gott ihnen alles zurückgibt, was sie verloren haben (Jakobus 5,11; Hiob 42,12).  

Wo ist das Evangelium?

Gottes Gericht ist beängstigend, aber Gott ist ein mitfühlender Richter. Er hört das Schreien der Betrogenen und gibt den Demütigen alles zurück, was sie durch die Hochmütigen verloren haben. Wenn Gott ein solcher Richter ist, dann können wir zu ihm beten (Jakobus 5,13-14). Nicht nur, dass er für uns eingreift, sondern auch für andere. Wir können für die Kranken beten in der Hoffnung, dass Gott heilt (Jakobus 5,14). Wir können darum beten, dass Gott das Böse richtet und uns für unsere Verluste am Ende Gerechtigkeit schenkt. Weil Gott mitfühlend ist, verspricht das letzte Buch der Bibel, dass Jesus bald kommt, um alles Böse zu besiegen (Offenbarung 19,11). 

Doch Jesus kommt nicht nur, um zu richten und zu vernichten, sondern um zu retten (Jakobus 2,12). Wenn wir schuldig sind, dürfen wir ihn trotzdem bitten, uns unsere Sünden zu vergeben (Jakobus 5,15). Ja, Jesus bringt Gerechtigkeit gegen die Hochmütigen. Aber er ist auch ein mitfühlender Richter, der bereit ist, all die zu begnadigen, die sich desselben Hochmuts, derselben Verleumdung und desselben unethisch erworbenen Reichtums schuldig gemacht haben, die ihn getötet haben (Jakobus 5,19-20). Es gibt niemanden, der so tief gesunken wäre, dass Jesus ihm nicht vergeben wollte. Wenn du deinen Hochmut bekennst und zu Jesus betest, wird Gott dich richten. Aber er wird dich als einen Demütigen richten. Und du kannst gewiss sein: Das ganze Gericht, das dich getroffen hätte, ist für immer aufgehoben. 

Sieh es selbst

Ich bete, dass der Heilige Geist dir die Augen öffnet, damit du den Gott siehst, der ein mitfühlender Richter ist. Und dass du Jesus als den erkennst, der unsere Gebete um Gerechtigkeit und um Vergebung hört. 

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